Der israelische Regierungschef Netanjahu warnt vor islamistischem und linksextremem Antisemitismus (Archivbild)

Der israelische Regierungschef Netanjahu warnt vor islamistischem und linksextremem Antisemitismus (Archivbild)

Netanjahu: Antizionismus ist der „ultimative Antisemitismus“

Laut einer Umfrage hat jeder dritte Europäer nur geringe Kenntnisse über den Holocaust. Der israelische Regierungschef Netanjahu nimmt die Ergebnisse zum Anlass, vor neuen Formen des Judenhasses zu warnen.

JERUSALEM (inn) – Für den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu ist die Leugnung des Existenzrechtes Israels der „ultimative Antisemitismus“. Das sagte er als Reaktion auf eine Umfrage des Fernsehsenders CNN. Demnach sind 20 Prozent der Europäer der Meinung, Juden hätten weltweit „zu viel Einfluss“ in der Wirtschafts- und Finanzwelt.

Netanjahu warf vor allem radikal-islamischen und linksextremen Strömungen vor, Antisemitismus am Leben zu erhalten. Dieser „neue Antisemitismus“ verbreite Lügen über Israel, „die einzige Demokratie in der gesamten Region, die Gerichte hat, Menschenrechte, Religionsfreiheit, Rechte für Schwule, einfach alle“. Zugleich lobte Netanjahu die Bemühungen der meisten europäischen Regierungen, darunter Deutschlands und Frankreichs, gegen Antisemitismus vorzugehen.

Geringe Kenntnisse über Holocaust

Die Studie selbst nimmt vor allem den traditionellen Antisemitismus in den Blick. Dabei trat auch zutage, dass ein Drittel der Befragten über die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis „nur ein bisschen“ Bescheid wisse.

Die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem teilte mit, es sei beunruhigend, dass „viele fest verwurzelte, hasserfüllte antisemitische Ausdrücke in der europäischen Zivilisation fortbestehen“. Der Leiter der Jewish Agency, Jitzchak Herzog, sagte, Antisemitismus sei eine Krankheit, „die bekämpft werden muss, bevor sie sich ausbreitet“.

Das Internationale Auschwitz-Komitee hat ebenfalls besorgt auf die Ergebnisse der Studie reagiert. „Die europäischen Gesellschaften sollten das Alarmsignal, das die Umfrage aussendet, sehr ernst nehmen“, sagte Christoph Heubner, der Vizepräsident am Mittwoch. „Offensichtlich erodiert das Wissen über den Holocaust in dem Moment, in dem in vielen dieser Gesellschaften antisemitischer Hass und rechtsextreme Wutgesänge vermehrt aufflammen.“

Von: df/dpa

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