Der Spendenstand am Donnerstag um 15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit – bei 662 Unterstützern
Der Spendenstand am Donnerstag um 15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit – bei 662 Unterstützern

Israelische Spendenkampagne für palästinensisches Terror-Opfer

JERUSALEM (inn) – Israelis sammeln Spenden für den palästinensischen Jungen, der seine Familie bei einem Brandanschlag verloren hat. Der Großvater des Vierjährigen reagierte erfreut auf die israelische Hilfsbereitschaft.

Die israelische Organisation „Tag Meir“ wendet sich gegen Hassverbrechen und Rassismus. Aus diesem Grund hat sie am Mittwoch eine Spendenkampagne für Ahmed Dawabscha eröffnet. Der vierjährige Palästinenser hatte bei dem Brandanschlag auf sein Wohnhaus in der Ortschaft Duma beide Eltern und den 18 Monate alten Bruder Ali verloren. Er liegt noch auf einer Intensivstation in Israel, befindet sich aber auf dem Wege der Besserung. Sein Großvater Hussein Dawabscha, ein Fliesenleger, weicht seit dem Anschlag am 31. Juli nicht von der Seite des Enkels.

Hinter dem Mord an den drei Palästinensern stecken vermutlich jüdische Terroristen. Bislang haben die Ermittler keine Berichte über konkrete Fahndungserfolge veröffentlicht. „Der Staat Israel wird die Familie nicht entschädigen, bevor die Mörder gefasst sind“, begründete „Tag Meir“ die Initiative. Leider seien noch keine Verdächtigen festgenommen worden. Solange könnten Ahmed und sein Großvater jedoch nicht warten.

Den Fremdling lieben

Einem Bericht der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zufolge ist die Kampagne mit der Familie Dawabscha abgestimmt. Die Spenden werden in drei zentrale Kanäle geleitet. Einerseits geht es um Ahmeds medizinische Behandlung und Unterstützung für seinen Großvater. Andererseits wollen sich die Israelis um Belange wie die Bildung des Jungen kümmern. Ein dritter Kanal ist für ein neues Wohnhaus und die Unterstützung der Familie bestimmt.

Wer spendet, erhält je nach Summe eine kleinere oder größere Anerkennung. So bietet etwa der Sänger David Broza Sonderkonzerte für Spender an. Hinzu kommen Rundgänge in der Jerusalemer Altstadt, eine Dichterwerkstatt oder ein Besuch im Islam-Museum. Bis zum frühen Donnerstagnachmittag waren bereits mehr als 91.000 Schekel (rund 20.000 Euro) für das Hilfsprojekt eingegangen. Damit war das erste Etappenziel von 80.000 Schekel (18.000 Euro) bereits übertroffen.

Der Vorsitzende von „Tag Meir“, Gadi Gvarjahu, teilte mit, er hoffe auf eine breite Rekrutierung der israelischen Öffentlichkeit. Denn diese werde der Familie Dawabscha und anderen Minderheiten eine Botschaft von Solidarität, Schicksalsgemeinschaft und Mitleid im Geiste der Torah Israels übermitteln. Er zitierte zwei Sätze aus der Hebräischen Bibel: „Und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland“ (3. Mose 19,34) und „Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe“ (Jesaja 57,19)“.

Großvater dankt Unterstützern

Der Großvater des palästinensischen Kindes, Hussein Dawabscha, sagte angesichts der Hilfsbereitschaft: „Das ist eine Gelegenheit, jedem zu danken, der hinter der Spendenkampagne steht. Wir sind stolz auf solche Leute, die uns unterstützen und den Vorfall, der sich ereignet hat, als schwerwiegend ansehen.“ Er fügte an: „Es stimmt, dass die Initiative segensreich ist. Aber das wird uns nicht die Familie zurückbringen, die wir verloren haben. Ich hoffe nur, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen werden.“

Die Gruppe „Tag Meir“ protestiert gegen sogenannte „Preisschild“-Angriffe, bei denen jüdische Extremisten arabisches Eigentum beschädigen. „Preisschild“ heißt auf Hebräisch „Tag Mechir“. (eh)

Von: eh

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