Sport | 23.07.2012

Im olympischen Dorf: Das IOC hat am Montag überraschend der 1972 ermordeten israelischen Athleten gedacht.
Foto: EG Focus, Wikipedia | CC-BY 2.0
Die elf Athleten dürften nicht vergessen werden, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge, der am Montag im olympischen Dorf an einer offiziellen Schweigeminute für die von Palästinensern ermordeten israelischen Sportler teilnahm. „Sie kamen nach München in der Hoffnung auf Frieden und Solidarität. Wir schulden es den Athleten, diese Hoffnung weiterleben zu lassen.“ Neben dem Belgier waren auch Olympia-Organisationschef Sebastian Coe, der Londoner Bürgermeister Boris Johnson sowie zahlreiche IOC-Spitzenfunktionäre anwesend.
„Das ist tatsächlich das erste Mal, dass es im olympischen Dorf geschehen ist. Ich könnte hier nicht über Frieden und Sport sprechen, ohne daran zu erinnern, was vor 40 Jahren passiert ist“, sagte Rogge. Es sei nicht Ziel der Zeremonie gewesen, die Forderung nach einer Schweigeminute während der Eröffnungsfeier zu unterdrücken.
Jüdische Organisationen und israelische Vertreter hatten in den vergangenen Wochen mehrmals um eine Gedenkminute während der Eröffnungsfeier am Freitag gebeten. Diese Bitte hatte das IOC abgelehnt (Israelnetz berichtete). Sport habe zwar die Fähigkeit, Menschen zu vereinen, könne aber nicht sämtliche Sorgen der Welt lösen, erklärte der IOC-Präsident. „Der Anschlag vor 40 Jahren erinnert uns daran, dass Sport nicht immun ist.“ Die Würdigung am Montag sei eine spontane Aktion gewesen. Ferner will das IOC in Rücksprache mit dem Nationalen Olympischen Komitee Israels am 6. August in den Londoner Guidehalls eine Gedenkfeier abhalten.
Am 5. September 1972 hatte ein palästinensisches Terrorkommando im olympischen Dorf in München die israelische Olympia-Mannschaft überfallen. Bei einem Befreiungsversuch waren elf Sportler und ein deutscher Polizist ums Leben gekommen.
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