Die Pionierin der israelischen Filmarchive, Lia van Leer, ist tot.
Die Pionierin der israelischen Filmarchive, Lia van Leer, ist tot.

Kino-Pionierin Lia van Leer gestorben

JERUSALEM (inn) – Im Alter von 90 Jahren ist am Freitag Lia van Leer in Jerusalem gestorben. Sie war die Gründerin der Cinemathek in Haifa und Jerusalem. Die Todesnachricht bestätigte die heutige Direktorin der Jerusalemer Cinemathek, Noa Regev.

Van Leer wuchs in Rumänien auf und wurde 1940 von ihren Eltern nach Palästina geschickt, um ihre in Tel Aviv lebende Schwester zu besuchen. Sie hat ihre Eltern nie mehr wieder gesehen. Im Juli 1941 haben die Deutschen ihre Heimatstadt Beltsy erobert und neben ihrem Vater auch andere jüdische Gemeindeführer ermordet. Ihre Mutter und Großmutter wurden in ein KZ verschleppt und sind dort gestorben.

Lia heiratete den Ingenieur und Regisseur Wim Van Leer. 1955 gründeten sie in Haifa den ersten israelischen Filmklub. Damals gab es noch kein Fernsehen.

Im Jahr 1973 konnte sie dank der Spende eines brasilianischen Geschäftsmannes, George Ostrovsky, eine Cinemathek im Jerusalemer Hinnomtal – dem biblischen Höllental – zu Füßen der Altstadtmauern errichten. Bürgermeister Teddy Kollek und die Jerusalem-Stiftung sammelten in Hollywood und anderswo weitere Gelder. 1981 wurde die Jerusalemer Cinemathek eröffnet. Van Leer war ihr erster Direktor. Sie hat auch das israelische Filmarchiv gegründet und das Jerusalemer Filmfestival geschaffen. 1995 leitete sie die Jury des 45. „Berlin International Film Festival“.

Für ihr Lebenswerk erhielt van Leer 2004 den “Israel-Preis”, die höchste Auszeichnung Israels.

Regisseure und Freunde der Cinemathek bezeichneten diese unermüdliche und willensstarke Frau als den „treibenden Geist“ hinter der israelischen Filmindustrie. Sie habe entscheidend dafür gesorgt, dass israelische Filme in der Welt verbreitet wurden und gleichzeitig internationale Filme nach Israel gebracht.

Von: Ulrich W. Sahm

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