Ein zum Ort des Geschehens gerufener Krankenwagen der Rettungsorganisation „Magen David Adom“ kam für ein 2-jähriges Mädchen in Dolev zu spät.
Ein zum Ort des Geschehens gerufener Krankenwagen der Rettungsorganisation „Magen David Adom“ kam für ein 2-jähriges Mädchen in Dolev zu spät.

Drei im Auto vergessene Kinder sterben

JERUSALEM (inn) – In den vergangenen zwei Wochen kamen drei israelische Kinder ums Leben, die im Auto vergessen wurden. Seit 2008 gab es mehr als 200 registrierte Vergessens-Fälle, bei denen insgesamt zwölf Kinder starben. Israelische Minister setzen sich nun für ein im Auto installiertes Warnsystem ein.

Erst am Montag starb ein Kleinkind, nachdem es sein Vater in der Siedlung Dolev mehrere Stunden im Auto vergessen hatte, meldet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Das ist der zweite Fall innerhalb von 24 Stunden. Herbeigerufene Rettungskräfte versuchten, das zweijährige Mädchen wiederzubeleben. Bei der Ankunft im Krankenhaus erklärten die Ärzte das Kind jedoch für tot.

In diesem Jahr gab es allein 13 gemeldete Fälle, in denen Kinder im Auto zurückgelassen worden, davon starben vier. Das meldet die Tageszeitung „Ha‘aretz“ unter Berufung auf die Organisation „Safe Kids“.

Minister fordern Warnsysteme in Autos

Das Phänomen nennt sich „Forgotten Baby Syndrom“ (FBS), Syndrom des vergessenen Babys. Solche Vorfälle werden bislang nicht als Autounfall angesehen. Die Vorsitzende des Knessetkomitees für das Recht des Kinder, Orli Levi-Abekassis (Likud-Beiteinu), hat mit der Vorbereitung eines Gesetzes begonnen, welches FBS als Verkehrsunfall definiert. Dies soll Versicherungsunternehmen dazu bringen, seine Kunden zum Installieren eines solchen Warnsystems in Fahrzeugen zu bewegen, in denen Kinder transportiert werden. Wenn ein Kind im Auto vergessen wird, erklinge ein Alarmgeräusch, heißt es beim Internetportal „Arutz Scheva“. Auch die Jesch Atid-Vertreterin Karin Elharar möchte sich um ein neues Gesetz kümmern und sagte laut „Jerusalem Post“: „Die Situation darf keine Minute so weitergehen.“ Verkehrsminister Israel Katz und Premierminister Benjamin Netanjahu hätten entschieden, dass das neue System bei der Steuerermäßigung berücksichtigt werden soll.

Zudem stellte Levi-Abekassis der Knesset vergangene Woche einen Gesetzesentwurf vor, in dem es heißt, dass Mitarbeiter von Kindertagesstätten die Eltern anrufen müssen, wenn das Kind nicht in der Kita ankommt. Der Vater des am Montag verstorbenen Kindes hatte seinen Fehler erst bemerkt, als seine Frau ihn aus der Kita anrief. Sie holte ihr älteres Kind ab und hatte bemerkt, dass die kleinere Tochter nicht in der Kindertagesstätte angekommen war. Daraufhin eilte der Vater zum Wagen und fand das Kind in einem „kritischen Zustand“ vor, schreibt die „Jerusalem Post“. Als die Rettungskräfte ankamen, sei das Mädchen bewusstlos gewesen und habe nicht geatmet.

Körpertemperatur bei Kindern steigt schneller als bei Erwachsenen

Ein Offizier der Polizei von Modi‘in Illit, Avi Hazen, sagte, dass die Behörden sich nicht einig seien, ob sie direkt Ermittlungen gegen den Vater beginnen. Sie hätten entschieden, zu diesem Zeitpunkt die Familie mit ihren Sorgen in Ruhe zu lassen. Hazen sagte laut „Jerusalem Post“: „Wir fordern alle auf, aufmerksam mit ihren Kindern zu sein, jeder soll mehr aufpassen und wenn ein Kind nicht in der Kindertagesstätte ankommt, die Eltern anrufen.“

Laut einer Studie von General Motors im Jahr 2001 würden sich die Temperaturen in einem Auto mit geschlossenem Fenster bei einer Ausgangstemperatur von 35 innerhalb von 20 Minuten auf 50 Grad erhöhen und nach 40 Minuten bei rund 65 Grad liegen, zitiert „Ha‘aretz“. Da ein Kind kleiner ist als ein Erwachsener, steige die Körpertemperatur drei bis fünf Mal so schnell.

Von: ms

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