Nachrichten | 24.10.2012

Gegen Produkte "Made in Israel" regt sich Protest, in diesem Fall gegen die Kosmetiklinie "Ahava".

Gegen Produkte "Made in Israel" regt sich Protest, in diesem Fall gegen die Kosmetiklinie "Ahava".
Foto: codepinkhq / flickr | CC-BY-SA 2.0

Israelische Botschaft kritisiert Boykott-Aktion

BERLIN / MÜHLHEIM AN DER RUHR (inn) – Die israelische Botschaft in Deutschland hat die Entscheidung der „Solidarischen Kirche im Rheinland“ gerügt, Produkte aus Israel zu boykottieren. Einigkeit über diese Entscheidung gibt es in der kirchlichen Organisation jedoch nicht.

Die Rheinländer hatten sich der Aktion „Besatzung schmeckt bitter – Kaufverzicht für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel“ angeschlossen. Urheber der Kampagne ist die katholische Organisation „Pax Christi“, die sich als „internationale Friedensbewegung“ versteht. Sie verlangt eine eindeutige Kennzeichnung für Produkte aus den Siedlungsgebieten. Konsumenten fordert sie auf, Produkte mit der Ursprungsbezeichnung „Israel“ nicht zu kaufen. Denn aus dieser Bezeichnung gehe nicht hervor, ob ein Produkt aus den Siedlungsgebieten stammt.

In einer Stellungnahme hat die israelische Botschaft in Deutschland die Unterstützung der Boykott-Aktion nun verurteilt. „Der Staat Israel wird nicht die andere Wange hinhalten, wenn jemand, der mit zweierlei Maß misst, das Land zum Sündenbock machen will. Wir hätten erwartet, dass eine Organisation, die im Namen der Moral auftritt, die Augen aufmacht und für den Frieden eintritt und nicht für Diskriminierung und Spaltung.“

Auf ihrer Internetseite weist die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) in einem Nachtrag darauf hin, dass sich Volker Haarmann, Referent für christlich-jüdischen Dialog der EKiR, gegen besagten Beschluss ausgesprochen hat. Haarmann war zu der Tagung „Israel und Palästina – der schwierige Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“ am 21. und 22. September 2012 eingeladen, die die „Solidarische Kirche im Rheinland“ organisiert hatte. Dort hatten die etwa 30 Teilnehmer den Beschluss für die Kampagne „mit überwiegender Mehrheit“ gefasst.

Die „Solidarische Kirche im Rheinland“ lässt sich von Grundsatz leiten, dass „Kirche und Theologie immer politisch sind“ und beteiligt sich nach eigenen Angaben an „herrschaftskritischem, befreiendem Handeln“. Sie kritisiert unter anderem die U-Boot-Lieferungen Deutschlands an Israel und Ägypten. Die Kirchenorganisation entstand 1933 im Widerstand gegen die Nationalsozialisten und hieß bis 1983 „Kirchliche Bruderschaft“.

9 Kommentare

Johann Jantscher | 04.11.2012 | 19:35

Als "ausgesprochene" Christen sollten wir natürlich israelische Produkte kaufen statt sie zu boykottieren. Verspricht der HEILIGE Israels doch die zu segnen, die Israel segnen.Aber nicht nur deshalb! Ich kaufe gern bei "judaica4all" und israelische Weine usw. bei "IsraelWein.de" und in unseren Supermärkten ausgewiesene Produkte aus Israel: Shalom Israel

manfredklaus | 25.10.2012 | 20:16

Solidarische Kirche.... solidarisch mit sich selbst und den Moslems! Die Bibel scheint dieser Kirche genau so wichtig wie damals den Inquisitoren und Martin Luther in dessen Schrift "Von den Lügen der Juden". Es könnte einem grausen! Wie aktuell ist doch der Psalm 115: Sie haben Ohren und hören nicht. Sie haben Augen und sehen nicht...." Aber der Ewige hält dennoch Seine Hand über Seinem Volk Israel.

Jochen | 25.10.2012 | 11:13

Eine Anmerkung zu den vorherigen Meinungen.

Israel ist in der IT Branche stark vertreten. 2008 sagte unser israelischer Reiseführer Windows XP käme aus Haifa, da die Programmiersprache auf dem hebräischen basiere sind Muttersprachler natürlich im Vorteil. Das ist nichts aussergewöhliches, die Programmiersprache Cobol nutzte das Sütterlin Alphabet das wir als alte deutsche Schreibschrift kennen. AHAVA Produkte vom Toten Meer finden sich in jeder guten Drogerie / Apotheke. Die oben genannte Kirche scheint eine kleine Organisation zu sein mit laut ihrer Homepage folgende Ziele verfolgt:

 

Schwerpunkte

 

- Unterstützung des Übersetzungsprojektes „Bibel in gerechter Sprache" ideell und finanziell

 

- Die Hinterbliebenen-Versorgung für schwule und lesbische kirchliche AmtsträgerInnen.

