Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt sind, sollen künftig mehr Hilfe von der israelischen Regierung erhalten
Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt sind, sollen künftig mehr Hilfe von der israelischen Regierung erhalten

Netanjahu sagt häuslicher Gewalt den Kampf an

JERUSALEM (inn) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat signifikante Schritte gegen häusliche Gewalt angekündigt. „Alle Frauen verdienen es, in Würde und Sicherheit zu leben“, sagte der Regierungschef am Mittwoch anlässlich des „Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“.

Zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“, der am 25. November begangen wird, hat Netanjahu ein Frauenhaus in Jerusalem besucht. Dieses wird von der „Internationalen Zionistischen Frauen-Organisation“ (WIZO) und dem Sozialministerium betrieben. Bei dem Besuch sprach der Premier mit elf Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt waren.

Eine 28-jährige Mutter zweier Töchter berichtete Netanjahu von physischen und psychischen Misshandlungen, unter denen sie jahrelang gelitten habe. „Alle von uns hier haben ein ganzes Leben zurückgelassen – ein Haus, Freunde, Arbeit. Jetzt sind wir gezwungen, ein neues Leben zu beginnen. Das ist nicht leicht und wir brauchen Hilfe“, sagte die Frau, deren Name nur mit „M.“ angegeben wurde.

Netanjahu dankte den Frauen für ihre Offenheit. Er sicherte ihnen die Hilfe der Regierung zu. „Wir werden die volle Kraft des Gesetzes gegen Kriminelle anwenden. Ich denke, eine Situation, in der Menschen dauerhaft in Angst und Sorge leben, ist so, als würde man ständig Schläge mit einem Hammer bekommen“, sagte der Regierungschef laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Er wies die Ministerin für Soziale Gleichheit, Gila Gamliel, an, Wege zu prüfen, damit Frauen, die ihre Häuser verlassen mussten, Polizeischutz erhalten, um in ihre Wohnungen zurückzukehren und persönliche Gegenstände zu holen. Zudem sollten in Schutzhäusern lebende Frauen stärker finanziell unterstützt werden.

Mehrheit der Jungen versteht „Eifersucht“ als Liebe

Der Generaldirektor des Sozialministeriums, Elieser Jablon, betonte, das Thema häusliche Gewalt nehme auf der Agenda seines Ministeriums einen zentralen Platz ein. Netanjahu habe bereits einem Antrag von Sozialminister Haim Katz stattgegeben, das Budget für den Kampf gegen häusliche Gewalt für das kommende Jahr um 20 Prozent zu erhöhen.

Die israelische Organisation für „Angestellte und ehrenamtlich arbeitende Frauen“ („Na‘amat“) hat anlässlich des „Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ eine Umfrage durchgeführt. Demnach haben 62 Prozent der Jugendlichen in ihrem engsten Kreis Gewalt zwischen Paaren erlebt. 8 Prozent der Jugendlichen wurden selbst in einer eigenen Beziehung Opfer von Gewalt.

Für die Umfrage wurden Anfang November 400 jüdische Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren befragt. 68 Prozent der Jungen verstehen „Eifersucht“ als ein Zeichen von Liebe. 57 Prozent der Mädchen lehnten diese Aussage ab. Ein Drittel der Jungen gab an, es würde sie stören, wenn ihre Freundin mit Männern befreundet sei. (dn)

Von: dn

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus