FIFA-Präsident Blatter sagte beim Treffen mit Premierminister Netanjahu, er sei auf einer „Friedensmission“.
FIFA-Präsident Blatter sagte beim Treffen mit Premierminister Netanjahu, er sei auf einer „Friedensmission“.

Blatter: „Fußball soll Menschen verbinden“

JERUSALEM (inn) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Dienstag FIFA-Präsident Joseph Blatter in Jerusalem empfangen. Dieser befindet sich nach eigener Aussage auf einer „Friedensmission“, um Israelis und Palästinenser im Fußball zu versöhnen.

Netanjahu lobte Blatters Anliegen, Fußball dürfe nicht politisiert werden: „Sport ist Mittel des guten Willens unter den Ländern.“ Wenn der Fußballsport politisch aufgeladen werde, könne das den Weltverband FIFA zerstören. Der Premierminister bezog sich dabei auf wiederholte Forderungen des Palästinensischen Fußballverbandes, Israel mit Sanktionen zu belegen und von der FIFA auszuschließen.

Blatter erklärte: „Fußball ist heutzutage eine starke Gemeinschaft, sodass wir friedlich miteinander umgehen sollten, anstatt gegeneinander zu kämpfen. Fußball soll Menschen verbinden und sie nicht trennen.“ Der FIFA-Präsident sagte, er sei auf einer „Friedensmission“, um Spannungen zwischen dem israelischen und dem palästinensischen Fußballverband zu lösen. Er hoffe, damit den palästinensischen Versuch, Israel aus dem welweiten Dachverband auszuschließen, zu verhindern. Blatter schlug deshalb ein Friedensspiel in Zürich zwischen Israelis und Palästinensern vor. Der Präsident des Israelischen Fußballverbandes (IFA), Ofer Eini, stimmte dem Vorschlag zu.

Präsident Kamer: IFA hat ihr Bestes gegeben

Sein eigentliches Anliegen, Israelis und Palästinenser auf den Weg der Versöhnung zu führen, habe Blatter bis jetzt aber nicht erreicht, schreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Der Vorsitzende des Palästinensischen Fußballverbands (PFA), Dschibril Radschub, sagte ebenfalls am Dienstag: „Wir werden niemals irgendeinen Kompromiss oder eine Vereinbarung außerhalb des FIFA-Kongresses akzeptieren. Die Israelis denken, sie können die Welt wegen des Holocaust am Gängelband führen. Sie sind die Tyrannen in der Nachbarschaft.“

Die Palästinenser werfen Israel vor, durch Sicherheitsbestimmungen die Bewegungsfreiheit palästinensischer Fußballer einzuschränken. Die Bestimmungen erschwerten es ihnen, an ausländischen Spielen teilzunehmen oder das nötige Equipment zu erhalten. Der israelische Fußballverband erklärte jedoch, er sei nicht verantwortlich für die Sicherheitsbestimmungen seines Landes. IFA-Präsident Rotem Kamer, der ebenfalls an dem Treffen mit Blatter teilnahm, sagte: „Ich glaube, es gibt weltweit keinen Fußballverband, der seiner Regierung vorschreiben kann, wie sie mit Sicherheitsangelegenheiten umgehen soll. Dazu zählt auch der Israelische Fußballverband.“ Der IFA habe sein Bestes getan, um den palästinensischen Fußball zu unterstützen. Viele Angelegenheiten müssten jedoch auf politischer Ebene besprochen werden.

Am Mittwoch traf sich Blatter mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in Ramallah. Im Vorfeld hatte er gehofft, eine schnelle Lösung im Fußballkonflikt zwischen Israelis und Palästinensern zu finden, sagte er. „Ich habe eine Botschaft mit auf den Weg bekommen, die ich im Rahmen meiner Mission morgen dem palästinensischen Fußballverband und palästinensischen Politikern vorlegen werde. Ich bin weiterhin zuversichtlich, dass wir im Vorfeld des FIFA-Kongresses eine Lösung zum Wohle der fußballerischen Entwicklung finden werden.“ Es gelang dem FIFA-Präsidenten jedoch nicht, eine Einigung zu erzielen. Die Palästinenser hielten an der Forderung nach einem Ausschluss Israels aus der FIFA fest, sagte Radschub nach dem Treffen. (sz)

Von: sz

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