Sicherheit | 06.10.2016

Die Frauen auf dem Boot „Saituna" haben ihr Ziel nicht erreicht

Die Frauen auf dem Boot „Saituna" haben ihr Ziel nicht erreicht
Foto: Women's Boat to Gaza

Blockadebrecher von israelischer Marine gestoppt

Ohne Hilfsgüter an Bord wollten Aktivistinnen mit einem Schiff auf die Lage im Gazastreifen aufmerksam machen. Doch die israelische Marine hinderte die Frauen daran, das Küstengebiet zu erreichen.

ASCHDOD (inn) – Etwa 35 Meilen vor der Küste Israels und des Gazastreifens ist jeglicher Kontakt zu der Jacht “Saituna” (Olive) abgebrochen. Die Jacht mit 13 Frauen an Bord, darunter die nordirische Friedens-Nobelpreisträgerin Mairead Maguire und eine Reporterin von „Al-Dschasira“, war in Barcelona gestartet, um die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

Die israelische Armee hat nach Angaben eines hohen Offiziers das Schiff gestoppt. Mittlerweile wurde es nach Aschdod geschleppt. Die Mitfahrerinnen sollen per Flugzeug sofort wieder ins Ausland gebracht werden. Wie das Militär mitteilte, gab es „keine Zwischenfälle“ beim Entern der Jacht durch Soldaten und Soldatinnen. Eine zweite Jacht, ebenfalls mit Frauen an Bord, konnte nicht starten, wegen einer „mysteriösen Panne“.

Seit Mittwochnachmittag gab es keine Möglichkeit mehr, Funkkontakt mit den Teilnehmerinnen aufzunehmen, so die Betreiber in einer Pressemitteilung. Es sei unklar, was der Grund für die Funkstille sei. Laut des katarischen Senders „Al-Dschasira“ hätten israelische Soldaten das Boot bestiegen, doch dafür gab es zu dem Zeitpunkt noch keine Bestätigung aus anderer Quelle.

Die Frauen wollten mit ihrer „gewaltfreien und friedlichen“ Aktion die Aufmerksamkeit von den Vorgängen in Syrien wieder auf die Lage im Gazastreifen lenken. Sie gaben nicht einmal vor, humanitäre Güter geladen zu haben. Israel hingegen wollte dem Boot aus „grundsätzlichen Erwägungen“ das Anlanden im Hafen von Gaza verweigern, um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Laut Osloer Verträgen ist Israel verpflichtet, Waffenschmuggel auf dem Seeweg nach Gaza zu unterbinden.

„Mavi Marmara“: Israel überwies Geld an Türkei

Im Mai 2010 hatte das türkische Schiff „Mavi Marmara“ versucht, die Blockade zu durchbrechen. Als israelische Soldaten die „Mavi Marmara“ enterten, kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Dabei wurden mehrere israelische Soldaten zum Teil schwer verletzt und zehn Aktivisten auf dem Schiff getötet. Deshalb brach die Türkei die vormals engen Beziehungen mit Israel ab. Dieser Tage hat Israel 20 Million US-Dollar Schadensersatz an die Türkei überwiesen, woraufhin Ankara nach langen Verhandlungen eine Rückkehr eines Botschafters nach Tel Aviv angekündigt hat.

Israel bestreitet, dass es eine Blockade des Gazastreifens mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern gebe. Täglich passieren 800 bis 1.000 Lastwagen den Grenzübergang Kerem Schalom von Israel in den Gazastreifen mit Brennstoff, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Tierfutter. Sogar Baumaterial wird in das Gebiet transportiert, solange sich die dort tätigen internationalen Organisationen verpflichten, Zement und Metalle nicht an die Hamas weiterzugeben.

Ägypten hat eine totale Blockade des Gazastreifens verhängt und ist dabei, sämtliche Schmugglertunnel unter der Grenze zwischen dem Sinai und dem Gazastreifen zu zerstören. Zehntausende Palästinenser stehen auf einer Warteliste, um über Ägypten ins Ausland zu reisen. (uws)

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