In Hebron hat ein Palästinenser jüdischen Amerikanern in seinem Haus Zuflucht vor einem Mob gewährt.
In Hebron hat ein Palästinenser jüdischen Amerikanern in seinem Haus Zuflucht vor einem Mob gewährt.

Palästinenser rettet jüdische Touristen

HEBRON (inn) – Ein Palästinenser hat fünf amerikanische Juden vor einem Lynchmord bewahrt. Die Jeschiva-Studenten waren versehentlich nach Hebron geraten – und wurden dort mit einem Steinhagel empfangen.

Fajes Abu Hamdia möchte kein Held sein. „Ich habe nur getan, was getan werden musste“, sagt der Palästinenser. Doch sein Einsatz Donnerstagnacht war sehr ungewöhnlich. Als er sah, dass vor seinem Wohnhaus in Hebron fünf amerikanische Juden in Bedrängnis gerieten, gewährte er ihnen Zuflucht. Dabei hielt er sie zu diesem Zeitpunkt für israelische Siedler, wie er der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“ mitteilte.

Die fünf Jeschiva-Studenten wollten die Höhle Machpela mit dem Patriarchengrab besuchen. Auf der Fahrt gerieten sie jedoch versehentlich in das Viertel Dschabel Dschohar in Hebron. Aufgebrachte Palästinenser bewarfen ihr Fahrzeug mit Steinen und Brandbomben. Das Auto fing Feuer. Zwei der Amerikaner erlitten leichte Verletzungen, sie wurden später vor Ort medizinisch versorgt. Einer sagte anschließend der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“, er habe Tefillin, Geld und Pass in dem brennenden Wagen verloren.

„Wir haben keine Probleme mit den Israelis“

Abu Hamdia hatte die Szene vor seinem Haus beobachtet: „Sobald wir sahen, dass draußen ein Aufruhr begann, gelang es meiner Familie und mir, sie hereinzuholen. Dann schlossen wir schnell die Türen. Wir gaben ihnen Wasser zu trinken und versuchten, ihnen mitzuteilen, dass sie sicher waren, aber sie sprachen kein Arabisch“, schilderte er die Situation im Gespräch mit „Yediot Aharonot“. Der Palästinenser alarmierte die zuständigen Sicherheitskräfte.

Nach Abu Hamdias Angaben hielten sich die jüdischen Touristen etwa 40 Minuten in seinem Haus auf, bis israelische Soldaten eintrafen. „Wir sind zuerst einmal alle Menschen“, sagte der Palästinenser. „So sollte sich jeder verhalten. Wir haben keine Probleme mit den Israelis und wollen auch keine haben.“

Die Armeeangehörigen brachten die Amerikaner in Sicherheit. Daraufhin kam es in dem Viertel zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und Soldaten. Verletzt wurde dabei jedoch niemand, schreibt „Ma‘an“. (eh)

Von: eh

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungs- bedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige