In unserem Glossar finden Sie Erklärungen zu Begriffen unter anderem aus Politik, Geschichte, Religion und Gesellschaft in Israel und Umgebung.
Er wurde 1935 in der nordisraelischen Stadt Safed geboren. Nach Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges 1948 flüchtete er mit seiner Familie nach Syrien. Dort studierte er in der Hauptstadt Damaskus Rechtswissenschaften. Später promovierte er in Moskau zum Thema ”Zionismus”. 1959 gründete er zusammen mit dem mittlerweile verstorbenen Palästinenserführer Jasser Arafat und drei anderen Männern ”Al-Fatah”, die heute größte Fraktion innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Arafat, der auch unter dem Kampfnamen ”Abu Ammar” bekannt war, zählte damals zu den gefährlichsten Terroristen der Welt. Seit dieser Zeit gingen Abu Ammar und Abu Masen gemeinsame Wege. Abbas begleitete Arafat selbst ins Exil nach Jordanien, in den Libanon und nach Tunesien.
1996 wurde er zum Generalsekretär der PLO gewählt und war damit offizieller Stellvertreter Arafats. Im März 2003 nahm Abbas das neu geschaffene Amt des palästinensischen Premierministers an. Damit war er der erste, mit dem Arafat seine bisher uneingeschränkte Macht teilen musste. Nach Arafats Tod im November 2004 wurde Abbas PLO-Vorsitzender. Im Januar 2005 wurde er zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde gewählt.
Abbas war maßgeblich am Abschluss der Osloverträge 1993 beteiligt. Auch bei den Verhandlungen in Camp David im Juli 2000 war er dabei. Abbas besteht allerdings auf ein Rückkehrrecht aller palästinensischen Flüchtlinge und beansprucht Ostjerusalem als Hauptstadt eines Palästinenserstaates. Dennoch gilt er in den Augen vieler als ”gemäßigt”.
Nach den Osloverträgen war der Palästinenser in die Schlagzeilen geraten: Es war bekannt geworden, dass er 1983 ein Buch mit dem Titel ”Die geheimen Verbindungen der Nazis mit den Führern der zionistischen Bewegung” veröffentlicht hatte. Dort leugnet er die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis und bezeichnet die Zahl als ”übertrieben und erfunden”. Er bestritt zudem die Existenz von Gaskammern in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten. Als er vom ”Simon Wiesenthal Zentrum” aufgefordert wurde, eine klare Stellungnahme zum Holocaust abzugeben, machte er für seine Publikationen die damaligen Umstände verantwortlich: ”Damals befanden wir uns im Krieg mit Israel. Heute würde ich so etwas nicht mehr sagen”, so der damals 67-Jährige in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung ”Ma´ariv”.
Mahmud Abbas ist verheiratet und hat drei Kinder. Sein ältester Sohn Masen erlag jedoch im Alter von 42 Jahren einem Herzinfarkt.(dn/jg)
Wörtlich: "Vereinigung Israels" - streng religiöser Bund jüdischer Orthodoxie. Wurde 1912 gewissermaßen als Gegenpol zu den politischen, nationalen und religiösen Bestrebungen des Zionismus ins Leben gerufen. Ein jüdischer Staat im Heiligen Land kann aus ihrer Sicht nicht von Menschen gegründet werden. Ein gottgewollter Staat für die Juden kann nur in der Zeit des Messias kommen.
Mit dem bestehenden Staat hat sich Agudat Israel jedoch soweit abgefunden, dass er den Anfang der Erlösung (von der Last der Diaspora) darstellt. (ep)
Islamisches Heiligtum auf dem "Haram e-Scharif", dem Tempelplatz in Jerusalem. Al-Aksa - "fernster Ort" - ist nach der Tradition das Ziel der Nachtreise des Propheten (Koran, Sure 17,1). Erbaut wurde die Moschee unter dem Kalifen Al-Waled Ibn Abd al-Malik zwischen 709 und 715. Bereits 746 wurden Teile des ursprünglichen Bauwerkes durch ein Erdbeben zerstört. Die Wiederherstellung geschah unter der Herrschaft des Abassiden-Kalifen Al-Mansur. 1099 wurde die Moschee durch die Kreuzfahrer zu einer Kirche umfunktioniert. Unter Saladin wurde der Bau 1187 wieder eine Moschee. Ihre Vorhalle hat sieben Bögen. Im Mittelschiff stehen zwölf Marmorsäulen. Der gesamte Komplex ist 80 Meter lang und 55 Meter breit. Er beinhaltet ein Museum und eine wertvolle Bücherei. Unweit der Kanzel befinden sich zwei Gebetsnischen: eine für Issa (Jesus), die andere für Mose. (ep)
Die Einwanderer selbst werden als Oleh (Plural Olim) bezeichnet.
Man spricht von fünf großen Einwanderungswellen (Alijot):
Als am 14. Mai 1948 der Staat Israel gegründet wurde, lebten ungefähr 600.000 bis 650.000 Juden im Lande Israel. (dn)
Durch Mohammed wurde Allah als einziger, allmächtiger und allwissender Gott als Mittelpunkt des Islam proklamiert. Das bedeutete die Abkehr vom arabischen Götterhimmel und brachte Mohammed die Verfolgung in Mekka ein, der er durch die Flucht auch seiner Anhänger nach Jathrib (Medina) entging. (ep)
Der Plan sieht unter anderem vor, dass sich Israel zunächst bis auf die Grenzen vor dem Sechs-Tage-Krieg 1967 zurückzieht. Zudem fordert er einen Palästinenserstaat und eine gerechte Lösung für die palästinensischen Flüchtlinge. Im Gegenzug sollen arabische Staaten Israel in vollem Umfang diplomatisch anerkennen und die Sicherheit des Landes garantieren. Zudem sollen die Handelsbeziehungen zwischen Israel und arabischen Nachbarländern wieder aufgenommen werden. Im Jahr 2007 hat die Arabische Liga den Friedensplan angenommen. (eh)
Später kamen folgende Mitglieder hinzu: Libyen (1953), Sudan (1956), Marokko und Tunesien (1958), Kuwait (1961), Algerien (1962), Südjemen (1967), Bahrain, Katar, Oman und Vereinigte Arabische Emirate (1971), Mauretanien (1973), Somalia (1974), die PLO (1976), Dschibuti (1977) und die Komoren (1993). Ziel der Arabischen Liga ist eine weitgehende Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten. Nach dem Friedensschluss mit Israel (1979) ruhte die Mitgliedschaft von Ägypten bis 1989.
Das Generalsekretariat der Liga befindet sich in Kairo.
Jasser Arafat wurde am 27. August 1929 als Mohammed Abdal Ra´uf Arafat el-Kudwa el-Husseini in die Familie eines wohlhabenden Textilhändlers geboren.
Offiziell wird Jerusalem als Geburtsort angegeben, andere Quellen sprechen von Kairo oder Gaza.Schon als Jugendlicher beteiligte sich Arafat an Aktionen gegen die britische Mandatsmacht in Palästina und gegen militante zionistische Gruppen.
1951 erlangte er an der ”König Fuad Universität” den Bachelor-Abschluss als Ingenieur. 1958 ging er nach Kuwait, wo er 1959 die Fatah-Organisation gründete. Diese schrieb sich 1965 den bewaffneten Kampf gegen Israel auf die Fahnen und wurde unter Arafats Führung zu einer der stärksten palästinensischen Kampfgruppen.Im Jahr 1967 übersiedelte der auch unter seinem Kampfnamen ”Abu Amar” bekannte Aktivist nach Jordanien. Als die Fatah 1969 der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) beitrat, hatte Arafat sich erhebliche Anerkennung als Guerilla-Kämpfer erworben.