 

Kirchenpolitik hinsichtlich aus dem Dienst entlassener Theloginnen und Theologen,

 

angesichts schwindender Finanzmittel

 

- Unterstützung zukunftsfähiger Lebensformen, die sich an der Achtung vor der Schöpfung

 

orientieren. (z.B. Unsere Verkehrsberatung mit dem Ziel einer anderen Verkehrspolitik)

 

- Studientage zu „Wirtschaften im Dienst des Lebens"

Da in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht müssen die Meinung dieser Kirche nicht mit den der Israelfreunde hier übereinstimmen.Lese aber hier immer öfter mit Bedauern von solchen Aktionen.

Philipp | 24.10.2012 | 23:16

Na da können wir nur hoffen, dass es diese Heuchler mit ihrem Boykott ganz genau nehmen...also keine Intel-Prozessoren mehr, keine Mobiltelefone und auch kein Digitalfernsehen oder gar Web 2.0.... Von etlichen, unter Umständen lebensrettenden, Errungenschaften der Medizintechnik sollten sie sich ganz besonders hüten...die meisten Israelhasser sind zu dumm, um zu begreifen, was ein Boykott des weltweit führenden Technologiestaates tatsächlich bedeuten würde...der Rest ist zu unehrlich, um die Konsequenzen zu ziehen...

Gudrun F. | 24.10.2012 | 23:13

Produkte aus Israel sind überwiegend in Deutschland über das Internet auf speziellen Israel-Seiten erhältlich. Ich vermisse diese Produkte in „ganz normalen“ Drogerien und Supermärkten, Apotheken. Es gibt Boykottaufrufe gegen den Kauf der Waren aus Israel, aber ich denke, dass die meisten Verbraucher in Deutschland einfach günstig einkaufen wollen und es ihnen im Grunde egal ist, woher die Waren stammen. Der Kauf über das Internet funktioniert, kann aber nicht den breiten Umsatz bringen. Vielleicht ist eine geänderte Marketingstrategie nötig, mit großer Werbetrommel, Warengutscheinen und langfristigen Lieferverträgen mit einheimischen Ketten.

Manfred Hoffmann | 24.10.2012 | 22:09

Diese Art Solidarität erinnert an die Verlogenheit von DDR-Zeiten, wobei diese noch einen nationalsozialistischen Beigeschmack hat. Bei dieser Art Solidarität kann mir nur übel werden.

Jeditjah | 24.10.2012 | 19:15

Eine Schande, kann ich nur sagen, dass diese Organisation wie "Pax Christi" den Namen des Herrn Jesus Christus für ihre eigene Ideologie und Meinung verwenden. Somit schaden diese nicht nur dem Zeugnis vieler Kinder Gottes die zu Recht Israel als das Land für die Juden und Christus als jüdischen Messias lieben, sondern auch sich selbst, weil sie Gott die Ehre rauben. Nie hätte Christus sich in politische Gedanken oder Streitereien eingemischt, lest die Bibel und überzeugt euch. Petrus musste fischen gehen um einen Steuermünze zu angeln, Zitat des Herrn "…auf dass wir ihnen kein Ärgernis seien!" - Der Friede Christi sieht eindeutig andere Früchte an und in uns reifen! Diese Menschen haben das nicht begriffen. Jedoch bevor sie unseren Herrn schlecht machen, sollten sie lieber mal auf ihre Knie gehen und IHN bitten Sich ihnen zu offenbaren als der Gott der Menschenliebe und wohl IHN als ihren Retter und Erlöser erst mal annehmen und suchen, ehe man seinen Namen für die Organisation fälschlich verwendet.

nobby103 | 24.10.2012 | 17:54

Eine Kirche die zum Boykott aufruft. Vieleicht sollte diese Kirche ihre Beziehung Mensch - Gott einmal überdenken. Würde Gott zum Boykott aufrufen?

Schon allein die Einstellung, dass Kirche und Theologie politisch sind wäre für mich ein Grund diese Kirche schnellstens zu verlassen.

Für diese Kirche stehen ihre eigenen "Bedürfnisse" im Vordergrund, nicht aber die Gottes!

M. Müller | 24.10.2012 | 16:42

"Solidarische Kirche im Rheinland" und das alles im Namen Jesu. Wie krank ist das denn? Das erinnert sehr daran: "Kauft nicht bei Juden" -- und wo es hinführt wissen wir ja. Ich freue mich immer Produkte aus Israel zu sehen und kaufe immer eins Extra!

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