Arabisch und Hebräisch im Klassenzimmer: Das wird von der Gruppe "Lehava" nicht gern gesehen.
Arabisch und Hebräisch im Klassenzimmer: Das wird von der Gruppe "Lehava" nicht gern gesehen.

Anschlag auf Schule: Verdächtige diffamierten auch Christen

JERUSALEM (inn) – Nach dem Brandanschlag auf eine zweisprachige Schule hat die Jerusalemer Polizei drei Tatverdächtige festgenommen. Die jungen Israelis fielen bereits in der Vergangenheit durch Gewalttaten auf.

Die mutmaßlichen Brandstifter wurden bereits am Sonntag in Gewahrsam genommen, also acht Tage nach dem Anschlag auf die bilinguale Schule der Organisation „Hand in Hand“. Am Donnerstag gab der Inlandsgeheimdienst Schabak ihre Identität bekannt. Es handelt sich um Jitzhak Gabai (22) sowie zwei Brüder – den 20-jährigen Schlomo und den 18-jährigen Nahman Twito. Sie sind Mitglieder der rechtsextremen Gruppe „Lehava“, die gegen die Assimilierung von Juden und vor allem gegen Mischehen vorgeht.

Wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, haben die drei jungen Israelis den Brandanschlag gestanden. Am Donnerstag seien sie mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht im Gerichtssaal erschienen. Die Schule befindet sich wenige Meter von Gabais Haus entfernt. Am 29. November nach Schabbat-Ausgang begab er sich mit den beiden Brüdern aus der Siedlung Beitar Illit zu der Schule und legte Feuer. Anschließend seien sie weggerannt.

Eltern nehmen Verdächtige in Schutz

Gabai war bereits im Mai festgenommen worden. Während des Israelbesuches von Papst Franziskus schwenkte er Transparente, auf denen er das Christentum schlecht machte. „Die verfluchte christliche Religion ist ein Partner des Mordes an Millionen von Juden“, hieß es dort. „Sie träumen davon, die jüdische Nation auszulöschen. Unreiner Papst, verlassen Sie unsere heilige Nation.“ Zuvor war er im Februar angeklagt worden, weil er einen Schlagring besaß.

Der Vater des 22-Jährigen verteidigte Gabai:„Er ist ein guter Junge, seine Erziehung ist völlig ausgezeichnet.“ Er sei sicher, dass sein Sohn die Tat nicht begangen habe. Gleichzeitig bekundete er Unterstützung für „Lehava“.

Auch die beiden Brüder aus Beitar Illit sind der Polizei nicht unbekannt. Der 20 Jahre alte Schlomo Twito wurde vor ein paar Wochen bei einer Kundgebung festgenommen, deren Teilnehmer nach dem Massaker an fünf Israelis in einer Jerusalemer Synagoge ihren Protest ausdrückten. Dabei habe er einen Polizeibeamten angegriffen und die öffentliche Ordnung gestört. Die Polizei forderte eine Verlängerung der Untersuchungshaft. Doch das Gericht verfügte, dass er fünf Tage lang Jerusalem nicht betreten dürfe.

Dem 18-jährigen Bruder Nahman Twito wiederum wurde vorgeworfen, eine Nonne und einen Priester angespuckt zu haben. Bereits im Mai 2012 wurde er wegen unerlaubten Besitzes eines Messers angeklagt, nachdem er sich an einer bewaffneten Auseinandersetzung beteiligt hatte.

Die Mutter der beiden sagte am Montag, sie hätte die Schule selbst angezündet, wenn es nicht gesetzeswidrig wäre. Juden und Araber sollten nicht in gemischten Klassen lernen. „Wenn wir kein Land hätten, das durch Recht regiert wird, hätte ich dasselbe getan.“

Unterdessen erklärten die beiden Verteidiger der drei Verdächtigen deren Geständnisse für unzulässig. Denn sie seien erzwungen. „Wir haben entdeckt, dass sie ernsthaft misshandelt wurden, mit Schlafentzug und mentalem Druck“, teilten die Anwälte laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ mit.

Von: eh

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus