Ein „Nakba“-Graffito in Nazareth

Ein „Nakba“-Graffito in Nazareth

Palästinenser betonen Recht auf Rückkehr

Tausende Palästinenser haben am Montag der Staatsgründungs Israels gedacht, die sie als „Katastrophe“ bezeichnen. Der palästinensische Präsident Abbas sagte, dass er die Forderung nach dem Recht der Palästinenser auf Rückkehr nie fallen lassen würde.

RAMALLAH (inn) – „Nakba“ – übersetzt „Katastophe“ – so nennen viele Palästinenser die Gründung des Staates Israel. Tausende Palästinenser haben sich am Montag versammelt, um den 69. Jahrestag der „Nakba“ zu begehen.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas, die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) und die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO) bestanden in einer veröffentlichten Erklärung darauf, dass die Palästinenser das „Nakba“-Gedenken nicht aufgeben werden, „bevor unsere Rechte anerkannt sind“. So zitiert sie die Internetseite der Medienbeobachtungsdienst „Middle East Monitor“. Diese Anerkennung basiere auf dem Recht auf Rückkehr und der Selbstbestimmung. Gleichzeitig bedeute dies die Gründung eines selbstständigen palästinensischen Staates mit den Grenzen von vor 1967 und Jerusalem als Hauptstadt.

Abbas: Falsche zionistische Erklärung

Abbas erklärte weiter: „Friede ist unsere strategische Wahl, aber nicht um jeden Preis. Wir wollen einen gerechten und umfassenden Frieden auf der Grundlage der internationalen Resolutionen und der Arabischen Friedensinitiative.“ Die Unterdrückung der Palästinenser habe vor 100 Jahren begonnen, als die „falsche zionistische Erzählung begann, die die Existenz unseres Landes verleugnete“. Daran habe sich bis heute nichts geändert.

In Ramallah kamen tausende Palästinenser am Arafat-Denkmal zusammen und marschierten, angeführt von einer Marschkapelle, gemeinsam zum Stadtzentrum. Zahlreiche Personen trugen schwarze und palästinensische Fahnen. Auf einer schwarzen Flagge standen die Worte „Wir werden zurückkehren“, meldet die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA.

Recht auf Rückkehr niemals für politische Lösung kompromittiert

Im Stadtzentrum standen Palästinenser für 69 Sekunden still, als mittags Sirenen erklangen. Anschließend berichteten Sprecher über die „Nakba“-Geschichte und ihre politischen Konsequenzen. Sie versprachen, dass das Recht auf eine Rückkehr niemals für eine politische Lösung kompromittiert werde.

Am Militär-Checkpoint Beit El nahe Ramallah kam es zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitseinheiten. Dabei wurden laut WAFA sieben Palästinenser verletzt. Infolge weiterer Zusammenstöße in Bethlehem wurden mindestens drei Palästinenser ins Krankenhaus gebracht. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma'an“ setzten die israelischen Streitkräfte Tränengas ein, um einen „Nakba“-Marsch zurückzudrängen.

Hintergrund

Während die Palästinenser den Tag der „Nakba“ immer am 15. Mai begehen, erinnern Araber in Israel direkt am israelischen Unabhängigkeitstag daran. Dieser wurde in Israel in diesem Jahr am 2. Mai begangen.

Der „Nakba“-Tag erinnert an die rund 700.000 Araber, die nach der Gründung des jüdischen Staates am 14. Mai 1948 flohen oder vertrieben wurden. Die Palästinenser fordern ein Rückkehrrecht für alle Nachkommen derjenigen, die infolge des Unabhängigkeitskrieges aus Zwang oder freiwillig ihre Häuser verlassen haben.

Vor und während der Gründung des jüdischen Staates wurden zudem rund 900.000 Juden aus arabischen Staaten vertrieben oder flohen. International sind bislang nur die palästinensischen Flüchtlinge anerkannt.

Von: mab

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