updatedSicherheit | 25.11.2016

In der Nacht zum Freitag kämpfte die Feuerwehr gegen Brände in Beit Me'ir

In der Nacht zum Freitag kämpfte die Feuerwehr gegen Brände in Beit Me'ir
Foto: Jerusalem Fire & Rescue

Israel kämpft weiter gegen die Großbrände

Während Israel weiterhin gegen die Großbrände ankämpft, verbreiten soziale Netzwerke der arabischen Welt Häme und Schadenfreude. Aus den USA kommt das größte Löschflugzeug der Welt Israel zur Hilfe.

HAIFA / JERUSALEM (inn) – Die Lage in Israel bleibt angesichts der Großbrände weiterhin kritisch. Allen Bewohner Haifas wurde es am Freitagnachmittag zwar erlaubt, in ihre Häuser zurückzukehren. In den Stadtteilen Romema und Ramat Eschkol haben trockene Winde jedoch noch am Vormittag die Feuer weiter entfacht; inzwischen seien diese unter Kontrolle.

Neben einigen Ortschaften in Nordisrael, etwa in Haraschim, ist weiterhin auch das Gebiet um Jerusalem betroffen. Am Freitagvormittag bemühten sich Feuerwehrleute im Gebiet Scha‘ar HaGai westlich von Jerusalem, das Feuer nicht auf die Landstraße 1 und auf die dortigen Tankstellen übergreifen zu lassen. In dem Moschav Beit Me‘ir in den Jerusalemer Bergen zerstörten die Brände zehn Wohnhäuser. In diesem Zusammenhang nahmen die Behörden zwei Verdächtige wegen Brandstiftung fest. Anwohner räumten ihre Wohnungen; laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ befinden sich darunter auch Bewohner aus Haifa, die wegen der Brände geflohen und in Beit Me‘ir in Gasthäusern untergekommen sind.

Netanjahu: Brandstiftung ist Terrorismus

Derzeit verhört die Polizei 14 Verdächtige, die Brände gelegt oder zu Brandstiftung angestiftet haben sollen: Neben den Verdächtigen von Beit Me‘ir verhafteteten die Behörden einen 24-Jährigen aus dem südisraelischen Rahat, der wohl auf Facebook gehetzt hat. Auf seinem Konto war zu lesen, dass einige Waldregionen vom Feuer noch unberührt seien; es sei nun „zu tun, was getan werden muss“. Drei weitere Verhaftete stehen im Verdacht, Brände in Haifa gelegt zu haben; diese drei halten sich illegal in Israel auf. Bei weiteren Verdächtigen aus der Region Galiliäa wurden Zündvorrichtungen sichergestellt.

Angesichts dieser Entwicklung reden manche israelische Medien bereits von einer „Feuer-Intifada“. Mehrere Minister, allen voran Premier Benjamin Netanjahu, haben am Donnerstag die Brandstifter „Terroristen“ genannt; diese würden entsprechend strafverfolgt werden. Israels Polizeichef Roni Alscheich betonte, es handele sich wohl nicht um koordinierte Brandlegung; vielmehr würden einige die „Gunst der Stunde“ nutzen. Eine Sonderkommission der Polizei wurde eingerichtet um der Frage nachzugehen, inwiefern bei den Brandstiftungen nationalistische Motive vorliegen.

Häme aus der arabischen Welt

Die verheerenden Brände haben in der arabischen Welt für Häme gesorgt. Unter Hashtags wie #IsraelBrennt drückten einige ihren Wunsch aus, die Feuer mögen auf kritische Infrastruktur wie Armeebasen übergreifen. Ein Vertreter der Hamas , Issat al-Rischek, sieht in dem Feuer eine Strafe Allahs für das geplante Verbot von Muezzin-Rufen am Morgen. Ein Twitterer wünschte sich laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“, dass die Löschflugzeuge Benzin statt Löschwasser verschütten: „Ich will den Geruch von zionistischem Barbecue riechen.“ Bildungsminister Naftali Bennett erwiderte auf derlei Kommentare via Twitter, so etwas könnten nur diejenigen schreiben, denen das Land nicht gehöre.

Internationale Hilfe

Unterdessen sind mehrere Löschflugzeuge mit Löschwasser nach Israel unterwegs oder bereits eingetroffen. Aus Colorado Springs in den USA kommt das größte Löschflugzeug der Welt, der „Boeing 747 Supertanker“ des Unternehmens „Global SuperTanker“. Es kann 74 Tonnen Löschwasser an Bord nehmen. Das Flugzeug war bereits 2010 bei den Bränden im Karmel-Gebirge im Einsatz. Netanjahu erklärte die Notwendigkeit der Maßnahme: Die bislang eingesetzten Löschflugzeuge könnten nicht in der Nacht operieren – dies könne nur der Supertanker.

Neben Russland, Großbritannien, Italien, Griechenland, Kroatien, Zypern und der Türkei schicken weitere Länder ein oder mehr Löschflugzeuge, darunter Frankreich, Aserbaidschan und die Ukraine. Die USA senden 50 Feuerwehrleute, um ihre erschöpften Kollegen zu unterstützen. Die Palästinensische Autonomiebehörde hilft mit Löschfahrzeugen aus. Auch Ägypten und Jordanien helfen und entsenden Löschhubschrauber und Löschfahrzeuge. (df)

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