Vertreter der beteiligten Organisationen beim Start des Pilotprojektes

Vertreter der beteiligten Organisationen beim Start des Pilotprojektes

Gewalt gegen palästinensische Frauen eliminieren

Gewalt gegen die Frauen ist ein großes Problem in der palästinensischen Gesellschaft. Ein von Kanada unterstütztes Programm soll hier Abhilfe schaffen – mit Unterstützung der Vereinten Nationen.

RAMALLAH (inn) – Die kanadische Regierung unterstützt ein Programm, das Gewalt gegen Frauen im Westjordanland und im Gazastreifen eindämmen soll. Es trägt die Bezeichnung: „HAYA: Gewalt gegen Frauen in der Westbank und im Gazastreifen eliminieren (2018–2022)“. Auch vier Organisationen der Vereinten Nationen beteiligen sich. Am Montag wurde das Projekt in Ramallah eröffnet.

Die Schirmherrschaft hat die palästinensische Frauenministerin Haifa al-Agha übernommen. Sie sagte bei der Feier, palästinensische Frauen hätten in den vergangenen Jahren Meilensteine erreicht, auf die sehr stolz seien. „Das HAYA-Programm ist eine dieser Errungenschaften, die wir hoffentlich weiterführen und stärken können – zum Wohle alle palästinensischer Frauen.“

Die stellvertretende kanadische Ministerin für internationale Entwicklung, Diane Jacovella, sagte, ihre Regierung sei der Gleichheit der Geschlechter verpflichtet. Auch habe Kanada eine lange Geschichte der Unterstützung für das palästinensische Volk. „Die HAYA-Initiative ist ein großartiges Beispiel dafür, wie internationale und örtliche Einrichtungen zusammenarbeiten, um einen dauerhaften Einfluss auf diejenigen zu haben, die von Gewalt betroffen sind“, ergänzte sie.

Bestehende Präventionssysteme reformieren

Eine der beteiligten Partnerorganisationen ist „UN Women“. Deren Repräsentantin Ulziisuren Jamsran dankte der kanadischen Regierung im Namen der UN-Behörden dafür, dass sie sich für Frauenrechte einsetzt. „HAYA hat das Ziel, die Wurzeln der Gewalt anzugehen, indem sie schädliche Praktiken ändert, die tief in der Gesellschaft verwurzelt sind“, fügte sie an. Gleichzeitig wolle die Initiative der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) dabei helfen, bestehende Systeme für Prävention, Schutz und Reaktion gemeinsam mit betroffenen Frauen zu reformieren.

Auch der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) unterstützt das Programm. Hinzu kommen das UN-Zentrum für menschliche Siedlungen, Habitat, und das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Gemäß einer Mitteilung des UNFPA ist das Programm auf fünf Jahre angelegt und umfasst umgerechnet rund 11 Millionen Euro. Der Fokus liegt demnach auf der Änderung von schädlichen Praktiken und Einstellungen, die zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen beitragen. Zielgruppen sind Frauen aus ländlichen Gemeinden, aus der von Israel verwalteten Zone C im Westjordanland und aus Ostjerusalem. Auch Frauen aus Haushalten mit geringem Einkommen sollen Hilfe erfahren.

Weiter heißt es, Überlebende von Gewalt sollten ebenfalls von dem Programm profitieren. Sie würden mehr Zugang zu den nötigen Diensten wie Existenztraining, gerichtliche Dienste, medizinische und psychologische Betreuung oder Zugang zu Schutzräumen erhalten. Ferner soll HAYA der PA helfen, rechtliche und politische Rahmenbedingungen zu entwickeln und umzusetzen, die Rechte von betroffenen Frauen und Mädchen fördern und schützen.

Laut UNFPA handelt es sich um besorgniserregendes Thema in der palästinensischen Gesellschaft. So sind laut Palästinensischem Statistikbüro 30 Prozent der verheirateten Frauen im Westjordanland und 51 Prozent im Gazastreifen bereits Gewalt ausgesetzt gewesen. Weniger als 1 Prozent von ihnen suche nach Unterstützung bei Regierungs- oder zivilgesellschaftlichen Einrichtungen. Dies liege an ihrer Furcht vor Stigmatisierung, sozialer Ausgrenzung oder Repressalien, heißt es weiter.

Von: eh

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