Nachrichten | 29.06.2012

Außenminister Westerwelle fordert eine Schweigeminute für die 1972 ermordeten israelischen Olympioniken.

Außenminister Westerwelle fordert eine Schweigeminute für die 1972 ermordeten israelischen Olympioniken.
Foto: Dirk Vorderstraße, Wikipedia | CC-BY 3.0

Westerwelle für Gedenkminute bei Olympia

BERLIN / LONDON (inn) – Bundesaußenminister Guido Westerwelle setzt sich für eine Schweigeminute bei den diesjährigen Olympischen Spielen in London ein, um der 1972 in München ermordeten Israelis zu gedenken. Damit schließt er sich einer Liste von zahlreichen Politikern und Organisationen an.

In einem Brief forderte Westerwelle den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, auf, einer Schweigeminute während der Eröffnungszeremonie zuzustimmen. Dies wäre eine „humanitäre Geste und würde die Botschaft verbreiten, dass Gewalt und Terror nicht der olympischen Idee entsprechen“, schrieb der Bundesaußenminister laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

„Das Massaker von München 1972 soll keinen Schatten auf die Olympischen Spiele in London werfen, aber es darf auch nicht vergessen werden.“ Der „tragische Terroranschlag“ vor 40 Jahren habe sich nicht nur gegen das israelische Team gerichtet, sondern sei auch eine Attacke auf die olympische Idee gewesen, die Frieden und gegenseitiges Verständnis unter den Nationen fördere, so Westerwelle.

Israels stellvertretender Außenminister Danny Ayalon hatte im Mai eine Kampagne mit dem Titel „Just One Minute“ gestartet, um das IOC dazu zu bewegen, eine Schweigeminute im Gedenken an die elf ermordeten Sportler abzuhalten. Die Aktion wird von zahlreichen internationalen Politikern und Organisationen unterstützt. Das Komitee hat das Anliegen bislang abgelehnt.

Am 4. September 1972 hatten palästinensische Terroristen unter der Bezeichnung „Schwarzer September“ das Olympische Dorf in München überfallen. Sie nahmen zehn israelische Athleten und einen Trainer als Geiseln. Bei einem Befreiungsversuch am übernächsten Tag kurz nach Mitternacht wurden die elf Israelis und ein deutscher Polizist erschossen. Trotz des Massakers setzte das IOC die Olympischen Spiele fort. Die israelische Delegation flog allerdings vorzeitig nach Hause.

1 Kommentar

Detlev Müller | 29.06.2012 | 17:52

Das IOC sollte sich ob seiner Ablehnung schämen! "Just one minute" ist nur ein Hauch der Erinnerung. Eine Schweigeminute, mit welcher das IOC viel gewinnen kann. Ein Hauch der Erinnerung sollte sich doch wohl über die wochenlangen Olympischen Spiele legen dürfen, ohne dass die Begeisterungsfähigkeit für die Sportjugend dieser Welt darunter leidet! Vielleicht sollte sich die englische Monarchin für das kurze Gedenken an die ermordeten Menschen, in München bei der Olympiade, beim IOC stark machen. Danach darf wieder gelacht werden. Es wäre kein Fauxpas!

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