Nach dem Krieg im Gazastreifen hatten 43 Reservisten ihren Dienst verweigert.
Nach dem Krieg im Gazastreifen hatten 43 Reservisten ihren Dienst verweigert.

Wegen „Moralverstoß“: Israelische Armee entlässt 43 Reservisten

JERUSALEM (inn) – Das israelische Militär hat 43 Elitesoldaten einer Geheimdiensteinheit entlassen. Diese hatten vergangenen September in einem offenen Brief die „politische Verfolgung“ von Palästinensern kritisiert und infolge dessen ihren Dienst verweigert. Publiziert in den israelischen Medien sorgte das Dokument für öffentliches Aufsehen.

„Aufgrund des Verhaltens der Reservisten, das gegen die Standards und Moralvorstellungen der Israelischen Verteidigungsarmee verstößt, hat der Kommandant der Einheit entschieden, ihren Militärdienst zu beenden“, zitiert die Onlinezeitung „Times of Israel“ aus der Stellungnahme der Armee. Zudem wird den Dienstverweigerern zur Last gelegt, sie hätten ihren Militärdienst ausgenutzt, um politische Standpunkte auszudrücken. Auch aufgrund des ausgelösten „Mediensturmes“ sei der Fall nicht beiseite geschoben worden.

Die Soldaten der „Einheit 8200“ hatten nach dem Gazakrieg im vergangenen Sommer einen Protestbrief an Führungspersönlichkeiten der Armee verfasst. Sie wendeten sich aber nicht direkt an zuständige Personen, sondern ließen ihr Schreiben sofort in der Presse abdrucken. In dem Dokument warfen sie dem Militär fortwährende Kontrolle über „Millionen“ von Palästinensern vor. Diesem System seien sie nicht mehr bereit zu dienen. Der Militärsprecher Motti Almos hatte daraufhin mitgeteilt, es werde eine „scharfe und klare“ Disziplinierung folgen. Andere Soldaten der Geheimdiensteinheit reagierten bestürzt und entschuldigten sich in einem eigenen Brief für das Verhalten ihrer Kollegen.

Die „Einheit 8200“ ist die zentrale Sammelstelle für Geheimdienstinformationen in der israelischen Armee. Sie befasst sich mit jeglicher Form der Signalaufklärung und Cybersicherheit.

Von: gwu

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