Nachrichten | 05.09.2016

Der Pilot Ron Arad wurde 2008 von Israel für tot erklärt. Seine Maschine wurde 1986 über dem Libanon abgeschossen.

Der Pilot Ron Arad wurde 2008 von Israel für tot erklärt. Seine Maschine wurde 1986 über dem Libanon abgeschossen.
Foto: Wikipedia

Israel und Iran: Zusammenarbeit im Fall des verschollenen Piloten Ron Arad

Israel arbeitet mit dem Iran und der Hisbollah über westliche Vermittler zusammen, um das Schicksal des Piloten Ron Arad zu erschließen, heißt es in Medienberichten. Das Flugzeug des Israelis wurde 1986 über dem Libanon abgeschossen. Nun gibt es neue Entwicklungen.

JERUSALEM (inn) – Israel soll über westliche Vermittler im vergangenen Jahr mit der Terrorgruppe Hisbollah und dem Iran zusammengearbeitet haben, um Informationen zu dem israelischen Piloten Ron Arad zu erhalten. Das Flugzeug des Navigators wurde im Oktober 1986 über dem Libanon abgeschossen. Aufgrund der ungewöhlichen Kooperation soll Israel nun neue Hinweise in diesem Fall und den Verbleib des Piloten haben. Dies berichtet das Nachrichtenportal „Arutz Scheva“, nachdem die Armee-Zensur die Details zur Veröffentlichung freigegeben hat.

Die schiitische Hisbollah -Miliz zeige sich optimistisch, neue Details zu Arads Gefangenschaft aufzudecken. In dieser Hinsicht habe es in den vergangenen Monaten Fortschritte gegeben. Schwierig sei es jedoch, den genauen Ort seines Grabes auszumachen. „Arutz Scheva“ zitiert unter Berufung auf die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ eine Informationsquelle: „Sie [die Quellen innerhalb der Hisbollah ] sagten, dass sich das Land in der Gegend, in der Arad begraben wurde, bewegt hat und verändert wurde, seitdem es [seine Beerdigung] passiert ist.“ Und weiter: „Sie setzen ihre Bemühungen fort und sind zuversichtlich, dass es ihnen am Ende gelingen wird, sein Grab zu lokalisieren.“

Verhandlungen auf Zypern

Nicht nur von der Hisbollah soll Israel Informationen zu Arad erhalten haben, sondern auch von iranischen Vertretern. Der Iran hatte selbst nach Hinweisen bezüglich vierer seiner Diplomaten gesucht, die 1982 im Libanon verschwunden sind. Die Islamische Republik behauptete zwischenzeitlich, sie lebten in israelischer Gefangenschaft. 2004 legte Israel dem Iran durch deutsche Unterhändler offen, dass die vier Diplomaten durch Mitglieder der libanesischen Phalange-Milizen entführt, gefoltert und hingerichtet wurden. Laut dem investigativen Journalisten Ronen Bergman suchte der Iran jedoch nach weiteren Details.

Ein im Ausland lebender iranischer Journalist, Amir Teherani, mit Verbindungen zu Politikern seines Heimatlandes, sagte laut „Arutz Scheva“, der Vorsitzende des iranischen Parlaments habe angeboten, das Kapitel um den israelischen Piloten Arad und die vier Diplomaten abzuschließen. Dazu schlage dieser einen Austausch der Überreste vor. Im Mai soll es dazu auf Zypern umfangreiche Verhandlungen mit israelischen und iranischen Vertretern gegeben haben.

Bereits im Feburar gab es Meldungen über einen Libanesen, der vor Gericht erklärte hatte, Arad sei 1988 von syrischen Extremisten zu Tode gefoltert worden. Der ehemalige Leiter der Mossad-Abteilung für gefangene und vermisste Personen, Rami Igra, bezweifelt Mufids Aussage. Er sprach von einem Versuch Mufids, seine Haut zu retten.

Hintergrund

Das Kampfflugzeug des Navigators Ron Arad war am 16. Oktober 1986 im Libanon abgeschossen worden. Er und der Pilot konnten sich mit ihren Schleudersitzen retten. Der Pilot wurde von der israelischen Armee in Sicherheit gebracht. Arad hingegen wurde von libanesischen Kämpfern verschleppt und möglicherweise in den Iran gebracht. Seine Tochter war damals 15 Monate alt. Im Jahr 2008 hat Israel den Navigator für tot erklärt. (mab)

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Goggle+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 900 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. . Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus
Anzeigen