Nachrichten | 09.08.2012

Trotz "grünen" Widerstandes am Start: die Benefizfahrer für krebskranke Kinder
Foto: Yoram Ehrlich
Ausgelöst wurde der „Sturm der Entrüstung“ durch eine Ankündigung der „Siegener Zeitung“ vom 31. März. In dem Artikel erfuhren die Leser, dass für den 5. August ein Sponsorenlauf und eine Benefizradtour auf dem Gelände Stegskopf bei Daaden im Kreis Altenkirchen geplant sei. Dort befindet sich ein Truppenübungsplatz, der 2013 geschlossen werden soll. Über die zukünftige Nutzung des Gebietes gibt es heftige Auseinandersetzungen. Der Vorsitzende des Radsportverbandes Daadetal, Frank Höfer, wurde am Ende des Beitrages mit den Worten zitiert: „Je nachdem, wie es bei Besuchern, Sportlern und Sponsoren anläuft, lässt sich unter Bike & Run auch noch Größeres machen. Der Stegskopf ist groß.“
Im Herbst 2011 war Udi Lehavi von der Organisation „Keren Hayesod“ von Tibet nach Nepal geradelt, um Geld für Kinder in israelischen Krankenhäusern zu sammeln (Israelnetz berichtete). Dadurch ließ sich der RSV Daadetal zu der Benefizveranstaltung auf dem Stegskopf inspirieren. Als Partner wählte er die „Freunde der Kinderkrebshilfe Gieleroth“.
„Kein Protest gegen Autorennen“
Die Umweltverbände hätten befürchtet, dass das Stegskopf-Gelände im Westerwald durch die Rundfahrt missbraucht und zerstört wird, teilte der Ortsbürgermeister der kleinen Ortschaft Mauden, Manfred Rosenkranz, gegenüber Israelnetz mit. Denn es sei zu großen Teilen FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat), falle also unter die EU-Richtlinie, die seltene Tier- und Pflanzenarten schützen soll. „Vergessen wurde hier, dass jedes Jahr ein ADAC-Autorennen auf dem Gelände stattfindet, das mit Sicherheit einen größeren Eingriff in die Natur darstellt, als ein Fahrrad-Event. Hiergegen protestiert jedoch niemand.“
Die Naturschützer hätten Beschwerde eingelegt beim Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daaden, Wolfgang Schneider, und auch beim Landrat Michael Lieber. Daraufhin sei die Angelegenheit in vielen Sitzungen diskutiert worden, sagte Rosenkranz. Am 27. April etwa hätten sich die Ortsbürgermeister der Platzrand-Gemeinden des Stegskopfes mit der künftigen Eigentümerin der Fläche, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), getroffen. Auch die Soldaten der Standortverwaltung und der Leiter des Truppenübungsplatzes hätten teilgenommen. „Die Umweltverbände protestierten damals offen gegen dieses geplante Rennen.“ Darauf hätten die Militärs mit den Worten reagiert: „Noch sind wir die Herren auf dem Stegskopf und noch haben wir das Sagen – wir sind für die Ausrichtung des Rennens.“ Der Ortsbürgermeister fügte hinzu: „Die Standortverwaltung stand immer hinter dieser Benefiz-Veranstaltung und hat im Hintergrund sehr viel Widerstand aus dem Wege geräumt.“
Nach eigenen Angaben musste sich Rosenkranz dem Vorwurf stellen, die Sache initiiert zu haben. Ihm wurde nahegelegt, das Ganze noch einmal zu überdenken und das geplante Rennen „einzustampfen“. „Als dies nicht erfolgte, gingen die Naturschutzverbände an die zuständigen Behörden nach Mainz. Da sowohl das Umweltministerium als auch das Wirtschaftsministerium bei uns im Landtag ‚grün‘ besetzt ist, stieß man natürlich auf offene Ohren.“
Kaum Zeit für Werbung
Die daraus resultierenden Genehmigungsverfahren „zogen sich bis zwei Wochen vor dem Rennen hin. In dieser Zeit konnten wir nicht für die Veranstaltung werben, weil die Genehmigungen erst vorliegen mussten“. Doch obwohl den Organisatoren dadurch nur noch ein kurzer Zeitraum für Werbung blieb, kamen rund 140 Radfahrer und etwa 30 Läufer zu der Benefizveranstaltung. Damit ist Rosenkranz nach dem Widerstand der Grünen zufrieden.
6 Kommentare
Ich hatte beim Lesen des Artikels genau denselben Gedanken - es ist eine verkappte Israelfeindlichkeit. Krebskranke Kinder und Umwelt müssen also zurückstecken, damit einer total durchgerknallten Israelfeindlichkeit Vorschub geleistet werden kann. Ich schäme mich für solche Landsleute...
In unserer Republik (fragt sich nur, was das für eine ist) ist vermutlich alles möglich.
Da "zerstören" also die Radfahrer die Umwelt, so so, man höre und staune. Ob man nicht mal langsam eine Radfahr-Umwelt-Zerstör-Steuer einführen müsste? Aber gegen die Abgase von Autos hat man nichts. Na klar – ist doch logisch, oder?
Und wahrscheinlich sind die "Freunde der Kinderkrebshilfe Gieleroth" ganz aggressiv, böswillig und provokant, damit sie die deutsche Umwelt endlich zerstören können, oder?
Ne mal im Ernst, Leute, kann es sein, dass es hier nicht mehr richtig tickt im Land, sobald man sich für das Leben von krebskranken Kindern (und das sind Menschen!!!) einsetzt – sind Pflanzen und irgendwelche bürokratischen Wege wichtiger - ich glaub's nicht.
Was ist die nächste Stufe bei uns? Man kommt zum Arzt, hat eine tiefe Schnittwunde und muss notoperiert werden – Demnächst wird der Arzt nach den 10 EUR Praxisgebühr fragen, aber auch ob das Papier davon aus freiem ökologischen Anbau kommt und die Pflanze nicht während des Wachstums durch Radfahrer gestört wurde – sonst operiert er nicht mehr.
Grüße aus der Bananenrepublik.
Danke, Herr Greeven, Sie haben mir aus der Seele gesprochen, diese Partei ist das letzte, was wir in Deutschland brauchen. Sie ist linksradikal und müsste eigentlich vom Verfassungsschutz überwacht werden.
An Patrick Greeven:
Herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Mir ist genauso zumute. Es ist einfach unfassbar, wie wir Deutsche uns derart unmöglich machen. Ich freue mich umso mehr, dass sich die 140 Radfahrer und 30 Läufer dennoch eingefunden haben. Ein herzliches Danke an diese Teilnehmer!
An Patrick Greeven
Mir ist genauso zum ............... zumute. Ich stimme voll und ganz mit Ihrem Kommentar überein. Danke dafür!
Es ist (sorry) zum Kotzen. Sobald eine Veranstaltung auch nur im entferntesten mit Israel zu tun haben könnte, sitzen propalästinensische "Grüne" auf allen Bäumen und werfen mit geistigem Unrat um sich.
Als Deutscher muss ich mich leider für diese Partei und deren Führung fremdschämen...
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