Kultur | 08.11.2016

Amos Oz unterstützt die Organisation „Breaking the Silence“ (Archivbild)

Amos Oz unterstützt die Organisation „Breaking the Silence“ (Archivbild)
Foto: Lesekreis | Gemeinfrei

Amos Oz überreicht Preis an „Breaking the Silence“

Bei einer Preisverleihung in der Ben-Gurion-Universität im Negev hat der Autor Amos Oz der armeekritischen Organisation „Breaking the Silence“ eine Auszeichnung überreicht. Zuvor war der Gruppe ein anderer Preis verwehrt geblieben.

BE‘ER SCHEVA (inn) – Der israelische Autor Amos Oz überreichte am Montag der kontrovers diskutierten Organisation „Breaking the Silence“ bei einer Veranstaltung in der Ben-Gurion-Universität im Negev einen alternativen Geldpreis. Der Organisation war der Berelson-Preis für israelisch-arabische Verständigung in Gedenken an Jitzhak Rabin verwehrt geblieben. Die Präsidentin der Ben-Gurion-Universität, Rivka Carmi, hatte verhindert, dass „Breaking the Silence“ diese Auszeichnung erhält.

Oz sagte in seiner Rede laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“: „Manchmal in der Geschichte werden diejenigen, die ‚Verräter‘ genannt werden, Wegbereiter sein, wie die Zeit zeigt.“ „Breaking the Silence“ veröffentlicht Zeugenaussagen von israelischen Soldaten. Die politische Rechte und auch Armeevertreter werfen der Organisation vor, kaum nachprüfbare Quellen oder Verschlusssachen zu benutzen und „Verräter“ zu sein.

Oz vertritt die Meinung, dass „Breaking the Silence“ den Berelson-Preis verdiene. Er wundere sich, warum Organisationen wie „Breaking the Silence“, „B‘Tselem“ oder „Peace Now“ „Gefühle von Angst, Wut und Feindseligkeit im Volk auslösen“. Dies betreffe nicht nur Politiker rechts außen, sondern auch Moderate in der Mitte.

Die Menschen wollten sich gut fühlen, doch „Breaking the Silence“ störe dieses Gefühl. Die Organisation ruiniere das Bild eines guten Staates Israel. Doch es sei wichtig für ein Land, dass es „Menschen gibt, die die moralischen Verzerrungen des Landes aufdecken“.

Oz: Israel derzeit kaum zu ertragen

„Ich würde gerne unseren Gegnern im Land sagen, dass einer der wenigen Gründe, sich gut als Israeli zu fühlen, ist, dass es immer noch Redefreiheit und Pressefreiheit gibt, und es Organisationen wie ‚Breaking the Silence‘, ‚B‘Tselem‘ und ‚Peace Now‘ gibt.“ Die Dinge, die Israel aktuell tue, tragen laut Oz nicht dazu bei, dass sich das Land besser fühle. Der Autor fügte hinzu: „Ich sage Ihnen nun ein Geheimnis: Ich liebe Israel auch in Zeiten, wenn ich es nicht ertragen kann, und zwar wegen der langen Tradition der Debatten.“

Der Direktor von „Breaking the Silence“, Juli Novak, bedankte sich für den Preis. Es sei für ihn in Zeiten, in denen er mit „Herdenmentalität, Gewalt und Schweigen konfrontiert ist“, herzerwärmend, dass es trotzdem mutige und starke Personen gibt, die sich weigern, Demokratie aufzugeben. Die stattdessen für das Recht und die Pflicht kämpften, zu kritisieren und die „Wahrheit aufzudecken, was in den besetzten Gebieten passiert“, sagte Novak. (mab)

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