Der damals 40-Jährige ließ sich an die Spitze der fünf Jahre zuvor gegründeten PLO wählen, deren Vorsitz er bis zu seinem Tod 2004 innehatte. Er war der Überzeugung, Israel sei nicht durch konventionellen Krieg, sondern nur durch Partisanenkampf zu besiegen.Im Jahr 1970 scheiterte ein Versuch der PLO, König Hussein von Jordanien zu stürzen. Nach schweren Kämpfen mussten die Guerilla-Gruppen ihr damaliges Operationsgebiet Jordanien verlassen. Der König fürchtete, die PLO erbaue einen ”Staat im Staate”. Arafat floh mit seinen Anhängern in den Libanon. ”Der Widerstand ist keine Vergnügungsreise”, kommentierte er diese Niederlage einmal. In der Folgezeit verlegten sich militante PLO-Gruppen auf eine Strategie des Terrors auf israelischem und internationalem Gebiet. Sie waren Urheber von Attentaten wie dem auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München 1972.
Trotz seiner Verstrickungen in den Terrorismus gelang es dem PLO-Chef, seiner Organisation durch diplomatische Bemühungen international Anerkennung zu verschaffen. 1988 schaffte er es schließlich auch, dem Palästinensischen Nationalrat eine indirekte Anerkennung des israelischen Existenzrechts abzuringen. Im selben Jahr proklamierte Arafat in Algerien symbolisch einen Staat Palästina.
Im Jahr 1993 kam es zu Friedensverhandlungen, welche eine friedliche Koexistenz zwischen Israel und den Palästinensern propagierten. Vor den Augen des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton schüttelten Arafat und der damalige Premierminister Israels, Jizhak Rabin, auf dem Rasen des Weißen Hauses die Hände. Diese Bemühungen, die sich Jahre später als wenig fruchtbar erwiesen, brachten dem Palästinenserführer, der sich gerne in Uniform und mit umgeschnallten Pistolenhalfter zeigt, zusammen mit Rabin und dem damaligen israelischen Außenminister Schimon Peres im folgenden Jahr den Friedensnobelpreis ein. Beobachter sagen, das Kopftuch (”Keffije”), das er zu seiner selbsterfundenen Uniform trägt, habe die Form des ganzen Landes Israel.
Wieder zurück in Israel wurde Arafat 1996 mit großer Mehrheit zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Arafat genoss besonders in der Zeit der so genannten ”Intifada” großes Ansehen unter der palästinensischen Bevölkerung. Laut einer palästinensischen Umfrage im September 2003 waren über 80 Prozent zufrieden mit seiner Führung.
Im Jahr 1996 gab es die bisher einzigen freien Wahlen in den Palästinensergebieten. Arafat wurde mit fast 90 Prozent der Stimmen gewählt. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass sein einziger Gegenkandidat eine Frau war: die Sozialarbeiterin Samiha Chalil erhielt rund 9,62 Prozent der Stimmen. Arafats Mandat als Präsident endete eigentlich bereits 1999, doch wurden es durch umstrittene Entscheidungen Arafats immer wieder verlängert.
Als vom israelischen Nachrichtendienst Dokumente veröffentlicht wurden, welche die unmittelbare Verstrickung Arafats in den palästinensischen Terror nachwiesen, wurde der Druck auf Arafat auch aus den USA größer. Es wurden Hinweise auf Geldtransfers gefunden, nach denen Terroristen, Bomben und andere Waffen sowie Propagandamaterial von Arafats Fatah-Partei bezahlt wurden. US-Präsident George W. Bush forderte daher Reformen in der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA); die USA folgten dem Rat Israels und erklärten Arafat hinfort als ”irrelevant”. Die Ernennung eines neuen Ministerpräsidenten mit Kompetenzen sollte Arafat entmachten.
Die darauf folgenden Versuche, einen Kandidaten zu finden, der bereit und fähig war, die verfahrene Situation zu einem dauerhaften Frieden mit Israel zu führen, gestaltete sich schwierig. Mahmoud Abbas (Abu Mahzen) wurde am 30. April 2003 als Ministerpräsident vereidigt. Er bekam es sehr bald mit dem vehementen Widerstand Arafats zu tun. Dieser verhinderte, dass sein ehemaliger Sicherheitschef Mohammed Dahlan den Posten als Innenminister und damit als Oberbefehlshaber aller palästinensischen Sicherheitskräfte bekam. Dahlan und Arafat hatten sich bereits ein Jahr zuvor zerstritten, da Dahlan klare Worte gegenüber der Hamas, dem Dschihad al-Islami und den illegalen Freischärlergruppen im Gazastreifen ausgesprochen hatte. Mit Dahlans Kampfansage an die Terrorgruppen und seinen Forderungen nach einer demokratischeren PLO konnte der PLO-Chef gar nichts anfangen. Weil es Abu Mahzen nicht möglich war, die alten Machtstrukturen aufzubrechen, die Arafat seit über 30 Jahren in der PLO gepflegt hatte, und er kaum eine Entscheidung ohne den Partei-Obersten treffen konnte, gab er sein Amt als Ministerpräsident nach nur 131 Tagen frustriert auf.
Der Nachfolger, Ahmed Qrea, der am 10. September sein Amt angetreten hatte, war ebenfalls nach wenigen Tagen unzufrieden mit seinen Machtbefugnissen. Auch er drohte bald, sein Amt niederzulegen. Das von ihm zu bildende Notstandskabinett hätte ohne Zustimmung des Parlamentes handeln und damit gegen Arafats Willen gegen Hamas und Dschihad al-Islami vorgehen können. Für Arafat war dies nicht akzeptabel.
Die israelische Regierung sah im September 2003 die Ausweisung Arafats als eine mögliche Option an. Daraufhin brachten die arabischen Staaten zum Schutze des Palästinenserführers eine Resolution vor die UN-Vollversammlung, welche seine Ausweisung als ”illegal” verurteilte. Die Beschlüsse dieses Plenums mit 191 Mitgliedsländern waren nicht völkerrechtlich bindend. Eine entsprechende Resolution im UN-Sicherheitsrat verhinderten die USA hingegen anschließend durch ihr Veto. Im Fernsehen erklärte Arafat damals, die Palästinensische Autonomiebehörde stehe im Kontakt mit allen palästinensischen Oppositionsgruppen, einschließlich der radikal-islamischen Organisationen Hamas und Dschihad, um diese zu einer Waffenruhe zu bewegen.
Als die Drohung Israels gegen Arafat an Brisanz gewann, stimmte er erneut versöhnlichere Töne an: ”Lasst uns unseren Kindern zuliebe die Vergangenheit vergessen und ein neues Kapitel aufschlagen”. Sobald Israel die Straßensperren abbaue und vom ”Morden und Zerstören” ablasse, sei die von den Terror-Organisationen Hamas und Dschihad al-Islami im Juni ausgerufene Waffenruhe (”Hudna”) möglich. Diese hatte jedoch nicht länger als anderthalb Monate gehalten, bis zum Selbstmordanschlag auf einen Bus in Jerusalem, bei dem vorwiegend orthodoxe Juden umkamen.
