Sicherheit | 26.08.2016

iPhone 4: George Orwells Überwachungs-Dystopie rückt näher

iPhone 4: George Orwells Überwachungs-Dystopie rückt näher
Foto: Witer, flickr | CC BY-NC-SA 2.0

Israelischer „Pegasus“ soll iPhone geknackt haben

Ein Klick auf den falsche Link reicht: Das Spionageprogramm „Pegasus“ soll in neue Überwachungsregionen vorstoßen. Die US-Firma „Apple“ aktualisiert zum Schutz das eigene Betriebssystem. Israelis sollen „Pegasus“ kreiert haben.

CUPERTINO / HERZLIJA (inn) – Die amerikanische Firma „Apple“ hat das Betriebssystem des iPhones wegen einer offen gelegten Sicherheitslücke weltweit aktualisieren müssen. Das berichtet der israelische Rundfunk. Ein missglückter Hacker-Angriff auf das Smartphone eines arabischen Regimekritikers mit einem Spionageprogramm einer israelischen Firma soll der Anlass gewesen sein.

Experten der Sicherheitsfirma „Lookout“ und der Internetüberwachungsgruppe „Citizen Lab“, die beide in Toronto beheimatet sind, vermuten die israelische Firma „NSO Group“ hinter dem bislang unbekannten Spionageprogramm. Einer der Experten beschrieb das jetzt unter dem Codenamen „Pegasus“ bekannt gewordene Produkt als „am weitesten entwickelte Spionageprogramm, das bislang im Markt aufgetaucht ist“.

Die veröffentlichten Expertenberichte zeigen, wie mit Hilfe des Programms Hacker die vollständige Kontrolle über Smartphones gewinnen können: Anrufe können damit abgehört, Nachrichten abgefangen sowie Kameras und Mikrofone aktiviert werden. Persönliche Daten sollen gelöscht, Anrufe zurückverfolgt und Passwörter eingesammelt werden. „Es reicht lediglich ein Klick auf den falschen Link, um das Programm zu aktivieren“, sagte der „Lookout“-Experte Mike Murray.

Arabischer Menschenrechtsaktivist stößt auf „Pegasus“

„Apple“ hat mitgeteilt, die Sicherheitslücke sofort geschlossen zu haben, als das Unternehmen von der Anfälligkeit ihres Systems erfahren hat. Der Menschenrechtsaktivist Ahmed Mansoor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte die Überwachungsfirma „Citizen Lab“ als erster auf die Sicherheitslücke aufmerksam gemacht.

Anlass war eine ungewöhnliche Textnachricht, die Mansoor am 10. August erhalten hatte. Die Nachricht versprach dem Menschenrechtsaktivisten detaillierte Informationen über Folterungen in arabischen Gefängnissen. Angehängt war ein verdächtiger Link. Da Mansoor bereits eigene Erfahrungen mit Abhöraktionen gegen sich gesammelt hatte, meldete er sich bei „Citizen Lab“.

„NSO Group“-Gründer waren bei israelischer NSA

In einer Stellungnahme stritt die israelische Firma „NSO Group“ ab, dass es sich um deren Spionageprogramm gehandelt habe. Der Aufgabenbereich der Firma fokussiere sich auf die „Versorgung von autorisierten Regierungen mit Technologie, die im Kampf gegen Terror und Verbrechen helfen soll“. Ansonsten wollte die Firma die aktuelle Entwicklung nicht weiter kommentieren.

Die „NSO Group“ ist 2010 von Omri Lavie und Schalev Hulio in der Stadt Herzlija, nördlich von Tel Aviv , gegründet worden. Beide Mitbegründer haben davor für die Elite-Geheimdienstabteilung der israelischen Militärs, Einheit 8200, gearbeitet. Die Einheit ist vergleichbar mit dem US-Geheimdienst NSA. Vor zwei Jahren kaufte die in San Francisco ansässige Firma „Francisco Partners Management LLC“ für umgerechnet 106 Millionen Euro die „NSO Group“. Ein Büro blieb aber in Israel erhalten. (mm)

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