updatedKultur | 07.11.2016

Die Linke Literaturmesse in Nürnberg findet im städtischen Kulturzentrum „KunstKulturQuartier“ statt

Die Linke Literaturmesse in Nürnberg findet im städtischen Kulturzentrum „KunstKulturQuartier“ statt
Foto: jailbird, Wikipedia | CC BY-SA 2.0 DE

Nürnberg: Protest gegen Absage einer anti-israelischen Ausstellung

Eine anti-israelische Ausstellung im Rahmen der Linken Literaturmesse in Nürnberg hat eine Absage erhalten. Bei einer stattdessen veranstalteten Gesprächsrunde ist es am Wochenende zu intensiven Diskussionen und zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen.

NÜRNBERG (inn) – Ein Teilnehmer einer Diskussionsrunde über die Absage einer als anti-israelisch kritisierten Ausstellung hat am Samstag in Nürnberg eine körperliche Auseinandersetzung angefangen. Bei der Linken Literaturmesse wollten Beteiligte ursprünglich die sogenannte Ausstellung „Kölner Klagemauer“ zeigen. Doch dazu kam es nicht. Der Leiter des städtischen Kulturzentrums „KunstKulturQuartier“, Matthias Strobel, erteilte der Ausstellung in den Kulturräumen der Stadt eine Absage. Das bestätigte die Leiterin des Bürgermeisteramts in Nürnberg, Christine Schüßler, im Gespräch mit Israelnetz. Zuvor sei fälschlicherweise berichtet worden, dass der Oberbürgermeister der Stadt oder der Stadtrat diese Ausstellung abgesagt habe. Wegen der Absage habe die Stadt rund zehn Zuschriften erhalten, in denen die Absender sich für die Ausstellung aussprachen.

Die Fotografievereinigung „Arbeiterfotografie“, die die Bilder bei der jährlich veranstalteten Linken Literaturmesse zeigen wollte, kritisierte die Entscheidung. Anstelle der Ausstellung fand nun im Rahmen der Messe eine Diskussion im städtischen Kulturhaus „K4“ statt. Thema war die Absage der Schau. Dabei warf die Co-Leiterin von „Arbeiterfotografie“, Anneliese Fikentscher, der Stadt Zensur vor, berichtet die israelische Onlinezeitung „Times of Israel“.

Körperliche Auseinandersetzung

Im Publikum saßen laut der Zeitung knapp 30 Personen, die Fikentscher und ihrem Kollegen Andreas Neumann Fragen stellten. Das Publikum habe etwa wissen wollen, warum ihre Organisation in den Iran gereist sei und sich mit dem ehemaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad getroffen habe oder warum sie mit radikalen Salafisten zusammenarbeiten würden.

Bei der Diskussion sei es zu einer „kleinen Auseinandersetzung gekommen, die sofort gelöst wurde“, sagte Bürgermeisteramtsleiterin Schüßler am Montag gegenüber Israelnetz. Ein Mann habe eine Frau „geschüttelt“. Die „Times of Israel“ berichtet, dass der Organisator der Linken Literaturmesse, Walter Bauer, zwei Frauen aus dem Saal geworfen habe, nachdem eine der Frauen angegriffen worden sei. Der Angreifer sei im Raum geblieben.

Am Mittwoch reichte Schüßler eine Erklärung Bauers bei Israelnetz nach. Laut ihm habe es keine Handgreiflichkeiten unter den Besuchern gegeben. „Eine Gruppe von vier bis fünf Leuten aus der autonomen Szene, die mehrmals lautstark und provozierend eine sachliche Diskussion verhindert haben“, sei von ihm des Saales verwiesen worden.

Die Ausstellung „Kölner Klagemauer“ des mittlerweile verstorbenen Aktivisten Walter Herrmann war in der Vergangenheit in Kritik geraten, weil sie ein einseitiges und verzerrendes Bild des israelisch-palästinensischen Konfliktes zeichne. Unter anderem zeigte sie eine Karikatur, auf der eine Person mit einem Davidsstern-Lätzchen mit Messer und Gabel ein Kind auf einem Teller zerstückelt. Die Gabel trägt die Farben der US-Flagge. Auf dem Messer steht „Gaza“. Herrmann entfernte die Karikatur aus seiner Ausstellung. Er kritisierte aber weiterhin die Politik Israels und betrachtete die Gewalt der Hamas als „natürliche Reaktion und berechtigten Widerstand“, zitiert ihn der „Kölner Stadtanzeiger“. Er sagte, er sei „kein Antisemit. Ich bin nie wegen Volksverhetzung verurteilt worden“. (mab)

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