Noch wenige Monate zuvor hatte Arafat den Familien der „Schahiden” („Märtyrer”), also der Selbstmordattentäter, weiter Unterstützung zugesagt. Als Israel drohte, seine Mukata in Ramalla zu stürmen, versammelten sich zahlreiche Anhänger um das Haus. Arafat selbst bekundete: ”Das ist meine Heimat!”. Es war bekannt, dass Arafat in seinem Hauptquartier in Ramalla gesuchte Terroristen beherbergte. Der bewaffnete Aktivist der Fatah-Partei, Ali Alian, etwa, der in zahlreiche Anschläge auf Israelis verwickelt war, war nach eigener Aussage ein Jahr in Arafats Mukata versteckt.
Als es im August Verhandlungen zwischen Vertretern der moslemischen Aufsichtsbehörde Waqf und Israels Polizei gab, bei denen es um die neuerliche Öffnung des Tempelbergs auch für Nichtmoslems ging, spuckte Arafat den Waqf-Gesandten in seiner Mukata ins Gesicht. Weil sie den Forderungen Israels in dieser Frage entgegengekommen waren, tobte der Palästinenser-Präsident: ”Ich, und nicht (Israels Premier) Scharon, werde derjenige sein, der über die Öffnung des Tempelberges entscheidet”, schrie er sie an.
Jasser Arafat gehört laut dem New Yorker Magazin ”Forbes” zu den reichsten Menschen der Welt. Der PLO-Chef erschien Anfang des Jahres 2003 auf Platz sechs in der Kategorie ”Monarchen und Herrscher” auf der ”Liste der reichsten Menschen”, die das US-Wirtschaftsmagazin jährlich bekannt gibt. Arafats Vermögen wird auf rund 300 Millionen US-Dollar geschätzt, es liegt hauptsächlich auf Schweizer Bankkonten. Das Geld stammt, so vermuten Beobachter, unter anderem aus internationalen Hilfsgeldern für die Palästinenser sowie aus Steuergeldern. Zudem hätten Gewinnausschüttungen aus palästinensischen Firmen zur Anhäufung dieses Vermögens beigetragen. Arafats Ehefrau Suha Arafat und ihre Tochter leben in Paris und bekommen laut der Tageszeitung ”Ha´aretz” monatlich 100.000 US-Dollar aus einem PA-Fond überwiesen.
Arafat starb am 11. November 2004 im Militärkrankenhaus in Paris. Zuvor war er in seinem Hauptquartier in Ramallah zusammengebrochen. Sein Nachfolger wurde Mahmud Abbas (Abu Masen). (js)
Zum Wehrdienst werden alle Männer und Frauen im Alter von 18 Jahren eingezogen, die männlichen Wehrpflichtigen für drei Jahre, die weiblichen für zwei Jahre. Die Reserve-Dienstpflicht (in der Regel jährlich 39 Tage, in Kriegs- oder Krisenzeiten länger) geht bis zum Alter von 51 (Männer) beziehungsweise 24 Jahren (Frauen).
Wehrpflichtige, die zu einem Hochschulstudium zugelassen worden sind in Fächern, für die bei den IDF ein besonderer Bedarf besteht (dazu gehören u.a. Medizin, Krankenpflege, Ingenieurwesen, Pädagogik), können ihre Einberufung aufschieben lassen und, nach Abschluss ihrer Ausbildung, in ihrem Beruf bei den IDF drei bis fünf Jahre Dienst leisten.
Die IDF, mit einem kleinen stehenden Heer sowie Luftwaffe und Marine, bauen im Wesentlichen auf dem Reservedienst auf, zu dem alle Soldaten regelmäßig für Ausbildung und Wehrübungen einberufen werden.
Neben der Landesverteidigung übernehmen die IDF außerdem auch Aufgaben in Bereichen, in denen Nothilfe erforderlich ist. (hn)
Bis 1939 wanderten überwiegend aschkenasische Juden in Palästina ein. 1948 stellten sie noch 80 Prozent der Bevölkerung des Staates Israel.Die verstärkte Einwanderung sephardischer Juden seit Ende der 40er Jahre führte, verbunden mit ihrer höheren Geburtenrate, dazu, dass die europäischen Juden allmählich in die Minderheit gerieten.
Sepharad ist der hebräische Name für Spanien.Der Ausdruck ”Sephardim” bezeichnet die Juden, die vor ihrer Vertreibung 1492 im maurischen Spanien und in Portugal lebten. Anschließend ließen sie sich überwiegend in Südosteuropa, Nordafrika und Asien, aber auch in den Niederlanden, England, Nordwestdeutschland und Amerika nieder.
Der Begriff steht deshalb heute in erster Linie für die aus Nordafrika und dem Orient nach Israel eingewanderten Juden. Sephardische Gelehrte prägten die Halacha, die hebräische Sprachwissenschaft und Poesie. Sie vermittelten arabische Wissenschaft und griechische Philosophie nach Europa. (inn)
Judäa und Samaria sind Teile des ehemaligen Mandatsgebiets Palästina, das 1948 nicht von Israel erobert wurde. Bis zum Sechstagekrieg von 1967 waren sie von Jordanien annektiert. In dieser Region leben schätzungsweise 1,6 Millionen Palästinenser und rund 150.000 Israelis. Das etwa 5.900 Quadratkilometer große Gebiet ist nach den bisherigen Autonomieverhandlungen in drei Zonen aufgeteilt.
In der Zone A üben die Palästinenser die Zivilverwaltung aus und sind auch für die Sicherheit verantwortlich. In diesem Gebiet liegen sieben palästinensische Städte, nämlich Dschenin, Tulkarm, Nablus (Sichem), Ramallah, Jericho, Bethlehem und der Großteil von Hebron. Insgesamt leben dort etwa 500.000 Menschen. In der Zone B sorgen Israelis und Palästinenser gemeinsam für die öffentliche Sicherheit. In dieser Region liegen rund 400 palästinensische Dörfer mit 600.000 Einwohnern. Zone C umfasst den größten Teil (rund 60 Prozent) von Judäa und Samaria, der noch unter israelischer Militärkontrolle steht. In 144 jüdischen Ortschaften leben hier 150.000 Israelis, die von zahlreichen Armeestützpunkten geschützt werden. In den Dörfern leben Schätzungen zufolge 30.000 Palästinenser.
Der Gazastreifen ist 360 Quadratkilometer groß und war bis 1967 von Ägypten besetzt. Die größten Palästinenserstädte in der Küstenregion sind Gaza-Stadt und Chan Junis. Dort leben die meisten der insgesamt 1,1 Millionen palästinensischen Bewohner. Die israelischen Ortschaften im Gazastreifen wurden im Sommer 2005 von Israel geräumt. (eh/dk)
Die mehrheitlich von Israelis europäischer Abstammung (Aschkenasim) gewählte Arbeitspartei (Avoda) gilt - untypisch für Sozialdemokraten - als Partei der Elite. Von der Staatsgründung bis 1976 stellte sie ununterbrochen den Regierungschef Israels.
Die Arbeitspartei entstand 1968 durch den Zusammenschluss der 1930 gegründeten Mapai (Mifleget Poale Erez Israel) mit den Parteien Achdut HaAvoda und Rafi Reschimat Poale Israel).
