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 Außenpolitik | 01.02.12

Westerwelle verspricht Finanzierung für Holocaustgedenkstätte

JERUSALEM (inn) - Deutschland hat der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem erstmals langfristige finanzielle Hilfe zugesichert. Zehn Millionen Euro sollen im nächsten Jahrzehnt für die Archivierung und Erschließung von Dokumenten sowie für pädagogische Zwecke verwendet werden.

"Wir finanzieren hier ein Programm gegen das Vergessen", sagte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle am Mittwoch bei der Unterzeichnung des Finanzierungsabkommens in Jerusalem. Die Förderung der Gedenkstätte sei ein klares Bekenntnis Deutschlands zur Freundschaft mit Israel. "Das dunkelste Kapitel unserer deutschen Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten."

Westerwelle traf in Yad Vashem auch drei Überlebende des Holocaust. Die 80-jährige Vera Dotan, die im Holocaust ihre Familie verlor, Auschwitz aber selbst überlebte, dankte dem Minister für die Förderung. "Wenn es aus Deutschland kommt, hat es vielleicht noch mehr Wert", sagte die aus Budapest stammende Frau.

Lieberman dankt Westerwelle

Im Mittelpunkt der politischen Gespräche Westerwelles in Israel und den Palästinensergebieten stehen der stockende Nahost-Konflikt und der Atomstreit mit dem Iran. Am Dienstagabend traf sich Westerwelle mit dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman, der Deutschland eine wichtige Rolle im Nahen Osten beimaß. "Die Position Ihres Landes ist entscheidend für die Zukunft dieser Region", sagte er zu Westerwelle. Er hoffe, dass es irgendwann einmal einen vereinigten Nahen Osten geben werde, so wie es heute schon ein vereinigtes Europa gebe.

Lieberman bedankte sich beim Bundesaußenminister für die Verschärfung der EU-Sanktionen gegen den Iran. Westerwelle versicherte, dass Deutschland seinen Kurs gegen das iranische Atomprogramm beibehalten werde. "Die Sicherheitsarchitektur der ganzen Welt könnte durch dieses Programm erschüttert werden", sagte er.

Hintergrund

Yad Vashem ist "die Behörde zur Verewigung des Andenkens an die Märtyrer und Helden" in Jerusalem, die den sechs Millionen Juden, die während des Holocaust ermordet wurden, "ein Denkmal und einen Namen" - Yad Vashem - gibt. Sie ist Erinnerungsstätte, Dokumentations- und Forschungszentrum. Yad Vashem hat auch die Aufgabe, an diejenigen Nicht-Juden zu erinnern, die ihr Leben riskierten, um Juden während des Holocaust zu retten. Dies geschieht mit dem Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern". Die Geehrten - oder ihre Nachkommen - erhalten eine Medaille und Urkunde und der Name der "Gerechten" wird auf der Memorial-Wall im "Garten der Gerechten" in Yad Vashem verewigt. Bis heute haben mehr als 23.700 Frauen und Männer aus 45 Ländern diesen Ehrentitel erhalten. Unter den Geehrten sind rund 500 Deutsche.


Von: M. Schubert / dpa





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