Premiere in Berlin: Erstmals wurde der Schimon-Peres-Preis vergeben (Foto: Israelkongress, Twitter)

Premiere in Berlin: Erstmals wurde der Schimon-Peres-Preis vergeben (Foto: Israelkongress, Twitter)

Gabriel: Deutsch-israelische Freundschaft ist „fast ein Wunder“

Zwei deutsch-israelische Projekte haben am Dienstag den erstmals verliehenen Schimon-Peres-Preis erhalten. Der deutsche Außenminister Gabriel lobt die Beziehungen der beiden Länder.

BERLIN (inn) – Für den deutschen Außenminister Sigmar Gabriel ist es „fast ein Wunder“, dass sich trotz der Verbrechen des Holocaust so enge deutsch-israelische Beziehungen entwickelt haben. Es sei auch für die heutige Zeit ein Beispiel dafür, „dass aus erbitterten Feinden am Ende nicht nur Partner, sondern sogar Freunde werden können“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei der ersten Verleihung des Schimon-Peres-Preises im Jüdischen Museum Berlin.

Der frühere israelische Präsident und Regierungschef Peres hatte 1994 zusammen mit dem damaligen Palästinenserführer Jassir Arafat und dem ehemaligen israelischen Regierungschef Jitzchak Rabin für seine Friedensbemühungen im Nahen Osten den Friedensnobelpreis erhalten. Der nach ihm benannte Preis des Deutsch-Israelischen Zukunftsforums und des Auswärtigen Amts soll die bilateralen Beziehungen fördern.

Angespannte Beziehungen

Die ersten Preisträger sind zwei deutsch-israelische Projekte zur Flüchtlingshilfe (Migration Hub Berlin und Microfy Tel Aviv) und zur Erforschung der Parkinson-Krankheit (Yasmeen Godder Company/Israel und Monica Gillette, Deutschland). Der Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Peres starb im vergangenen Jahr im Alter von 93 Jahren.

Die deutsch-israelischen Beziehungen gelten seit geraumer Zeit als angespannt. Beim Antrittsbesuch Gabriels in Israel kam es im März zu einem Eklat. Premierminister Benjamin Netanjahu ließ sein Treffen mit dem SPD-Politiker in Jerusalem kurzfristig platzen, weil sich Gabriel mit umstrittenen Organisationen wie „Das Schweigen brechen“ traf. Zuvor hatte die Bundesregierung die für Mai geplanten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen offiziell aus Termingründen verschoben. Als eigentlicher Grund gilt aber der Unmut der Bundesregierung über die Siedlungspolitik Israels in den palästinensisch verwalteten Gebieten.

Von: dpa/df

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