Die von David Ben-Gurion mit gegründete Arbeitspartei gilt in Fragen des so genannten ”Friedensprozesses” als kompromissbereiter als der rechtsgerichtete Likud-Block. (zö)
Bekannt wurde Ayatollah Khomeini - Führer der so genannten ”Islamischen Revolution” im Iran. (ep)
Die Bahai-Religion entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im Iran. Dort werden die Anhänger jedoch bis heute verfolgt. Stifter der Religion ist Bahá’u’lláh. Als dessen Wegbereiter gilt Bab - der Gründer der religiösen Gemeinschaft des Babismus, die später in der Bahai-Religion aufging. Zu den Lehren gehören die Anerkennung und Gleichheit aller Menschen und die Einheit der Religionen. Die Bahais haben keine Priester oder festen Rituale. Heiligste Stätten sind das administrative und geistige Weltzentrum in Haifa mit dem Schrein des Bab sowie das Grabmahl Bahá’u’lláhs in Akko. Die beiden Anlagen wurden im Juli 2008 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Im Zentrum in Haifa werden unter anderem die Originalschriften der Glaubenslehrer aufbewahrt. Die Anlage ist vor allem durch ihren prächtigen Garten weltbekannt geworden. Da die Religion kein Geld von Personen annimmt, die nicht zu ihrer Gemeinschaft gehören, ist der Eintritt zu der Anlage frei.(dn)
Ein grundlegendes Dokument für die Gründung des Staates Israel. Am 2. November 1917 schrieb der damalige britische Außenminister Arthur J. Balfour in einem Brief an den Zionisten Baron Lionel W. Rothschild, seine Regierung betrachte ”die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk mit Wohlwollen”. Sie werde ”die größten Anstrengungen machen, um die Erreichung diese Ziels zu erleichtern”. Dabei sollten die Rechte bestehender nicht-jüdischer Gemeinschaften gewahrt bleiben. Die Balfour-Erklärung wurde als Teil der Präambel in das Völkerbundsmandat für Palästina von 1922 aufgenommen. (eh)
Vor seinem 13. Geburtstag erhält er Unterricht bei einem Rabbiner. Anschließend wird er aufgerufen, die Segenssprüche über der Torah zu sprechen. Dies geschieht an einem der Tage direkt nach dem Geburtstag, an denen die Torah gelesen wird, also Montag, Donnerstag oder Samstag. Der Vater befreit sich durch einen besonderen Segensspruch von der Verantwortung für seinen Sohn. Von nun an ist der Junge selbst für seine Taten verantwortlich und nimmt am öffentlichen religiösen Leben teil. Er wird mitgezählt, wenn die Zahl der Männer bestimmt wird, die für einen Gottesdienst gebraucht werden (Minjan) - hierzu müssen zehn erwachsene Männer anwesend sein.
Mädchen sind nach jüdischer Tradition bereits mit Vollendung des zwölften Lebensjahres religionsmündig. Für sie gibt es seit dem 19. Jahrhundert die Bat Mitzwa (Tochter des Gebotes), die vor allem in Kreisen des Reformjudentums gefeiert wird. (eh)
David Ben Gurion war der erste israelische Premierminister. Er wurde am 16. Oktober 1886 als David Grün im polnischen Plonsk geboren. Sein Vater war Hebräischlehrer und Mitglied der Zionistischen Bewegung.
Im Jahr 1904 trat auch Ben Gurion der Zionistischen Arbeiterbewegung ”Poalei Zion” bei. Zwei Jahre später kam er zum ersten Mal in das damalige Palästina. Dort war er zunächst Landarbeiter, dann Journalist für die Zeitung der Poalei Zion ”Ahdut” in Jerusalem.
Von 1912 bis 1914 studierte er Rechtswissenschaften in Istanbul, wurde jedoch von der türkischen Regierung aus Palästina, seinem neuen Heimatland, ausgewiesen. Daraufhin ging er nach New York, wo er 1917 Paula Munweis heiratete. Ein Jahr später kehrte er zurück.
1930 gründete Ben Gurion die zionistische Arbeiterpartei Mapai und galt als Vertreter der pragmatischen Politik. Zudem war er von 1935 bis 1948 Vorsitzender des Exekutivkomitees der ”Jewish Agency of Palestine”, des wichtigsten jüdischen Selbstverwaltungsorgans.
Nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützte er die illegale Einwanderung und die landesweite Gründung von Siedlungen. Da die britische Regierung dies unter Einsatz ihrer Streitkräfte zu unterbinden versuchte, autorisierte Ben Gurion den bewaffneten Widerstand. Dabei hatte er nur ein Ziel vor Augen: den Aufbau einer Nation und eines Staates.
Am 14. Mai 1948 ging das britische Mandat über Palästina zu Ende. Ben Gurion proklamierte als Oberhaupt der provisorischen Staatsregierung die Gründung des Staates Israel. Am 26. Mai 1948 ordnete er die Bildung der Israelischen Verteidigungskräfte an.
Erstmals 1953 zog sich Ben Gurion aus der Politik ins Privatleben zurück, um gemeinsam mit seiner Frau Paula in dem von ihm gegründeten Kibbutz Sde Boker in der Negev-Wüste zu leben. Nach den Wahlen von 1955 wurde er jedoch nochmals Premierminister und Verteidigungsminister. Er befürwortete energisch die Aussöhnung mit Deutschland und traf sich 1960 mit Bundeskanzler Konrad Adenauer in New York.
Nach fast drei Jahrzehnten der Führerschaft, darunter 13 Jahre als Premierminister, trat Ben Gurion 1963 zurück. Bis 1970 blieb er Mitglied des Parlaments. Mit 84 Jahren zog er sich endgültig aus dem öffentlichen Leben nach Sde Boker zurück.
David Ben Gurion starb am 1. Dezember 1973 und wurde in seiner Wahlheimat Sde Boker neben seiner Frau bestattet. (eg)
Elieser Ben Jehuda, der Begründer der neuhebräischen Sprache, wurde am 7. Januar 1858 als Elieser Isaak Perlman im litauischen Luschky geboren. Nach dem Besuch der Jeschiwa (Talmudschule) und der Realschule begann er 1878 sein Medizinstudium in Paris.
Im Jahr 1879 veröffentlichte er in hebräischer Sprache seinen ersten Artikel über den Zusammenhang von Wiedergeburt des jüdischen Volkes, seiner Sprache und seines Vaterlandes. Er wurde durch den Unabhängigkeitskampf der Balkanländer dazu inspiriert. Zwei Jahre später kam er nach Palästina. Er arbeitete in den Redaktionen verschiedener Zeitschriften und unterrichtete an der Schule der Alliance Israélite Universelle in Jerusalem. In seinem Haushalt wurde als erstes nur modernes Hebräisch gesprochen. Viele Menschen erklärten Ben Jehuda für verrückt, weil sie es für unmöglich hielten, eine antike Sprache zu neuem Leben zu erwecken. Andere wehrten sich dagegen, die ”heilige Sprache” auch im Alltag zu verwenden.
Dennoch gründete Ben Jehuda 1890 mit anderen den Waad ha-Laschon, der später zur hebräischen Sprachakademie wurde. In seinem mehrbändigen ”Gesamtwörterbuch der alt- und neuhebräischen Sprache” finden sich viele neue Wörter, die er dem alten Hebräisch hinzugefügt hat. Heute gibt es viele Menschen, deren einzige Sprache Neuhebräisch ist. Wer nach Israel einwandert, nimmt an einem Pflichtsprachkurs teil. Dies stärkt das Gemeinschaftsgefühl im Staat Israel, wo Neuhebräisch und Arabisch die Amtssprachen sind. Elieser Ben Jehuda starb am 16. Dezember 1922 in Jerusalem. (eh)
Im Jahr 2001 setzte sich die Reduzierung des jüdischen Bevölkerungsanteils fort, die aus der letzten Verringerung der Neueinwanderer nach Israel folgte. Der jüdische Bevölkerungsanteil stieg um 1,4 Prozent, im Unterschied zu 1,8 Prozent in den Jahren 1997 bis 2000.
