Generaldirektorin Bokova hat einer palästinensischen Postersammlung den „Weltgedächtnis“-Status versagt.
Generaldirektorin Bokova hat einer palästinensischen Postersammlung den „Weltgedächtnis“-Status versagt.

Palästinensische Poster gehören nicht zu „Weltgedächtnis“

PARIS (inn) – Die Generaldirektorin der UNESCO, Irina Bokova, hat die Aufnahme einer umfangreichen Sammlung palästinensischer Poster in das Weltkulturerbe gestoppt. Einige der Kunstwerke könnten „Hass und Antisemitismus“ schüren, wie die israelische Onlinezeitung „Times of Israel“ exklusiv berichtet.

Die etwa 1.700 Werke umfassende Kollektion zur palästinensischen „Befreiungsbewegung“ war im August von einem internationalen Beratergremium für das „Weltgedächtnis“ akzeptiert worden. Das Programm zum Schutz des Dokumentenerbes soll Archivbestände von „weltweiter Bedeutung und herausragendem universellen Wert“ erhalten, heißt es auf der Internetseite der UNESCO.

In einem Brief an die Vorsitzende des Gremiums habe Bokova laut „Times of Israel“ mitgeteilt, ein Teil der Bilder sei „völlig inakzeptabel“ und laufe den Werten der UNESCO zuwider. Das Thema Besatzung, dargestellt durch Stacheldraht und weiße Tauben, sei zwar universell, die Darstellung von Gewehren und Handgranaten in vielen der Poster preise aber „bewaffneten Widerstand und Terrorismus“ an. In einigen der Grafiken würden zudem palästinensische Selbstmordanschläge glorifiziert. Dazu gehört ein Anschlag auf einen Bus an der israelischen Küstenstraße, bei dem 1978 insgesamt 38 Israelis getötet wurden. Laut „Times of Israel“ ist es das erste Mal, dass eine Nominierung für das „Weltgedächtnis“ blockiert wurde.

UNESCO will Frieden in den Köpfen bauen

In ihrer Funktion als Generalsekretärin der UNESCO werde sie jeden Vorschlag ablehnen, der sich gegen den Anspruch der UN-Bildungsorganisation richte, „Frieden in den Köpfen von Männern und Frauen“ zu bauen, schrieb Bokova weiter.

Wie die „Times of Israel“ weiter berichtet, habe sich Bokova auch an den Vorsitzenden des Jüdischen Weltkongresses, Robert Singer, gewandt. Dieser hatte die UNESCO für die Nominierung der palästinensischen Grafiksammlung kritisiert. Die Organisation müsse sich von derartigen „beleidigenden“ Dokumenten distanzieren, deren Inhalt „Hass und Antisemitismus“ schüren könne, teilte sie ihm schriftlich mit. Singer lobte daraufhin ihren „Mut“.

Die Nominierung war im vergangenen Jahr in der arabischen Welt begrüßt worden. Der Kurator des Palästinensischen Poster-Projekt-Archives, zu dem die vorgeschlagene Auswahl gehört, Dan Walsh, hatte die Hoffnung gehegt, die Aufnahme in das „Weltgedächtnis“ werde das internationale Ansehen der Kunstform mehren. Denn das Genre „Palästinensisches Poster“ sei weltweit einzigartig und ein „häufig übersehener Teil des palästinensischen Kulturerbes“, wie es dazu auf der Internetseite des Archives heißt.

Von: ses

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