Die Demonstranten bekundeten ihre Solidarität mit Jerusalem und dem jüdischen Staat

Die Demonstranten bekundeten ihre Solidarität mit Jerusalem und dem jüdischen Staat

Gegen Antisemitismus in Berlin

Mehrere hundert Menschen haben am Samstagabend an einer Kundgebung gegen Antisemitismus und für Israel teilgenommen. Neben den geladenen Sprechern gab es spontan einen Überraschungsgast aus der Knesset.

BERLIN (inn) – Hunderte Demonstranten haben sich am Samstagabend zu einer Solidaritätskundgebung auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor versammelt. Sie demonstrierten „Gegen Antisemitismus, für Israel und für Jerusalem“. 70 Jahre nach der Staatsgründung Israels, 80 Jahre nach der Reichspogromnacht und in Zeiten wachsenden Hasses sei es Zeit für solch eine Kundgebung, erklärten die Veranstalter. Sie gehen von etwa 700 Teilnehmern aus.

Es gebe einen „wachsenden Bedarf für eine praxisorientierte Ausbildung zur Identifikation und Bekämpfung von Antisemitismus auf exekutiver Ebene sowie eine solide Bildungsarbeit an Schulen bezüglich historischer, religiöser und gesellschaftlicher Aspekte des Antisemitismus sowie der Entwicklung des modernen Staates Israel“. Dies teilten die Veranstalter der Kundgebung in einer Pressemitteilung mit.

Die Redner forderten die Bundesregierung auf, die Beziehungen zum Iran, „dessen Regierung offen zur Auslöschung Israels aufruft“, zu prüfen. Zudem solle sie sich für „Sanktionen zur Eindämmung des iranischen Atomprogramms“ einsetzen.

Arje Scharuz Schalicar, Mitarbeiter im israelischen Ministerium für Nachrichtendienst, war eigens zu diesem Termin aus Israel angereist. Er berichtete von seiner Kindheit in Berlin, während der er mehrfach angefeindet wurde, weil er Jude ist. „Auch heute ist es unsere Aufgabe, gegen Judenhass aufzustehen. Deutschland darf es nicht hinnehmen, dass der Iran sein Atomprogramm ausbaut, um Israel zu vernichten.“

Unverhoffter Einsatz eines israelischen Politikers

Einen freien Abend wollte eigentlich Knessetmitglied Jechiel Bar, stellvertretender Sprecher des israelischen Parlaments, in Berlin verbringen. „Plötzlich sah ich so viele israelische Flaggen unter dem Brandenburger Tor“, erzählte Bar. „Da sagte ich zu meinem Mitarbeiter: Komm, da müssen wir hin.“ Spontan hielt der Oppositionspolitiker von der Zionistischen Union eine Rede: „Vor 80 Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass ich als Jude hier stehe“, sagte er den versammelten Demonstranten. „Mein Großvater ist Holocaustüberlebender aus Polen. Was würde er sagen, wenn er wüsste, dass ich heute nicht nur als Jude, sondern auch als Politiker des jüdischen Staates an diesem historischen Ort eine Rede halte? Zwischen damals und heute gibt es noch einen Unterschied: Heute gibt es einen starken jüdischen Staat, der Juden aus aller Welt eine Heimat bietet. Diese Sicherheit müssen wir erhalten.“

Josias Terschüren, Direktor Öffentlichkeitsarbeit der „Initiative 27. Januar“ und Pressesprecher der Kundgebung, fasste zusammen: „In Zeiten wie diesen sind wir als Zivilgesellschaft gefordert, unseren Standpunkt öffentlich deutlich zu machen und unsere Anliegen zu vertreten. Wir sind dankbar für die guten deutsch-israelischen Beziehungen und möchten gerne unseren Teil dazu beitragen, sie noch besser zu machen. Dazu gehört für uns die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels, die historisch und juristisch begründet und somit legitim und echtem Frieden zuträglich wäre. Daneben fordern wir ausdrücklich die eindeutige Abkehr von der bisherigen wohlwollenden Außen- und Wirtschaftspolitik gegenüber dem Iran, der Israel offen, unverhohlen und existenziell bedroht.“

Terschüren ergänzte, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe die nukleare Bewaffnung des Iran jüngst zu Recht als „reale Gefahr für Israel” bezeichnet, die es zu verhindern gälte. „Da dürfen wir nicht tatenlos danebenstehen und uns am unzulänglichen Atomabkommen festklammern.“

Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle. Aufgerufen hatten die Organisationen „Christen an der Seite Israels“, „Initiative 27. Januar“, die „ICEJ Deutschland“ sowie der „Marsch des Lebens“.

Von: mh

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