Am Jahresende 2001 waren 77,2 Prozent der Israelis jüdisch, im Vorjahr 77,8 Prozent. Der moslemische Bevölkerungsanteil lag bei 15,4 Prozent, im Jahr zuvor bei 15,2 Prozent. Die Christen stellen einen Bevölkerungsanteil von 2,1 Prozent, die Drusen 1,6 Prozent, alle anderen religiösen Gruppen und Religionslose 3,5 Prozent.
Der arabische Bevölkerungsanteil lag Ende des Jahres 2001 bei 19 Prozent, das entspricht ungefähr dem Anteil direkt nach der Staatsgründung. Der Prozentsatz wäre wesentlich höher, hätte es nicht seit 1989 die Einwanderungswelle aus den GUS-Staaten mit rund einer Million Neueinwanderer gegeben. (inn)
Bereits in biblischer Zeit gab es eine Stadt mit diesem Namen. Sie befand sich auf dem Gebiet des israelitischen Stammes Dan (Josua 19,45). Im Babylonischen Talmud wird sie als Sitz des Gerichtshofes des berühmten Rabbi Akiva genannt (Traktat Sanhedrin 32b). Das heutige Bnei Brak ist bekannt für seine große Zahl von Jeschiwot (Talmud-Schulen). (eh)
Benannt wurden sie nach der gleichnamigen Erholungsanlage des amerikanischen Staatsoberhauptes im US-Bundesstaat Maryland. Das erste Camp David-Abkommen beinhaltet zwei Rahmenvereinbarungen zwischen Ägypten und Israel, die in einem Beschluss vom 19. Juli 1978 festgehalten wurden. Der Übereinkunft gingen langwierige Gespräche zwischen dem ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin voraus. Als Vermittler fungierte der damalige US-Präsident Jimmy Carter.
In dem Abkommen unterzeichneten Ägypten und Israel den ”Rahmen für Frieden im Nahen Osten”, durch den eine ”gerechte, umfassende und dauerhafte Lösung des Nahost-Konflikts” vereinbart werden sollte. Sie verpflichteten sich, Verhandlungen über die Gewährung absoluter Autonomie im Westjordanland und Gazastreifen zu führen. Ebenso beschlossen die Beteiligten, Vertreter aus Jordanien und den Palästinensergebieten zu den Verhandlungen hinzuzuziehen.
Die zweite Vereinbarung, ”Rahmen für den Abschluss eines Friedensvertrags zwischen Ägypten und Israel”, enthielt die Forderungen nach einer Rückgabe des Sinai an Ägypten, der Begrenzung der ägyptischen Militärpräsenz auf dem Sinai sowie freier Fahrt für israelische Schiffe durch den Suezkanal. Ebenso wurde die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart. Die getroffenen Abmachungen wurden verwirklicht und im israelisch-ägyptischen Friedensvertrag vom März 1979 festgehalten.
Die Autonomieverhandlungen blieben allerdings ergebnislos. Die Verhandlungen werden als erster Schritt zur Aussöhnung zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarländern gesehen. Für ihre Bemühungen um das Abkommen wurden Sadat und Begin im Jahr 1982 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Carter erhielt die Auszeichnung 2002.
Im Juli des Jahres 2000 hatte der damalige amerikanische Präsident Bill Clinton Palästinenserführer Jasser Arafat und den ehemaligen israelischen Regierungschef Ehud Barak zu erneuten Gesprächen über den Nahost-Konflikt eingeladen.
Diese Zusammenkunft wird auch als ”Camp David II” bezeichnet. Auf Basis des Oslo-Abkommens von 1993 zwischen Jitzhak Rabin und Arafat sollte das Treffen mit Clinton zu einer Entschärfung des Nahost-Konflikts führen. Die Verhandlungen blieben ohne Ergebnis. Jedoch hielten die Parteien in einer öffentlichen Stellungnahme Übereinstimmungen fest, an denen folgende Verhandlungen anknüpfen sollten. Sowohl die israelische als auch die palästinensische Seite gaben darin an, den Konflikt beenden sowie einen gerechten und dauerhaften Frieden erreichen zu wollen.
Ebenso verpflichteten sie sich, ihre Bemühungen um ein Abkommen in naher Zukunft fortzuführen sowie ein Verhandlungsklima ohne Druck, Einschüchterung und Gewaltandrohung zu schaffen. Ferner gaben sie in der Stellungnahme an, unilaterale Aktionen zu vermeiden. Nur durch gemeinsame Verhandlungen könnten Differenzen verhindert werden. Sie kamen auch darin überein, dass die USA ein notwendiger Partner bei der Suche nach Frieden sei. (ak)
Der Tempel in Jerusalem war durch Feinde erobert und dem griechischen Gott Zeus geweiht worden. Im Jahr 165 vor der Zeitrechnung gelang es einer kleinen Schar Juden unter der Führung von Judas Makkabäus, den Tempel zurückzubekommen. Sie weihten ihn wieder dem Gott Israels. Chanukka wird in Israel und der Diaspora acht Tage lang gefeiert. Zentrales Motiv dieser Festtage ist das Anzünden von Kerzen an jedem Abend - eine Kerze am ersten Abend, zwei am zweiten und so fort. Dies geschieht in Erinnerung an ein Wunder im Tempel. Nach der Überlieferung reichte geheiligtes Öl, dessen Menge nur genügt hätte, um den Leuchter im Tempel für einen Tag zu versorgen, bei der Wiedereinweihung des Tempels für acht Tage aus. Schulen sind während der acht Chanukka-Tage geschlossen; Geschäfte aber bleiben geöffnet und alle Büros oder Dienstleistungsbereiche arbeiten regulär. (dk)
Mohammed Dahlan wurde 1961 in Chan Junis im Gazastreifen geboren. Er studierte an der Islamischen Universität in Gaza Arabisch und war während dieser Zeit Jugendführer in der Fatah-Partei von PLO-Chef Jasser Arafat. Wegen angeblicher Beteiligung am Terrorismus wurde er in den Jahren 1981 bis 1986 von Israel zehnmal zu Haftstrafen von insgesamt vier Jahren verurteilt. Während dieser Zeit lernte er fließend Hebräisch.
Als 1987 die so genannte ”erste Intifada” ausbrach, war Dahlan einer der aufsteigenden Führer. 1988 wurde er von Israel nach Jordanien ausgewiesen. Später ging er nach Tunesien und schloss sich dort der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) an, die ihren Sitz damals in der Hauptstadt Tunis hatte. Von dort aus organisierte er weiter Proteste im Westjordanland und im Gazastreifen und gewann das Vertrauen des PLO-Vorsitzenden Arafat.
Dahlan war an den geheimen Gesprächen zwischen Israel und den Palästinensern beteiligt, die zum Abschluss des Oslo-Abkommens 1993 und zur Bildung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) führten. Zusammen mit Arafat kehrte er 1994 nach Gaza zurück und wurde dort Chef des palästinensischen Geheimdienstes Al-Amen al-Wikaui. Er war auch bei den gescheiterten Friedensverhandlungen in Camp David im Jahr 2000 dabei.
