Syrische Flüchtlinge im Libanon: Laut einer Studie geben die Vereinten Nationen um ein Vielfaches weniger für sie aus als für palästinensische Migranten

Syrische Flüchtlinge im Libanon: Laut einer Studie geben die Vereinten Nationen um ein Vielfaches weniger für sie aus als für palästinensische Migranten

Palästinensische Flüchtlinge erhalten vier Mal mehr Geld als andere

Die Vereinten Nationen haben zwei Flüchtlingsagenturen – eine für palästinensische Flüchtlinge und eine für die restlichen Betroffenen. Laut einer Erhebung geben die UN vier Mal soviel Geld für Erstere aus wie für andere Flüchtlinge.

HERZLIJA (inn) – Die Vereinten Nationen geben für einen palästinensischen Flüchtling vier Mal mehr aus, als für jeden anderen Flüchtling. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des Abba-Eban-Institutes für internationale Diplomatie am Interdisziplinären Zentrum in Herzlijah.

Ende vergangener Woche veröffentlichte das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) seinen Finanzbericht von 2016. Vergangenes Jahr gab die Organisation umgerechnet rund 206 Euro aus für jeden der 5,3 Millionen Palästinenser, die sie als Flüchtlinge bezeichnet. Dazu gehören auch die Nachkommen derjenigen, die infolge der israelischen Staatsgründung 1948 vertrieben wurden oder abwanderten. Die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Staaten für die restlichen Flüchtlinge weltweit, der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), gibt pro Betroffenem umgerechnet rund 49 Euro aus.

Die Daten zeigen zudem, dass für die UNRWA rund 30.000 Personen arbeiten, während etwa für die World Refugee Agency nur 10.000 Mitarbeiter wirken, schreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Letztere kümmert sich jedoch um eine viel größere Anzahl von Flüchtlingen als die UNRWA.

Der ehemalige israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, leitet das Abba-Eban-Institut. Um die Situation zu verbessern, schlägt er strukturelle Veränderungen vor. Die UNRWA und die UNHCR sollten miteinander verschmelzen. „Die Vereinigung der Budgets und der Arbeitskraft der beiden Organisationen wird zu einer besseren Behandlung der Flüchtlinge führen“, sagt Prosor laut „Yediot Aharonot“. So befänden sich etwa in Jordanien 44 von 233 Kliniken, die Flüchtlinge aus den Bürgerkriegen von Syrien und dem Irak behandeln. Jedoch würden alle benötigt. „Zusätzlich gibt es 25 UNRWA-Kliniken, die syrische Flüchtlinge ignorieren und nur für palästinensische Flüchtlinge sorgen.“

Indem die Ressourcen der beiden Agenturen zusammengenommen würden, ermögliche dies „mehr Qualität und effiziente Unterstützung“. Dieser Weg trägt laut Prosor dazu bei, eine Lösung zu finden für etwas, „was die UN selbst als die schwerste Flüchtlingskrise in der Geschichte definiert haben“. Prosor möchte die Ergebnisse seines Institut den Vereinten Nationen vorlegen.

Von: mab

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