Vorerst festgenommen: Israel hat den meistgesuchten jüdischen Terroristen verhaftet. (Symbolbild)
Vorerst festgenommen: Israel hat den meistgesuchten jüdischen Terroristen verhaftet. (Symbolbild)

Meistgesuchter jüdischer Terrorist verhaftet

SAFED (inn) – Der israelische Inlandsgeheimdienst hat am Montag Meir Ettinger festgenommen. Der Jude soll den Umsturz des Systems geplant haben. Kritiker sprechen von einer Schauverhaftung.

Israel geht gegen jüdischen Terrorismus vor. Der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak hat am Montag Meir Ettinger in dessen Haus in Safed verhaftet. Ettinger galt als meistgesuchter jüdischer Terrorist. Er soll eine „Revolte“ gegen Nichtjuden und gegen den Staat Israel planen. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Ha’aretz“.

Umsturz vor Augen

Wie aus einem 2013 verfassten Manifest des 24-Jährigen hervorgeht, will Ettinger mittels Gewalt die israelische Regierung und die Institutionen des Staates stürzen sowie mit Selbstmordanschlägen gegen Nichtjuden vorgehen. In der darauf folgenden Anarchie würde eine neue Ordnung geschaffen. Der jetzige Staat verhindert laut Ettinger den Bau eines Tempels. „Das hält uns davon ab, umfassende und wahrhaftige Erlösung zu finden.“

Ettinger ist ein Enkel des extremistischen Rabbis Meir Kahane, der 1990 bei einem Attentat in New York getötet wurde. Kahane wollte die israelische Demokratie zugunsten einer Theokratie abschaffen. Dazu gründete er unter anderem die Terror-Organisation „Kach“, die in Israel verboten ist. Den Umsturz des Systems soll Ettinger seit sechs Jahren planen. In dieser Zeit habe er sich fortlaufend radikalisiert und sei zu einer bekannten Figur aufgestiegen, sagt der Schabak. Er sei unter anderem an der Errichtung illegaler Außenposten beteiligt gewesen. Daher sei er bereits sechs Monate in Haft gewesen.

Vorwurf zurückgewiesen

Der Schabak hat auch im vergangenen Jahr versucht, Ettinger in Verwaltungshaft zu nehmen. Generalstaatsanwalt Schai Nitzan gab dem Ersuch aber nicht statt. Dafür erhielt Ettinger Aufenthaltsverbot für Jerusalem und für das Westjordanland. Als Konsequenz zog er in die nordisraelische Stadt Safed. Nach Mutmaßung von „Ha’aretz“ droht ihm nun Verwaltungshaft, je nachdem, ob er mit den Behörden kooperiert.

Konkret werfen Sicherheitskräfte Ettinger vor, als Kopf einer Terrorzelle den Brandanschlag auf die Brotvermehrungskirche in Tabgha geplant zu haben. In einem Blogeintrag vom vergangenen Freitag auf der Seite „Jüdische Stimme“ wies Ettinger die Vorwürfe zurück. „Der Schabak sollte sich andere Leute suchen, die diese Rolle für die Medien spielen.“ Auch sein Anwalt Juwal Semer sagte, dem Inlandsgeheimdienst gehe es mehr um sein Ansehen denn um eine echte Untersuchung.

Israel ist bemüht, nach Gewaltakten durch Juden in den vergangenen Tagen stärker gegen jüdischen Extremismus vorzugehen. Ein ultra-orthodoxer Extremist tötete bei einem Messeranschlag auf eine Schwulenparade in Jerusalem ein Mädchen. Bei einem Brandanschlag auf Palästinenser in einem Dorf bei Nablus verbrannte ein Kleinkind bei lebendigem Leib. Die Regierung hat die Taten verurteilt und die Sicherheitsmaßnahmen verrschärft. Landesweit kam es zu Kundgebungen gegen Hassverbrechen. (df)

Von: df

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus