In einem Bus auf dem Flughafengelände in Burgas hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.
In einem Bus auf dem Flughafengelände in Burgas hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Tote bei Anschlag auf israelische Urlauber in Bulgarien

BURGAS (inn) – Bei einem Anschlag auf israelische Touristen in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Burgas am Mittwochabend sind sechs Menschen getötet worden. Darunter sind fünf Israelis. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt, mindestens zwei von ihnen schwer. In einem Bus hatte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Der Anschlag ereignete sich auf dem Flughafen in Burgas, kurze Zeit nach der Landung eines Flugzeugs aus Tel Aviv. Der Bus war der zweite von vieren, der israelische Touristen vom Flughafen in ihre Hotels bringen sollte. Laut israelischen Angaben sind unter den Opfern viele Jugendliche. Noch in der Nacht zum Donnerstag machte sich ein israelisches Rettungsteam auf den Weg nach Bulgarien. Es soll Verletzte und Tote zurück nach Israel bringen.

Zunächst hatten Sicherheitskräfte angenommen, in einem Gepäckstück in dem Bus sei eine Bombe explodiert. Ermittlungen bulgarischer und israelischer Behörden sowie des FBI und der CIA ergaben jedoch, dass sich ein Selbstmordattentäter in dem Bus in die Luft gesprengt hat. Der Mann wurde als Kaukasier mit langen Haaren beschrieben. Er habe Sportkleidung getragen. Sein Körper habe die meisten Verletzungen aufgewiesen. Dies habe die Behörden zu der Annahme geführt, dass er ein Selbstmordattentäter sein könnte. Bei der Leiche wurde ein offenbar gefälschter US-amerikanischer Pass gefunden. Der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zufolge zeigten Bilder von Überwachungskameras, dass der Mann über eine Stunde auf dem Außengelände auf die israelischen Touristen gewartet hatte.

Israel beschuldigt Iran

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu machte den Iran für den Anschlag verantwortlich. In einer von seinem Büro veröffentlichten Stellungnahme erklärte er: „Alle Spuren führen zum Iran. Erst in den vergangenen Monaten haben wir iranische Versuche gesehen, Israelis in Thailand, Indien, Georgien, Kenia, Zypern und anderen Orten anzugreifen.“ Der Premier kündigte an: „Israel wird hart auf iranischen Terror reagieren.“

Westerwelle „entsetzt“

Der Anschlag wurde von internationaler Seite verurteilt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle reagierte laut der Nachrichtenagentur dpa „entsetzt und bestürzt“ auf die Nachrichten. Er erklärte in Berlin: „Ich verurteile den tödlichen Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien auf das Schärfste. Die Täter müssen gefunden und für diese schreckliche Tat zur Rechenschaft gezogen werden.“

US-Präsident Barack Obama sprach von einem „barbarischen“ Akt. Er bot amerikanische Unterstützung bei den Ermittlungen an und sprach Netanjahu per Telefon sein Beileid aus.

Bulgariens Premierminister Boyko Borissov übermittelte ebenfalls sein Beileid. In einem Telefonat mit Netanjahu sagte er, der Anschlag richte sich nicht nur gegen Israelis, sondern auch gegen Bulgaren. Er sicherte enge Kooperation bei den Untersuchungen zu.

Von: dn

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