Alte Inschrift: Archäologen haben einen biblischen Namen auf einer alten Vase entziffert.
Alte Inschrift: Archäologen haben einen biblischen Namen auf einer alten Vase entziffert.

Inschrift aus König Davids Zeit gefunden

JERUSALEM (inn) – Archäologen haben die Inschrift einer 3.000 Jahre alten Vase aus dem Elah-Tal entziffert. Der Fund zeugt von der Verbreitung der frühhebräischen Schrift in dem Gebiet bei Jerusalem.

In der Ruinenstätte Kejafa nahe Beit Schemesch hat der Archäologe Josef Garfinkel erneut eine in Keramik eingeritzte Inschrift aus der Zeit des biblischen Königs David vor 3.000 Jahren gefunden. Die neue Inschrift wurde entdeckt, nachdem ein großer zerschlagener Tontopf wieder zusammengesetzt worden war. In alt-kanaanäischer Schrift steht da „Eschba‘al Ben Bada“, also eindeutig ein Eigenname. Der Name Eschba‘al wurde nur in der Zeit des ersten Tempels benutzt, während der zweite Name auf den Scherben, „Bada“ oder „Beda“, nirgendwo dokumentiert ist.

Problematischer Name

An der Entzifferung der Inschrift beteiligte Forscher erklärten, erstmals den Namen „Eschba‘al“ auf Scherben gefunden zu haben. Bekannt ist er aus der Bibel: In der ersten Hälfte des 10. vorchristlichen Jahrhunderts herrschte ein Eschba‘al, einer der vier Söhne Sauls, über Israel, wie die Bibel in 2. Samuel 3–4 berichtet. Demnach wurde Eschba‘al ermordet und enthauptet. Sein Kopf wurde zu David nach Hebron gebracht.

Die biblischen Autoren hatten wohl Probleme mit dem Namen Eschba‘al, weil er an den kanaanäischen Sturmgott „Ba‘al“ erinnert. Deswegen änderten sie ihn dort in „Eschboschet“, während der Originalname in 1. Chronik 8,33 erhalten geblieben ist. Für solche Namensänderungen gibt es in der Bibel weitere Beispiele, wie Jeruba‘al, der in Jerubeschet umbenannt worden ist.

Speiseregeln im Altertum

Die Ruinen von Kejafa werden mit dem biblischen Schaaraim identifiziert, weil die Stadt zwei Tore hat. Sie wurde in der Zeit des Königs David errichtet, was die Archäologen im Jahr 2008 anhand der Altersbestimmung von Olivenkernen aus der Kasemattenmauer beweisen konnten. So konnten sie auch das Alter der frühesten mit Tinte auf Ton geschriebenen protokanaanäischen Inschrift in hebräischer Sprache bestimmen. Das wiederum bewies, dass Israeliten die Stadt kontrollierten, und nicht die Philister, die rundum Stellungen und Städte auf den Hügeln hatten. Auch die gefundenen Knochen beweisen, dass damals schon die Speiseregeln der Bibel eingehalten wurden, während die Philister Hundesuppen und Schwein gegessen haben.

Kejafa blickt auf das Tal von Elah, wo sich gemäß der Bibel David und Goliath ihren berühmten Kampf geliefert haben. In jüngster Zeit haben Forscher herausgefunden, dass die Philister Drogen verwendet haben, was in Zeitungsberichten zu Überschriften wie „Goliath war zugedröhnt“ führte.

Der Fund weiterer frühhebräischer Inschriften in Jerusalem, Beit Schemesch und Kejafa zeugt von der Verbreitung der Schrift und der Ausweitung des Königreiches Davids. Manche Historiker behaupteten vor Kurzem noch, dass David bestenfalls ein „Dorfkönig“ gewesen sei, dessen „Reich“ allein auf das damals noch winzige „Dorf“ Jerusalem beschränkt war. (uws)

Von: uws

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