Mischung aus Rakete und Drohne: Die „Harpy NG“
Mischung aus Rakete und Drohne: Die „Harpy NG“

Ein Hybrid aus Rakete und Drohne

SINGAPUR (inn) – Mit zwei Raketentypen präsentiert sich „Israel Aerospace Industries“ auf der Luftfahrtmesse in Singapur. Neue Technologien sollen dabei helfen, Zivilopfer zu vermeiden.

Der Luft- und Raumfahrttechnikkonzern „Israel Aerospace Industries“ (IAI) hat auf der diesjährigen Luftfahrtmesse in Singapur ihr neuestes Produkt der Reihe „Loitering Munition“ (LM) („lungerndes Kriegsgerät“) vorgestellt. Die Rakete des Typs „Harpy NG“ stellt das Nachfolgemodell zu „Harpy“ dar, einem autonomen Flugkörper zur Zerstörung feindlicher Radarstellungen. Die Besonderheit dieser Baureihe ist, dass die Rakete erst wie eine Drohne das Ziel ausfindig macht und es dann anvisiert und bei Kollision detoniert.

Die „Harpy NG“ kommt mit zwei wesentlichen Verbesserungen daher: Zum einen wurden die Sensoren zum Aufspüren gegnerischer Radarsequenzen verbessert, sodass die Bandbreite jetzt auch sehr tiefe Sequenzen umfasst. Zum anderen nutzt die „Harpy NG“ eine neue Konstruktion, basierend auf der ebenfalls von IAI entwickelten „HAROP“-Drohne. Laut Hersteller garantiert dies ein verbessertes Flugverhalten, wie unter anderem eine verbesserte Reichweite und Flughöhe. Die „Harpy NG“ erreicht demnach eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 120 Stundenkilometern.

Intelligente Zielerfassung

Das neue Modell soll als Maßnahme gegen die während des Einsatzes des Vorgängermodells weiterentwickelten Radarsysteme dienen. Die Raketen sind mit einem 15 Kilogramm schweren Sprengkopf ausgestattet und wiegen insgesamt circa 160 Kilogramm. Abgefeuert werden sie einzeln oder in Schwärmen von bis zu zwölf Raketen auf einmal. Der Abschuss erfolgt von einer mobilen Abschussvorrichtung aus. Die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ vermeldete zudem, dass die „Harpy NG“ mithilfe des sogenannten „fire and forget“- Systems („feuern und vergessen“) ihren Angriff abbrechen und autonom ein sekundäres Ziel ansteuern kann. Zudem kann sie über einem vorgegebenem Gebiet abstürzen, wenn sie feststellt, dass das Primärziel nicht da ist, wo es sein sollte.

Ebenfalls auf der Messe vorgestellt wurde die sogenannte „Green Dragon“, eine kleinere und günstigere Variante, die speziell zur Unterstützung kleiner Kampftruppen und Spezialeinheiten entwickelt wurde. Sie kann laut Hersteller in Gebieten mit einem Radius von bis zu 40 Kilometern operieren. Sie wird von einem Soldaten ferngesteuert. Eine Technologie namens „abort and go around“ („Abbruch und Durchstarten“) soll „unnötige Kollateralschäden“ oder „fehlerhaftes Anvisieren“ verhindern.

Boas Levi, Vizepräsident von IAI sagte: „IAI führt zwei neue ‚Loitering Munitions‘ ein, die zur Erneuerung, Überarbeitung und Ergänzung unserer bereits erfolgreichen Produktfamilie gedacht sind. Die taktischen Produkte dienen zur Aufbesserung der Möglichkeiten kleiner taktischer Infanterie- und Spezialeinheiten, ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Lösen von Problemen in städtischer Umgebung.“ (jms)

Von: jms

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