Vor zehn Jahren hat sich Israel komplett aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Das Gebiet hätte aufblühen können, wenn bei den Menschen dort ein Umdenken erfolgt wäre.
Vor zehn Jahren hat sich Israel komplett aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Das Gebiet hätte aufblühen können, wenn bei den Menschen dort ein Umdenken erfolgt wäre.

Israel und Gaza

Der Gazastreifen ist wie kaum ein anderer Flecken dieser Erde im Fokus von Kirchen, Hilfsorganisationen und UN-Abteilungen. Dabei gibt es auf dem Globus größere Probleme und Kämpfe mit mehr Blut und Tränen. Doch Politik und Medien mühen sich vor allem um Gaza. Wirkliche Hilfe kann jedoch nur durch ein Umdenken kommen, das dem Terror abschwört.

Der Gazakrieg im Sommer 2014 war über Wochen bestimmendes Thema in den Medien. Nach anfänglichem Verständnis für Israels Reaktionen auf den heftigen Raketenbeschuss wurde rasch – wie üblich – Israel ins Unrecht gesetzt. Fotos zerstörter Wohnblöcke und toter Kinder weckten wieder die alte Israelfeindschaft, die europaweit zu schrillen Hasstiraden führte – für Gaza, gegen Israel.

Ein Blick in die Geschichte:

Minoer und Kreter eroberten etwa 1.400 Jahre vor Christus den Küstenstreifen. Gaza wurde ein östlicher Handelsplatz der Griechen. Die Fremden wurden „Philister“ genannt. Dort hatten sich fünf Städte vereinigt: Gaza, Ekron, Aschdod, Aschkelon und Gath. Als die Israeliten das Land Kanaan einnahmen, scheiterten sie jedoch an den Küstenebenen (Richter 1,19).

Ägypter, Assyrer und Perser kamen und gingen. Danach übernahm Alexander der Große das Gaza-Gebiet. Schließlich waren es die Römer, die im Gazastreifen ihre Handelsstationen und Militärposten errichteten. Karawanenwege stießen hier auf Schiffsrouten übers Meer. Nach den Römern kamen Araber, Kreuzritter und Mamluken. 1517 siegten die Türken. Die vierhundertjährige osmanische Periode endet in den Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Die Nachkriegsordnung des Völkerbundes deklarierte ein „Mandatsgebiet Palästina“. Der heutige Begriff „Gazastreifen“ stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Krieg gegen das neu gegründete Israel 1948 hatten ägyptische Truppen weit über Be‘er Scheva hinaus einen erfolgreichen Feldzug bis an die Stadtgrenze von Jerusalem geführt. Israelische Gegenwehr drängte die Ägypter zurück – bis zum Gazastreifen, der nun zum Begriff wurde. Es war das ägyptisch besetzte Teilstück des ehemaligen Mandates Palästina. Politisch und wirtschaftlich war Gaza das, was der Blick auf die Landkarte zeigt: der Hinterhof Ägyptens.

Die Besatzung änderte sich im Jahr 1967. Im „Sechs-Tage-Krieg“ überrannte Israels Armee das Gebiet. Jahre nach dem „Jom-Kippur-Krieg“ 1973 wurde die ägyptische Friedensinitiative unter Präsident Anwar as-Sadat mit der gestuften Rückgabe des Sinai belohnt und der Kriegszustand zwischen Ägypten und Israel beendet. Am Konfliktfeld Gaza hatten die Ägypter kein Interesse. So blieb die israelische Besatzung bis zum Sommer 2005. Da wurde in einem „Plan der Abkoppelung“ der gesamte Gazastreifen innerhalb weniger Wochen geräumt.

Kampfplatz des Konfliktes

Inzwischen gab es mehrere militärische Konflikte in und um Gaza. Die Machtübernahme durch die Hamas 2007 verschärfte die Lage in der Region und führte zu jenen fünfzig Tagen Krieg im Sommer vor einem Jahr. Israel war überrascht, in welcher Zahl und Größe die Terrortunnel ausgebaut waren. Über welche Mengen an Geld und Waffen wird die Hamas verfügen? Noch in den Stunden vor Inkrafttreten des Waffenstillstandes wurde ein regelrechter Geschosshagel auf Israels Süden gefeuert. Das lässt ahnen: In den Arsenalen lagert noch und vermutlich wieder ausreichend Material für weitere Angriffe.

Seit dem kompletten Abzug Israels aus Gaza sind zehn Jahre vergangen. Zehn Jahre, in denen der Gazastreifen nichts gewonnen, jedoch viel verloren hat. Wie soll es weitergehen? Muss nicht endlich ein neues Denken unter den Palästinensern beginnen? So rufen wir ihnen zu:

Verzehrt eure Kräfte nicht länger in immer neuen Kämpfen und im Terror gegen Israel! Organisiert euer Leben, schafft eine friedliche Zukunft für eure Kinder! Schafft das ganze Kriegsmaterial, die Raketen und Mörser ins Museum. Zeigt so den kommenden Generationen, wie Jahrzehnte im Terror vergeudet wurden. Schaut auf Singapur, jenes Musterland im Fernen Osten, und baut ein Singapur im Nahen Osten. Dieser Ministaat, mit der doppelten Bevölkerungsdichte im Vergleich zu Gaza, ist nur flächenmäßig wenig größer als der Gazastreifen – aber ein wirtschaftlicher Riese. Dann kann in zehn Jahren der Gazastreifen blühen. Die israelische Politikerin Golda Meir hat schon vor mehr als fünfzig Jahren gesagt: „Frieden wird es geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.“ (ep)

Den Artikel „Israel und Ägypten“ finden Sie auch in der Ausgabe 4/2015 des „Israelnetz Magazins“. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915151, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online unter www.israelnetz.com.

Von: Egmond Prill

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