Wirtschaft | 29.03.2012

"Erdgas-Exporte zuerst an arabische Nachbarn"

ATHEN / JERUSALEM / NIKOSIA (inn) - Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer verbinden Griechenland, Israel und Zypern: Nach ihrer Entdeckung suchen die drei Länder nach Wegen, bei der Ausbeutung zusammenzuarbeiten. Erdgas-Exporte sollen laut des israelischen Energie- und Wasserministers Usi Landau als erstes an arabische Nachbarn gehen.

Die drei Mittelmeerstaaten wollen prüfen, wie Erdgas nach Europa geleitet werden kann. Dies gaben am Mittwoch Minister der drei Staaten in Athen bekannt.

Zudem könne der Export des Erdgases an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) und nach Jordanien dazu beitragen, die Beziehungen untereinander auf einer breiteren Ebene zu stärken, meint Landau. Laut der Tageszeitung "Jerusalem Post" sagte der Minister: "Natürlich, der direkte Export des Erdgases wird an unsere Nachbarn, die Palästinenser und Jordanier, gehen. Ich glaube, dass die Verbindung ein wichtiger Schritt ist, um Vertrauen und Frieden in dieser Region aufzubauen."

Vor der Küste Israels und südlich Zyperns waren in den vergangenen Jahren Erdgasfelder nachgewiesen worden. Das hatte zu Spannungen zwischen Zypern und der Türkei geführt. Zypern ist seit 1974 geteilt. Der griechisch geprägte Süden gehört heute zur EU, der mit türkischer Militärhilfe geschaffene Staat Nordzypern wird von der EU nicht anerkannt. Ohne Lösung der Zypernfrage will Ankara nicht, dass in der Wirtschaftszone südlich der Insel nach Erdgas gesucht wird.

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