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 Wissenschaft | 26.07.10

Kolloquium scheitert an Israel-Boykott

AIX-EN-PROVENCE (inn) - Eine französische Hochschule hat ein internationales Literatursymposium abgesagt, weil arabische Teilnehmer gegen eine israelische Autorin protestierten. Das Kolloquium sollte im März 2011 an der Universität Aix-en-Provence abgehalten werden.

Zu den vorgesehenen Gästen gehörte auch die israelische Schriftstellerin Esther Orner. Daraufhin wollten ägyptische und palästinensische Teilnehmer die Veranstaltung boykottieren. Als Reaktion sagten die Organisatoren das Symposium ab. Es sollte unter dem Thema stehen: "Heute in der Mittelmeerregion schreiben: Austausch und Spannungen".

 

Universitätspräsident Jean-Paul Caverni kritisierte die Araber: "Jeder Akademiker, der es zur Bedingung für seine Teilnahme an einem Symposium macht, dass ein anderer Akademiker nicht teilnimmt, verfälscht den Geist der Universität und schließt sich dadurch aus." Man könne kein Kolloquium mit jemandem veranstalten, der einen Dialog ausschließe, wurde er auf der Webseite der Universität zitiert.

 

Organisator Jean-Raymond Fanlo sprach sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP gegen den Boykott aus. Sie hätten die Veranstaltung retten wollen und bedauerten die Wendung. "Unser Kolloquium war nicht politisch. Man hat nicht ermessen, wie die Dinge gedeutet werden konnten."

 

Die israelische Autorin Orner betonte gegenüber der französischen Wochenzeitung "Le Point": "Ich nehme das nicht persönlich und habe akzeptiert, dass das ohne mich stattfindet. Aber es ist das zweite Mal, dass ich boykottiert werde, es wird allmählich Routine... Ich sollte vielleicht hinzufügen, dass ich teilweise schockiert bin, weil Ausländer einer französischen Universität vorschreiben, was sie zu tun hat."


Von: E. Hausen





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