updatedSicherheit | 19.09.2016

Tatwaffe: Mit diesem Messer griff ein Palästinenser Israelis in Hebron an

Tatwaffe: Mit diesem Messer griff ein Palästinenser Israelis in Hebron an
Foto: IDF

Israel verstärkt Sicherheitsaufgebot

Am Wochenende hat Israel sechs Terrorangriffe erlebt, zwei weitere folgten am Montag. Die israelische Regierung erwartet eine „heikle Phase“ und verschärft daher die Sicherheitsmaßnahmen.

JERUSALEM (inn) – Israel verstärkt vor den anstehenden Feiertagen zum Beginn des jüdischen Jahres das Aufgebot von Polizei und Armee. Das hat Premier Benjamin Netanjahu am Sonntag in der wöchentlichen Kabinettssitzung angekündigt. Der Schritt erfolgt nach insgesamt sechs Terrorangriffen am Wochenende. Am Montag kamen zwei weitere hinzu. Das sind mehr Terroranschläge als während des gesamten Monats August.

In dem jüngsten Vorfall am Mittag versuchten zwei Palästinenser in Hebron am Grab der Patriarchen, israelische Grenzpolizisten mit dem Messer anzugreifen. Die Polizisten schossen auf die Angreifer und töteten zunächst einen von ihnen. Dessen Komplize starb wenige Stunden später an seinen Verletzungen. Kein israelischer Soldat wurde verwundet.

Bereits am Montagmorgen stach zwischen dem Herodestor und dem Damaskustor an der Jerusalemer Altstadt ein 20-Jähriger aus Ostjerusalem von hinten auf zwei Grenzpolizisten ein. Diese erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Der Angreifer wurde angeschossen.

Weitere Messerangriffe erfolgten am Sonntagmorgen in der Siedlung Efrat, am Samstag in Hebron sowie am Freitag in Hebron und in Jerusalem. Hinzu kam am Freitag ein Autoangriff von zwei Palästinensern, bei dem drei israelische Teenager leichte Verletzungen erlitten. In der Siedlung Ma‘aleh Adumim verletzten Palästinenser einen Busfahrer mit Steinwürfen. Bei den Anschlägen wurden insgesamt neun Israelis zum Teil schwer verwundet und sechs Angreifer getötet.

Angreifer aus Jordanien

Eine Besonderheit wies der Messerangriff vom Freitag in Jerusalem auf: Der Angreifer entpuppte sich als Jordanier. Er kam am Damakustor mit Messern in beiden Händen auf zwei israelische Sicherheitsbeamte zu, diese erschossen ihn. Jordanien verurteilte die Tötung als „barbarischen Akt“; der Getötete sei lediglich ein Tourist gewesen. Zum Beweis des Angriffs sandte Israel der jordanischen Regierung Videoaufnahmen zu.

Den Ermittlungen der Polizei zufolge war der Jordanier am Donnerstag nach Jerusalem gekommen und übernachtete in einer Jugendherberge in der Altstadt. Am Freitag ging er zum Gebet auf den Tempelberg. Die Messer kaufte er an einem Stand im muslimischen Viertel der Altstadt. Bei dem Angriff soll er „Allahu akbar“ gerufen haben, berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Die Angriffe kommen für viele Israelis nach einer dreiwöchigen Ruhephase überraschend. Die kommende Zeit bezeichnete Netanjahu allerdings als „heikle Phase“. Am 2. Oktober beginnt das jüdische Neujahr, wenige Tage später folgt mit Jom Kippur der höchste jüdische Feiertag. Noch vor Ende des Monats Oktober feiern die Israelis das Laubhüttenfest sowie „Simchat Torah“. (df)

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Goggle+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 900 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. . Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus
Anzeigen