Nachrichten | 31.10.2016

Interview mit Fragezeichen: Ein jüdisch-iranischer Abgeordneter sprach wohl unfreiwillig mit Israelis

Interview mit Fragezeichen: Ein jüdisch-iranischer Abgeordneter sprach wohl unfreiwillig mit Israelis
Foto: Gemeinfrei

Jüdisch-iranischer Abgeordneter leugnet Interview mit israelischem Radio

Im israelischen Radio war am Sonntag ein Interview mit dem jüdisch-iranischen Abgeordneten Sedgh zu hören. Dieser bestreitet nun, jemals mit „Zionisten“ gesprochen zu haben.

PARIS / TEHERAN (inn) – Der einzige jüdische Abgeordnete im iranischen Parlament hat Berichte über ein Radiointerview mit der öffentlich-rechtlichen Sendergruppe „Kol Israel“ zurückgewiesen. Kein freier Mensch würde ein Interview mit Medien aus Israel führen, sagte Siamak Moreh Sedgh der iranischen Nachrichtenagentur „Fars“.

Am Sonntagmorgen hatte „Kol Israel“ ein Interview ausgestrahlt, bei dem Sedgh angeblich zu hören ist. Demnach sagte Sedgh, der Iran wolle Israel nicht angreifen, denn die Regierungsmitglieder „wissen, dass jeder, der im Nahen Osten einen Krieg beginnt, Selbstmord begeht“. Die iranische Führung sei weise genug, einen Krieg mit Israel zu verhindern. Zudem seien die Beziehungen zwischen den beiden Ländern seit dem Atomabkommen stabiler geworden.

Das englischsprachige Interview führte der Frankreich-Korrespondent von „Kol Israel“, Gideon Kotz, in Paris. Sedgh sagte allerdings, er habe mit einem französischen Journalisten gesprochen. „Ich beantworte keine Anrufe und Fragen von zionistischen Medien, denn das sind keine Kreaturen, mit denen wir reden wollen.“ Die israelische Onlinezeitung „Times of Israel“ mutmaßt, dass Sedgh nicht wusste, mit wem er sprach.

Im Iran leben laut offiziellem Zensus aus dem Jahr 2012 etwas mehr als 8.700 Juden. Sie sind als Minderheit anerkannt und dürfen einen Vertreter in das Parlament entsenden. Sedgh vertritt die persischen Juden seit dem Jahr 2008. Der 1925 im iranischen Schiras geborene Arzt leitet das „Dr. Sapir Krankenhaus- und Wohlfahrtszentrum“, eine jüdische Einrichtung in Teheran; es behandelt Patienten aller Glaubensrichtungen. Sedgh ist außerdem Präsident des „Jüdischen Ausschusses Teheran“, ein Dachverband persischer Juden, dem unter anderem das Wohlfahrtszentrum gehört. (df)

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