Nachrichten | 28.08.2012

Rachel Corrie bei einer Demonstration gegen israelische Bulldozer im Gazastreifen am 16. März 2003

Rachel Corrie bei einer Demonstration gegen israelische Bulldozer im Gazastreifen am 16. März 2003
Foto: Joe Carr / Wikipedia | gemeinfrei

Rachel Corrie: Zivilklage gegen Staat Israel zurückgewiesen

HAIFA (inn) – Der Staat Israel trägt keine Schuld am Tod der amerikanischen Aktivistin Rachel Corrie. Dies verfügte das Bezirksgericht Haifa am Dienstag. Die US-Amerikanerin war 2003 bei einer pro-palästinensischen Demonstration im Gazastreifen von einem Militärbulldozer überrolt worden.

Die Hinterbliebenen hatten Israel beschuldigt, die 23-Jährige absichtlich und gesetzeswidrig getötet zu haben. Der Richter Oded Gerschon sprach von einer „Kriegssituation“. Corrie hatte in der Stadt Rafah an der ägyptischen Grenze gegen die Zerstörung palästinensischer Wohnhäuser demonstriert. Nach Einschätzung des Gerichtes taten die Soldaten ihr Möglichstes, um Zivilisten von der Stätte fernzuhalten. Das Gebiet sei damals militärische Sperrzone gewesen. Die US-Behörden hätten eine Reisewarnung für den Gazastreifen und das Westjordanland ausgesprochen. „Sie hat sich nicht von dem Gebiet entfernt, wie es irgendein denkender Mensch getan hätte“, zitiert die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ den Richter.

Auch den Vorwurf der Nachlässigkeit wies Gerschon zurück. Der Fahrer des Bulldozers habe im Gegensatz zu Corrie nur eine eingeschränkte Sicht gehabt. „Sie hat sich bewusst in Gefahr begeben“ und damit den Unfall selbst verschuldet, folgerte der israelische Richter.

Die Aktivistin gehörte der Internationalen Solidaritätsbewegung (ISM) an. Diese Organisation „missbraucht die Diskussion über Menschenrechte, um ihre Taten zu verschleiern, die de facto Gewalt sind“, merkte Gerschon an. Sie habe sich darauf spezialisiert, Aktivitäten des Militärs zu unterbrechen. „Dies schloss eine Armee von Aktivisten ein, die als ‚menschliche Schutzschilde‘ für Terroristen dienten, die von den israelischen Sicherheitskräften gesucht wurden. Hinzu kamen finanzielle und logistische Hilfe für Palästinenser, darunter auch Terroristen und deren Familien, und die Beschädigung von amtlichen Siegeln an Häusern von Selbstmordattentätern.“

Der Anwalt der Familie Corrie, Hussein Abu Hussein, teilte mit, nach Ansicht seiner Mandanten widerspreche das Urteil aus Haifa dem internationalen Recht. Die Mutter Cindy Corrie sagte vor Journalisten: „Ich bin verletzt.“

Zuvor hatte bereits ein Militärgericht entschieden, dass die israelische Armee bei dem Vorfall vorschriftsmäßig gehandelt habe.

10 Kommentare

Erhan | 30.08.2012 | 21:02

@jaans

Sind Isarelis, die Kritik an der Regierung ausüben, auch Antisemiten???

Erhan | 30.08.2012 | 20:54

@jaans

Wieso ist denn jeder, der seine Meinung, der sich negativ gegen Israel richtet, ein Antisemit??

jaans | 30.08.2012 | 10:02

"Wolf" outet sich hier als typischer deutscher Antisemit und -amerikaner. Genau die (leider!) einzigen beiden Staaten, die Apartheid und Unterdrückung am entschiedensten bekämpfen, werden von ihm dessen geziehen. Man fragt sich, ob nicht gerade er hinter dem islamischen "freedom go to hell!" steht?

Oder wie es über einem sehr guten israelfreundlichen Artikel stand: "Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder!" ...

Martin | 30.08.2012 | 09:35

Ich stimme mit Horst überein. Es sind einfach wiederholte Medienklischees. Wer sich wirklich informieren will, findet Quellen --- da ist z. B. Israelnetz eine wertvolle Hilfe.

Thomas62 | 30.08.2012 | 09:18

Die Eltern tun mir leid, aber das Urteil ist richtig. Überall gibt es deutlichste Warnungen und Reisehinweise bezüglich des Gazastreifens und des Westjordanlandes. Sich mitten in ein Kriegsgebiet zu begeben und dann zu erwarten, dass die kämpfenden Parteien Rücksicht auf die "Friedensstifter" nehmen, ist bodenlose Naivität. Hätten die Eltern die Gerichte angerufen, wenn ihre Tochter von der Hizbollah getötet worden wäre?

Erhan | 29.08.2012 | 19:26

@horst

Das ist auch immer ein Standard-Spruch, der sehr gerne verwendet wird: "haben Sie das Land schon besucht".

1.) waren Sie selbst schon dort, wenn ja, wo waren Sie da und was haben Sie gesehen oder das wichtigste, was "wollten Sie sehen"und was nicht? Man kann ja mit Scheuklappen überall hinsehen und Meinungen hören, die einem genehm sind, aber dann die andere Realität nicht sehen und beachten wollen, ist eine andere Sache.

2.) ich gebe Ihnen bedingt recht mit den Berichterstattungen. Es gibt auch sehr sehr viele unabhängige Berichterstattungen, die nicht voneinander abschreiben, die auch alles durchleuchten. Und diese werden kaum beachtet oder werden zu Wort gelassen, da diese einem nicht genehm sind.

Horst | 28.08.2012 | 21:39

Wolf, ich gehe mal davon aus, dass du noch nie in Israel warst.

Reise mal ins Land Israel und du wirst eine andere Meinung bekommen. Glaub bloß nicht alles, was in den Medien steht, die schreiben auch nur voneinander ab.

Erhan | 28.08.2012 | 20:38

@Wolf,

sehe ich genau so.

 

@martin,

dann sei doch mal nett und kläre uns doch mal auf, bin mal gespannt, was du mir da erzählen willst.

Martin | 28.08.2012 | 15:44

Wolf, was schreibst Du einen Schwachsinn! Man merkt, dass Du von der politischen Lage in Israel keinen blassen Schimmer hast.

Wolf | 28.08.2012 | 12:30

Wäre es umgekehrt und ein Israeli wäre bei einer ähnlichen Aktion ums Leben gekommen, würde ein Aufschrei durch Israel gehen und Raketen und Bomben auf Palästina regnen.

Hier scheint es die israelische Rechtssprechung nicht so genau zu nehmen mit dem Recht.

Warum aber sollte Israel es anders halten als ihr großer Boss aus USA? Israel und USA als Förderer der Apartheid und der Unterdrückung sagen sich beide: "egal welches Verbrechen wir begehen, wir sind die Guten". Und der Rest der Welt kann uns mal.

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