Im Juni 2002 trat er von seinem Amt zurück, da er auf seine Ernennung zum Innenminister hoffte. Arafat bot ihm jedoch lediglich den Posten eines Sicherheitsberaters an. Dahlan nahm zwar das Angebot an, kündigte die Stellung jedoch bereits im Oktober. Das Verhältnis zu Arafat war in dieser Zeit leicht angespannt, da Dahlan den Palästinenserführer mehrmals in der Öffentlichkeit kritisiert und sich gegen den bewaffneten Aufstand ausgesprochen hatte. Eine Zeitlang wurde er als möglicher Nachfolger des PLO-Chefs gehandelt.
Am 29. April 2003 wurde dem Vater von drei Kindern vom damaligen palästinensischen Premierminister Machmud Abbas das Amt des Staatsministers für Innere Sicherheit übertragen. Ursprünglich wollte Abbas den Oberst zum Innenminister ernennen, damit konnte er sich jedoch nicht gegen Arafat durchsetzen. Dem Palästinenserführer war der reformorientierte Dahlan für diese Position zu stark. Inzwischen hat Dahlan seinen Ministerposten wieder verloren.
In seiner Zeit als Geheimdienstchef ging Dahlan zeitweise gegen palästinensische Terroristen vor. Allerdings wird er von Israel beschuldigt, dem seit langem gesuchten Top-Terroristen Mohammed Deif und anderen Hamas-Mitgliedern Schutz gewährt zu haben. Deif wird für die Organisation von zahlreichen Anschlägen und den Tod von Dutzenden Israelis verantwortlich gemacht. Er war in seiner Kindheit mit Dahlan befreundet. Zudem soll Dahlan im November 2000 einen Bombenanschlag auf einen Schulbus im jüdischen Siedlungsblock Gusch Katif im Gazastreifen mitorganisiert haben, bei dem zwei Israelis ums Leben kamen. (dk)
Gleichheit der Mitglieder und Gemeinsinn waren von Anfang an die tragenden Säulen. Ein berühmter Sohn aus dem Kibbutz Degania war Mosche Dajan. (ep)
Sie spaltete sich 1969 von der zwei Jahre zuvor gegründeten ”Volksfront zur Befreiung Palästinas” (PFLP) ab und gehört zur ”Palästinensischen Befreiungsorganisation” PLO. Ihre Führung sitzt in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Generalsekretär und Hauptrepräsentant ist der 1937 in Jordanien geborene Najef Hawatmeh. Die bewaffneten Flügel der Gruppe werden ”Brigaden des Widerstandes” genannt. In Syrien gibt die DFLP die Zeitung ”Al-Hurrija” heraus, die in mehreren arabischen Ländern erscheint.
Die Gruppe wird weder von der US-Regierung noch von den Vereinten Nationen als ”Terror-Organisation” geführt. Dennoch ist sie für mehrere folgenschwere Terroranschläge verantwortlich.
Im September 1970 verübte sie ein Attentat auf den jordanischen König Hussein, welches jedoch missglückte. Daraufhin kam es zum jordanisch-palästinensischen Bürgerkrieg, der als ”Schwarzer September” in die Geschichte einging.
Angriffe auf israelische Schulkinder
Ebenfalls 1970 griffen Mitglieder der DFLP einen Schulbus nahe des Moschavs Avivim an der israelisch-libanesischen Grenze an. Von beiden Seiten der Straße feuerten sie aus einem Versteck heraus auf das Fahrzeug und töteten drei Erwachsene und neun Kinder. Den Angreifern gelang die Flucht.
Ein verheerender Terroranschlag der Gruppe war das Attentat in einer Schule im israelischen Ma´alot 1974. Drei Mitglieder der DFLP waren damals vom Libanon nach Israel eingedrungen. Auf dem Weg zu einer Schule in der Ortschaft Ma´alot in Galiläa eröffneten die Terroristen das Feuer auf ein Fahrzeug und töteten eine Frau. Dann klopften sie an die Türen mehrerer Häuser. Eine schwangere Israelin öffnete - sie, ihr Ehemann und die zwei 4- und 5-jährigen Kinder wurden erschossen. Von der Familie überlebte einzig ein 16 Monate altes taubstummes Baby. Auf dem Weg zur Schule töteten die Männer einen weiteren Israeli.
An der Schule brachten sie 85 Geiseln in ihre Gewalt und forderten die Freilassung von 26 in Israel inhaftierten Terroristen. Während der Geiselnahme erschossen die Männer einen Israeli, der außerhalb des Schulgebäudes auf einen Turm geklettert war, um bessere Sicht zu haben. Israelische Spezialeinheiten stürmten später die Schule, die Terroristen eröffneten das Feuer und warfen Granaten. 22 Schüler starben, mehr als 50 wurden verletzt. Auch die drei Attentäter wurden getötet.
Er stammte aus dem früheren Bessarabien in Südosteuropa, das heute zu Moldawien und der Ukraine gehört. 1905 wanderte er nach Israel aus und ließ sich in Jaffa nieder. Disengoff war Zionist und Visionär und trieb den Ausbau Tel Avivs als eine moderne Stadt voran. Er setzte sich unter anderem dafür ein, dass die Stadt einen eigenen Hafen bekam und damit unabhängig von Jaffa wurde. Nach dem Tod seiner Frau Zinia stiftete er der Stadt sein Wohnhaus am Rothschild Boulevard als Museum. David Ben Gurion verlas darin am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeitserklärung Israels. Das Gebäude ist heute als Unabhängigkeitshalle bekannt. Es befindet sich darin ein Museum für Geschichte. Die Disengoffstraße in Tel Aviv ist die bekannteste Einkaufsstraße der Stadt mit zahlreichen Restaurants, Cafes und Unterhaltungsmöglichkeiten.(dn)
Die Religionsgemeinschaft der Drusen ist im Jahr 1010 aus einer schi´itischen Gruppierung des Islam entstanden. Offiziell wird ihr Glaube als ”Din al-Tawhid” (etwa ”Religion der göttlichen Einheit”) bezeichnet. Von anderen Strömungen im Islam unterscheiden sich die Drusen vor allem durch die Ablehnung des Propheten Mohammed und die Ansicht, der Koran sei keine absolute Offenbarung. Zur Zeit der Gründung wurden noch Außenstehende in die Religionsgemeinschaft aufgenommen; heute ist nur ein Kind drusischer Eltern auch ein Druse. Missionsbestrebungen gibt es nicht. Praktiken und Einzelheiten der Religion sind außerhalb der Gemeinschaft kaum bekannt. Drusen leben heute hauptsächlich im Libanon und in Israel. (eh)
Wörtlich: ”Kampf” - der arabische Begriff bedeutet auch ”Anstrengung/Auseinandersetzung” und ist die Bezeichnung für die Ausbreitung des Islam mit allen Mitteln. Dschihad ist in diesem Sinne ein ”heiliger Krieg” gegen die nichtmuslimische Welt - mit Versprechen, Verträgen und Feldzügen. (ep)
Das ”Eid al-Fitr” beginnt mit einem Besuch in der Moschee. Im Anschluss suchen viele Muslime die Gräber verstorbener Familienangehöriger auf, um dort Fürbitte zu halten oder Abschnitte aus dem Koran zu lesen. Während der dreitägigen Feierlichkeiten werden Verwandte besucht, die Kinder bekommen Geschenke, süße Kuchen werden gebacken und Süßigkeiten werden in den Straßen verteilt. Das Fest wird deshalb in einigen Regionen auch als ”Seher Bayrami” (Zuckerfest) bezeichnet. (dn)
In biblischer Zeit befand sich dort Ezion Geber, der ”Hafen Salomos”. Das heutige Eilat ist aus einer Polizeistation entstanden. Wegen des warmen Klimas ist die Stadt das ganze Jahr über bei Touristen beliebt, die auch mit dem Flugzeug anreisen können. Taucher und Schnorchler haben Gelegenheit, die Unterwasserwelt zu bewundern. Nur wenige Kilometer östlich liegt der jordanische Hafen Aqaba, im Westen befindet sich die ägyptische Sinaiwüste. Seit 1985 ist Eilat Freihandelszone. (eh)
Schon vor dem offiziellen Start fand im September 1948 der Jungfernflug von Genf nach Tel Aviv statt. Mit an Bord war Chaim Weizmann, Israels erster Präsident. EL AL (sinngemäß übersetzt: ”himmelwärts” oder ”auf nach oben”) flog im Oktober 1957 erstmals München an, im April 1980 kam die Verbindung Tel Aviv – Kairo dazu. EL AL ( www.elal.co.il) hat heute nach eigenen Angaben 32 moderne Jets im Einsatz (2 Boeing 737-700, 3 Boeing 737-800, 4 Boeing 747-400, 8 Boeing 747-200, 9 Boeing 757 und 6 Boeing 767). Damit bedient die Fluggesellschaft internationale Ziele von Los Angeles bis Seoul, von Helsinki bis Johannesburg. (hn)
Er wurde am 28. April 1955 in Jerusalem geboren, ist verheiratet und hat Zwillingstöchter sowie zwei Söhne. An der Universität von San Francisco studierte er Politikwissenschaft und an der Bradford-Universität in Großbritannien ”Konflikt und Frieden”. Er arbeitete zwölf Jahre als Journalist für die palästinensische Tageszeitung ”Al-Quds” und ist Professor für Politikwissenschaft an der ”An-Nadschah”-Universität von Nablus im Westjordanland.
Erekat galt als Loyalist des früheren Palästinenserführers Jasser Arafat. Unter dessen Führung wirkte er an den Friedensverträgen von Oslo 1995 mit. Von da an, bis Mai 2003, war er Chefunterhändler bei den israelisch-palästinensischen Verhandlungen. Als unter Mahmud Abbas im April 2003 eine neue Palästinenserregierung gebildet wurde, erhielt Erekat den Posten des Ministers für Verhandlungen. Aus Protest gegen die Regierung trat er jedoch kurz nach Amtsantritt zurück, da er von einer palästinensischen Delegation ausgeschlossen wurde, die sich mit Israels damaligem Premier Ariel Scharon traf. Im September 2003 kehrte er jedoch zurück und wurde erneut mit dem Posten des Verhandlungsministers beauftragt. (dn)
Geschäftsführer ist die Evangelische Kirche in Deutschland. Die Erlöserkirche ist sowohl der Gottesdienstort der "Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Deutscher Sprache zu Jerusalem" als auch der arabisch-sprachigen Jerusalemer Gemeinde der „Evangelisch-lutherischen-Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land“. Zudem finden dort Gottesdienste in englischer und dänischer Sprache statt.
Die Erlöserkirche ist auf den Ruinen der Kreuzfahrer-Kirche "Santa Maria Parva" errichtet worden. Neben dem Eingangsbogen stammen auch die zwei Löwen vor dem Südeingang und der Kreuzgang aus der Zeit der Kreuzfahrer. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. weihte die Kirche am Reformationstag im Jahr 1898 während seiner Reise durch das damals osmanisch beherrschte Gebiet Palästina ein. Er verlieh den deutschen Pfarrern der Jerusalemer Kirche, die dort seit dem Jahr 1852 eingesetzt werden, den Titel "Propst". (ak)
Gott versprach Abraham, seine Nachkommen zu einem großen Volk zu machen und ihnen das Land Kanaan zum ewigen Besitz zu geben. Abraham selbst erlebte das nicht mehr.
Im hohen Alter schenkte Gott Abraham und seiner Frau Sara ihren Sohn Isaak. Dessen Nachkommen sollten einmal so zahlreich wie Sand am Meer werden. Isaaks Sohn Jakob war Vater von zwölf Söhnen, nach denen die zwölf Stämme Israels benannt worden sind. Auf sie führt sich bis heute das Volk Israel zurück.
Abraham, Isaak und Jakob sowie ihre Ehefrauen außer Rahel wurden nach biblischer Überlieferung in der Höhle Machpela begraben. Das Grundstück bei Hebron hatte Abraham von den Hetitern erworben. (ak)
Wörtlich: ”Nationale Militärorganisation” - eigentlich Irgun Zva´i Le´umi - auch als Abkürzung IZL beziehungsweise EZEL bekannt. Die Irgun ist eine radikale zionistische Gruppe, die sich 1931 von der britisch tolerierten Hagana abgespalten hatte. Sie war entschieden militant und radikal nationalistisch orientiert. Seit 1943 führte der spätere Premierminister Menachem Begin die Organisation. 1948 zählte die Irgun rund 5.000 Kämpfer. Die Irgun wurde unter massiven Drohungen in die Armee Israels integriert. (inn)
Die Tansim-Milizen agieren seit 1995 – ihre Gründung geht auf Arafat zurück. Hintergrund war der Aufbau eines Gegengewichts zu den militärischen Flügeln der radikal-islamischen Organisationen Hamas und Dschihad al-Islami. Die Tansim entwickelten sich jedoch sehr bald auch zum Gegengewicht zu den offiziellen Sicherheitsorganen der Autonomiebehörde. Seit dem Ausbruch der ”Intifada” bekämpfen die Milizen israelische Soldaten und Zivilisten.
Einer der bekanntesten Anführer der Tansim war Marwan Barghuti, der Fatah-Chef von Ramallah. Die Al-Aksa-Brigaden setzten erstmals Frauen als Selbstmord-Attentäter ein, darunter Wafa Idris, die sich im Januar 2002 in Jerusalem in die Luft sprengte. (inn)
Islamisches Rechtsgutachten, das in Auslegung gesetzlich-religiöser Bestimmungen der Rechtsgrundsätze von einem oder einer Gruppe Rechtsgelehrter erstellt wird. (ep)
Der Tradition nach steht der markante Bau über der Felsspitze des Berges Morija, wo Abraham bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern. Der Felsendom ist neben der Kaaba in Mekka und dem Grab des Propheten in Medina einer der heiligsten Orte für die Moslems. Erbaut wurde die Moschee unter dem Kalifen Abd al-Malik Ibn Marwan. Eine Inschrift nennt das Jahr 691 als Gründungsjahr. 1099 wurde das Bauwerk durch die Kreuzfahrer zu einer Kirche umgestaltet. 1187 ließ Saladin wieder den Mond auf die markante Kuppel setzen und damit wurde das Gebäude erneut eine Moschee. Der Bau besteht aus einem Oktogon mit einer Seitenlänge von je 19,20 Metern. Die Gesamthöhe beträgt 33 Meter. 1963 wurde umfangreiche Restaurierungsarbeiten abgeschlossen, Mitte der neunziger Jahre die Kuppel neu vergoldet. Der prachtvolle Felsendom zählt zu den schönsten Gebäuden in Jerusalem. (ep)
Als ”Fida'ijn” sind palästinensische Kämpfer und Terroristen Teilnehmer des arabischen Widerstands gegen den Staat Israel. (ep)
Aus dem im Osten gelegenen See Genezareth (Kinneret) entnehmen die Israelis den größten Teil ihres Trinkwassers. Nachdem mit dem Bar Kochba-Aufstand (135 n. Chr.) der letzte jüdische Versuch misslungen war, Jerusalem zurückzuerobern, wurde Galiläa zum Zentrum der jüdischen Gelehrsamkeit. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich in der Stadt Safed (Zefat) die jüdische Mystik (Kabbalah). Weitere wichtige galiläische Städte sind Tiberias, Nazareth und Afula. (eh)
Die Geburtskirche ist einer der wenigen vollkommen erhaltenen Bauten aus frühchristlicher Zeit. Bereits im 4. Jahrhundert hatte Konstantin der Große eine Kirche oberhalb der Geburtsstätte bauen lassen. Im 6. Jahrhundert wurde die Kirche bei einem Samariteraufstand zerstört und anschließend von Justinian wieder aufgebaut. Ein Großteil des Bauwerks ist noch heute vorhanden.
