Nachrichten | 12.07.2012

Wegen Organhandels muss ein Israeli für zweieinhalb Jahre in Haft

Wegen Organhandels muss ein Israeli für zweieinhalb Jahre in Haft
Foto: Shayan Sanyal, Wikipedia | CC-BY 2.0

Israelischer Organhändler muss ins Gefängnis

NEW JERSEY (inn) – Ein 61-jähriger Israeli ist in den USA wegen Organhandels zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mit Zeitungsannoncen suchte er in Israel nach möglichen Gebern, die bereit wären, Nieren gegen Geld einzutauschen.

„Es war falsch, aber ich dachte, die Sache war gut“, verteidigte sich der Israeli, Levi Izhak Rosenbaum, vor Gericht laut dem Nachrichtensender „BBC News“. „Ich werde es nie mehr tun“, versprach er. Doch den Mann, der sich selbst als „wohlwollenden Nierenkuppler“ darstellt, schätzt der Staatsanwalt Paul J. Fishman ganz anders ein.

Rosenbaum wird Folgendes zur Last gelegt: Er soll drei Bewohnern New Jerseys zwischen 120.000 und 150.000 Dollar berechnet haben, um für sie nach drei Nieren zu suchen. Er organisierte die nötigen Bluttests, um die Übereinstimmung zu gewährleisten, sowie die Einreise in die USA. Die Verhaftung erfolgte laut der israelischen Tageszeitung „Ha‘aretz“ durch einen Undercover-FBI-Agenten, der vorgab, einen kranken Onkel zu haben und deswegen eine Niere zu benötigen.

Rosenberg sei es nicht darum gegangen, Leben zu retten. Er sei nur auf Profit aus gewesen, der gleich in seiner Tasche landete, sagte Fishman gegenüber der israelischen Tageszeitung. Daher sei die Gefängnisstrafe für den 61-Jährigen in Anbetracht von Tat und Schuld angemessen.

Doch es finden sich auch andere Einschätzungen. Rachel Warshower, die extra aus Brooklyn eingereist ist, um dem Angeklagten beizustehen, gab einen ganz anderen Eindruck von Levy Izhak Rosenbaum weiter. „Es gibt keine Opfer“, sagte sie der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP). „Die Geber sind glücklich und die Empfänger sind glücklich.“ Auch andere, die gekommen waren, um Rosenbaum zu unterstützen, bezeichnen ihn als „devoten orthodoxen Juden“, der sein Leben der Aufgabe gewidmet habe, anderen Menschen zu helfen.

Im Gegensatz dazu steht Fishmans Kommentar nach der Gerichtsverhandlung: „Ein Schwarzmarkt, auf dem reiche, kranke Menschen ihre ‚Ersatzteile‘ von weniger erfolgreichen Menschen kaufen können, ist nicht nur grauenvoll, sondern erteilt unrechtmäßig lebensrettende Maßnahmen, beleidigt die Spenderwürde und vergewaltigt das Gesetz.“

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