Briefe von C. G. Jung in Jerusalem versteigert

Ein Jerusalemer Auktionshaus bietet Briefe und Fotos des Psychoanalytikers Jung zum Verkauf. In den Briefen analysiert er auch Träume einer Kollegin.
Von dpa

Foto: Kedem

Die Briefe waren an eine Schülerin des Psychoanalytikers gerichtet

JERUSALEM (inn) – Bei einer Auktion in Jerusalem sind 62 Briefe des Schweizer Psychoanalytikers Carl Gustav Jung für 50.000 US-Dollar (umgerechnet knapp 46.600 Euro) versteigert worden. Der Startpreis für die Sammlung aus den Jahren 1940 bis 1960 hatte am Dienstagabend bei umgerechnet knapp 14.000 Euro (15.000 US-Dollar) gelegen, wie das Auktionshaus Kedem mitteilte.

Die bislang unveröffentlichten Briefe von Jung (1875–1961) seien an seine Schülerin und Freundin Rivkah Schärf Kluger adressiert und größtenteils handgeschrieben gewesen. Neben beruflichem und privatem Austausch, analysiere Jung darin auch immer mal wieder die Träume seiner Kollegin. Sie forschte unter anderem zum Gilgamesch-Epos. Von 1969 bis zu ihrem Tod im Jahr 1987 lebte sie in der israelischen Stadt Haifa.

Neben den Briefen umfasst die Sammlung auch 41 Fotografien von Jung. „Diese einzigartige Sammlung beleuchtet verschiedene Aspekte von Jungs Leben und Philosophie“, teilte das Auktionshaus vor der Versteigerung mit.

Der Psychiater und Philosoph Carl Gustav Jung – oft kurz C. G. Jung – war zunächst ein Anhänger von Sigmund Freud (1856–1939). Er kehrte dessen Lehre aber später den Rücken und begründete die analytische Psychologie. Er entwickelte unter anderem die psychologische Typenlehre, die zwischen extrovertierten und introvertierten Menschen unterscheidet, und führte den Begriff „Komplex“ ein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen