Kultur | 13.10.2016

Mit jüdischen Wurzeln und einem Faible für Israel: Literaturnobelpreis-Träger Bob Dylan

Mit jüdischen Wurzeln und einem Faible für Israel: Literaturnobelpreis-Träger Bob Dylan
Foto: Alberto Cabello, Wikipedia | CC BY 2.0

Literaturnobelpreis-Träger Dylan: Mit Israel verbunden

Der Sänger Bob Dylan erhält den Literaturnobelpreis. Dass er jüdische Wurzeln hat, ist bekannt. Israel besuchte er mehrere Male. In einem Lied drückte er Unterstützung für den Staat Israel aus und beklagte dessen Schicksal.

STOCKHOLM (inn) – Die Schwedische Akademie zeichnet den amerikanischen Sänger Bob Dylan mit dem Literaturnobelpreis aus. Das hat das Nobelpreiskomitee am Donnerstag bekanntgegeben. Der 75-Jährige erhält den Preis für seine „poetischen Neuschaffungen in der großen amerikanischen Gesangstradition“. Dylan habe sich seit mehr als 50 Jahren permanent neu erfunden, erklärte die Permanente Sekretärin der Akademie, Sara Danius, weiter.

Dylan zählt zu den einflussreichsten Musikern des 20. Jahrhunderts. In den 1960er Jahren trat der 1941 in Minnesota als Robert Allen Zimmerman geborene Künstler in New Yorker Cafés auf. Zu seinen bekanntesten Lieder gehören „Like a Rolling Stone“, „Blowin’ In The Wind“ und „The Times They Are A Changin’“.

Jüdische Wurzeln

Die Vorfahren seiner Eltern sind deutscher und ukrainisch-jüdischer Abstammung. Seine Eltern erzogen ihn im jüdischen Glauben. 1954 feierte er seine Bar Mitzva. In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren verstand er sich als Christ; 1984 distanzierte er sich aber von dem Begriff „Born Again“ (wiedergeboren). Viele seiner Liedtexte sind durch die Bibel geprägt. Dylan betonte immer wieder, keiner organisierten Religion anzugehören. Dennoch besuchte er immer wieder Synagogen.

Seit seinen frühen Jahren, ebenso wie seine Familie, Israel verbunden. Er besuchte das Land mehrere Male in den 1960er und 1970er Jahren. Einmal bewarb er sich auch um Mitgliedschaft in einem Kibbutz , berichtet das jüdisch-amerikanische Magazin „Forward“.

Poetische Zustandsbeschreibung

Das Lied „Neighborhood Bully“ aus dem Jahr 1983 gilt als eine der seltenen künstlerischen Äußerungen zu Israel. Darin vergleicht Dylan den jüdischen Staat mit einem exilierten Menschen. „Seine Feinde sagen, er befinde ich auf seinem Land. Er ist um eine Million zu eins unterlegen, er hat keinen Fluchtort.“ Weiter heißt es: „Er wird kritisiert und verurteilt, weil er lebt, er darf nicht zurückschlagen, er soll eine dicke Haut haben.“

Zugleich hebt das Lied Errungenschaften und Triumphe hervor. „Jedes Imperium, das ihn versklavt hat, ist verschwunden. (...) Er schuf einen paradiesischen Garten im Wüstensand. (...) Er nahm die Krümel dieser Welt und machte daraus Wohlstand.“ Am Schluss fragt Dylan: „Was schuldet die Welt ihm? Nichts, sagen sie. Er mag es einfach nur, Kriege zu beginnen. Das ist tatsächlich Stolz und Vorurteil und Aberglaube.“

Inspiration zu Auftritt in Israel

Als Musiker trat Dylan laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ 1987, 1993 und 2011 im jüdischen Staat auf. Die anti-israelische Bewegung „Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen“ (BDS) forderte ihn auf, seine Konzerte in Israel abzusagen, allerdings ohne Erfolg. Nach Aussage des Gitarristen der „Rolling Stones“, Ronnie Wood, inspirierte Dylan die britischen Musiker zu ihrem ersten und bislang einzigen Auftritt in Israel. „Er kam von der Bühne und sagte: ‚Wir gehen nach Tel Aviv’. Er hatte ein großes Lächeln auf dem Gesicht und sagte, er liebe es dort.“

Derzeit zeigt das Diaspora-Museum in Tel Aviv eine Ausstellung zu dem Musiker. Unter anderem thematisiert sie „Dylans komplexe Beziehung mit seiner jüdischen Identität“ und seinen Einfluss auf die israelische Musik. Die Schau ist noch bis zum Mai 2017 zu sehen. (df)

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