GAZA (inn) – Einer der von Israel am meisten gesuchten Hamas-Terroristen, Mohammed Deif, hat am Montag Israel „die Hölle“ versprochen. Im Gespräch mit dem pan-arabischen Fernsehsender Al-Dschasira rief er dazu auf, nach dem Rückzug Israels aus dem Gazastreifen, den jüdischen Staat weiter zu bekämpfen.
Al-Dschasira strahlte eine Dokumentation über den militärischen Flügel der Hamas, die Issadin al-Kassam-Brigaden, aus. Wie die Tageszeitung „Ha´aretz“ berichtet, wurde das Video bereits vor einigen Monaten aufgenommen. Es zeigt die militante Gruppe bei Übungen in Trainingscamps. Auch die Produktion von Waffen und Sprengsätzen und deren Einsatz wurden gefilmt. Zudem wurden ranghohe Vertreter des militärischen Flügels der Hamas interviewt, darunter auch Deif.
Ein Mann mit einem Keffije-Tuch als Kopfbedeckung gibt sich in dem Video als Deif aus. Während des Interviews verbarg er sein Gesicht. Jedoch war seine Augenverletzung zu erkennen. In seiner Botschaft rief er die Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen dazu auf, den bewaffneten Kampf gegen Israel fortzusetzen: „Alles Land, das im Jahr 1948 besetzt wurde, gehört zu Palästina. Es ist unsere Pflicht und Aufgabe, nicht nur die unsere in Palästina, sondern jeder Muslim in der Welt hat eine religiöse Pflicht und Aufgabe, zu kämpfen, um dieses Land zu befreien, weil es islamisches Territorium ist.“
Deif überlebte mehrere gezielte israelische Angriffe auf sein Leben, einschließlich eines Raketenbeschusses auf seinen Wagen, zwei Jahre zuvor in Gaza. Seit 1992 steht der Hamas-Aktivist auf Israels Liste der meistgesuchten Terroristen.
Deif, der als ein Meister des Bombenbaus gilt, ist verantwortlich für mehrere Selbstmordanschläge in Israel in den vergangenen zehn Jahren, bei denen Dutzende Israelis ums Leben kamen. Weiterhin wird er von Israel angeklagt, in den frühen 90er Jahren israelische Soldaten entführt und umgebracht zu haben.
In dem Video sagte Deif, dass seine Organisation eine Entwaffnung ablehnt. Palästinenserchef Mahmud Abbas hatte die Hamas und andere bewaffnete Gruppen dazu aufgerufen, sich nach dem Rückzug Israels aus dem Gazastreifen im vergangenen Jahr zu entwaffnen.
„Wir warnen all jene, die versuchen, die Waffen derer anzutasten, die Gaza befreien: Diese Waffen müssen zur Befreiung unseres besetzten Mutterlandes genutzt werden“, so Deif. „Wir sind ein besiegtes Volk, unseres Landes beraubt. Und wir sind tätig, um das zu erlangen, was uns zusteht.“