Kirschenbom kämpfte unter anderem um den Kibbutz Ramat Rachel

Kirschenbom kämpfte unter anderem um den Kibbutz Ramat Rachel

„Echte Wunder erlebt“

Der gebürtige Jerusalemer Jechiel Kirschenbom erinnert an seinen Einsatz im israelischen Unabhängigkeitskrieg. Exklusiv für Israelnetz erzählt er, wie ein vermeintlicher Witz sein Leben rettete.

In 14. Generation bin ich in Jerusalem geboren. 1948 kam es zur schwersten Schlacht, in der ich mitgekämpft habe. Ich war 20 Jahre alt. Vor dem Krieg gab es drei Untergrundorganisationen im Land; die Hagana war die größte, der Palmach war die stärkste. Ich war bei den Verbrechern, beim Etzel (Irgun). Die haben gegen die Briten gekämpft.

Als die Briten am 15. Mai das Land verließen, wurden wir in den Kibbutz Ramat Rachel geschickt. Vielleicht war es auch ein paar Tage später. Die Ägypter drangen mit ihrer sudanesischen Brigade ins Land ein. Die waren alle schwarz. Sie wollten nach Tel Aviv gehen. Die Brigade bestand aus drei Bataillonen. Eine sollte über Kiriat Gat und Gusch Etzion nach Jerusalem kommen. Aber sie wurde am Kloster Mar Elias gestoppt. Die Legion, die in die Altstadt von Jerusalem einmarschierte, kam mit den Jordaniern von Osten. Es war so ein schwerer Kampf, weil wir beide Bataillone stoppen mussten. Man hat später viel darüber gesprochen.

Wir gewannen, und die Ägypter mussten zurück nach Mar Elias fliehen. Den Wasserturm des Kibbutz hatten sie schon erobert. Als sie auf 20 Meter Entfernung herankamen, eröffneten wir das Feuer. Zwei ihrer Offiziere fielen. Es war eine brutale Schlacht, aber ich habe ein echtes Wunder erlebt. Ich stand an meinem Posten und schaute auf die Legion, die zurück nach Mar Elias kehrte. Plötzlich rief mein Kamerad Motzkin, von seinem 30 Meter entfernt liegenden Posten: „Komm mal her zu mir, ich erzähle dir einen Witz.“ Ich sagte: „Was, mitten im Krieg möchtest du Witze erzählen?“ Er sagte: „Wenn du nicht kommst, um ihn zu hören, wirst du es bereuen. Es ist ein guter Witz. Und die Ägypter sind doch schon über alle Berge.“ Er hat mich unter Druck gesetzt. Also hab ich mein Fernglas zur Seite gelegt und bin zu ihm gegangen.

Als ich bei ihm ankam, schoss die Granate eines T-50-Panzers auf meinen Posten und hinterließ ein riesiges Loch. Von meinem Fernglas war nichts übriggeblieben, alles war zerstört. Wenn ich dort geblieben wäre, wäre ich gestorben. Als wir das sahen, waren wir schockiert. Dann fragte ich ihn: „Was für einen Witz wolltest du denn erzählen?“ Er sagte: „Ich hatte gar keinen Witz parat. Aber mir kam in den Sinn, dich zu mir zu holen.“ Das war eine Eingebung vom Himmel.

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 2/2018 des Israelnetz Magazins. Diese besondere Themenausgabe befasst sich mit dem 70-jährigen Bestehen des Staates Israel. Sie können die Zeitschrift kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915152, via E-Mail an info@israelnetz.com oder online. Gerne können Sie auch mehrere Exemplare zum Weitergeben oder Auslegen anfordern.

Aufgezeichnet von mh

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