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 Nachrichten | 06.08.11

"Die Kluft zwischen dem Westen und Israel wird größer"

BAD BLANKENBURG (inn) - Europa und die USA sind in den letzten Jahren ein Stück von Israel abgerückt. Das sagte Egmond Prill, Leiter des Arbeitszweiges Israel im Christlichen Medienverbund KEP, bei einem Vortrag auf der 116. Konferenz der Deutschen Evangelischen Allianz.

"Besonders zwischen den USA und Israel ist der politische Abstand größer geworden", erklärte Prill bei seinem Vortrag zum Thema "Brennpunkt Nahost". Die Israelis würden von der derzeitigen amerikanischen Regierung nicht viel erwarten. "In Israel habe ich den Satz gehört: 'Wir werden Barack Hussein Obamas Friedensnobelpreis mit unserer Sicherheit bezahlen'", berichtete der Journalist und Theologe. Obama sei ein Zugehen auf die islamische Welt sehr wichtig, wie man bei seiner berühmten Rede von Kairo gemerkt habe. Auch von Europa sei in den letzten Jahren ein langsames strategisches Abrücken von Israel zu beobachten.

Für den für September geplanten Versuch der Palästinenser, bei den Vereinten Nationen die Anerkennung eines eigenen Staates zu erreichen, sieht Prill nur begrenzte Chancen. "Die USA werden ganz sicher nicht dafür stimmen, die EU zu großen Teilen auch nicht". Derzeit seien die westlichen Staaten auf diplomatischem Wege bemüht, die Palästinenser von ihrem Vorhaben abzubringen.

Vielseitige Herausforderungen für Israel

Neben diesen diplomatischen Angelegenheiten und der angespannten Sicherheitslage seien der Wassermangel und der Bevölkerungswandel die größten Probleme Israels. Für die Demokratie des Staates sei es eine bedenkenswerte Entwicklung, dass arabische Israelis mehr Kinder bekämen als jüdische. Zudem sei beim jüdischen Bevölkerungsteil eine zunehmende Säkularisierung zu beobachten – für einen "jüdischen Staat" seien diese Faktoren nicht zu vernachlässigen.  

Die Allianzkonferenz findet seit 125 Jahren und zum 116. Mal in Bad Blankenburg statt. Die Deutsche Evangelische Allianz ist ein breiter Kreis von Christen aus evangelischen Landes- und Freikirchen, der innerkirchlichen Gemeinschaftsbewegung sowie mehreren Jugend-, Gemeinde- und Missionswerken.

Mehr von Egmond Prill lesen Sie in der kommenden Ausgabe 4/2011 des IsraelReport, der unter 06441-915-151 oder unter info@kep.de kostenlos angefordert werden kann.


Von: M. Breckner





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