Die Kreuzfahrer restaurierten die Kirche im 12. Jahrhundert und nutzten sie für die Königskrönung. Unter muslimischer Herrschaft verfiel die Kirche weitgehend, bis die griechisch-orthodoxe Kirche 1670 mit der Renovierung begann.
Der heiligste Ort dieser Kirche ist die Höhle, in der Jesus geboren wurde. Sie ist gekennzeichnet mit einem Stern. Direkt über ihr ist ein mit Mosaik geschmückter Altar aus dem 12. Jahrhundert. Die Mehrzahl der Mosaike und Ornamente stammen sowohl aus der Kreuzfahrerzeit als auch aus byzantinischer Zeit.
Der Hauptteil der Basilika sowie der Geburtsaltar in der Grotte befinden sich im Besitz der griechisch-orthodoxen Kirche. Die armenische Orthodoxie hingegen hält die Besitzrechte an dem nördlichen Querschiff und dem dortigen Altar. (ak)
Wenn der Tag nach Rosch HaSchana ein Schabbat ist, wird das ”Gedaliah-Fasten” um einen Tag auf den darauffolgenden Sonntag verlegt. Fromme Juden nehmen an diesem Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang keinerlei Nahrung zu sich. In den Synagogen werden besondere Schriftstellen verlesen, aber der Tag ist kein öffentlicher Feiertag. (inn)
Diese Sammlung von Lehrsätzen der mündlichen Torah wurde gegen 220 nach der Zeitrechnung von Rabbi Jehuda haNassi zusammengestellt. Mischna und Gemara bilden zusammen den Talmud. (eh)
Dies waren seine Vorgänger:
(inn)
Nach Überlieferung der Alten Kirche haben sich Kreuzigung, Bestattung und Auferstehung Jesu an dem Ort der heutigen Grabeskirche in Jerusalem ereignet. In der Orthodoxen Kirche ist sie als Auferstehungskirche - ”Anastasis” - bekannt. Kaiser Konstantin der Große ließ sie im Jahr 326 über dem vermuteten Grab Jesu und dem früheren Hügel Golgatha (hebräisch für ”Schädelstätte”) erbauen.
Im Laufe der Geschichte kam es mehrfach zu Zerstörungen und Veränderungen des Gotteshauses. 614 zerstörten die Perser die Kirche. Nach ihrem Wiederaufbau wurde sie um 1009 nochmals von Kalif Al-Hakim demoliert, wobei auch das Felsengrab Jesu größtenteils abgerissen wurde. Nur noch Reste des Felsens sind sichtbar. Um 1149 errichteten Kreuzfahrer die Kirche neu – sie ist in dieser Form bis heute erhalten.
Sechs christliche Konfessionen erheben Besitzansprüche auf das Heiligtum: Griechisch-Orthodoxe, Armenier, Syrer, Kopten, Äthiopier und Katholiken.
Während der Osterzeit pilgern Tausende Besucher nach Jerusalem, um die Grabeskirche zu besuchen. (cl)
Zudem förderte und organisierte sie die illegale zionistische Einwanderung. 1920 gegründet wurde die Haganah zum Kern der späteren Armee Israels, die 1948 aus dieser Organisation hervorging. Die Haganah zählte am Ende über 40.000 Mitglieder. (ep)
Aus der rabbinischen Zeit gibt es mehrere bedeutende Sammlungen der Halacha: die Mischna, die Tossefta, die halachischen Midraschim (Kommentare zu Bibeltexten) sowie den babylonischen und den Jerusalemer Talmud. (eh)
Ihr geistlicher Führer, Scheich Achmed Jassin, war geprägt von der ägyptischen Moslem-Bruderschaft. Er wurde am 22. März 2004 bei einem israelischen Raketenangriff in Gaza getötet.
Seit 1991 hat die Hamas einen militärischen Flügel, Izz Al-Din Al-Qassam, der für Hunderte von Terroranschlägen verantwortlich ist. Eine Unterabteilung dieses Flügels sind die Al-Madschahadun Al-Falestiniun (Heilige Kämpfer für Palästina). Die Gruppe kämpft für ein ”Palästina vom Meer bis zum Fluss” unter einer radikal-islamischen Führung. (inn)
Bei den Feierlichkeiten anlässlich der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel am 14. Mai 1948 spielte das ”Palestine Symphony Orchestra” die ”Hatikvah”.
Der Text der ”Hatikvah” stammt von dem galizischen Dichter Naphtali Herz Imber (1856-1909), die Melodie schrieb der 1878 aus Böhmen nach Israel eingewanderte Samuel Cohen. Ins Deutsche übersetzte die ”Hatikvah” Heinrich Löwe, ein Erforscher jüdischer Folklore aus Wanzleben bei Magdeburg. Die israelische Nationalhymne wird stehend gesungen. (hn)
Der Text von Israels Nationalhymne:
Kol od balevav penimah
nefesch yehudi homijah,
Ulefaatej misrah kadimah
ajin leZiyon zofijah,
Od lo avdah tikvatenu,
Hatikvah bat schnot alpajim,
Lih’jot am hofschi beartzenu,
Eretz Zion viruschalajim.
Lih’yot am hofschi beartzenu,
Eretz Zion viruschalajim.
Die deutsche Übersetzung lautet:
Solange im Herzen darinnen
ein jüdisches Fühlen noch taut,
solange gen Südost zu den Zinnen
von Zion ein Auge noch schaut.
Solange lebt die Hoffnung auf Erden,
die uns 2000 Jahre verband.
Dass ein Freivolk wir wieder werden
in Zion, Jerusalems Land.
Dass ein Freivolk wir wieder werden
in Zion, Jerusalems Land. (inn)
Dem ersten Aufsichtsrat gehörten berühmte Wissenschaftler wie Albert Einstein, Martin Buber und Sigmund Freud an. Zunächst gab es drei Forschungsinstitute - für Mikrobiologie, Chemie und Jüdische Studien. Im Jahr 1931 erhielten die ersten 13 Studenten ihre Abschlusszeugnisse für den Grad ”Magister Artium”.
Nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1948/49 war der Campus vom israelischen Westjerusalem abgetrennt. Deshalb begannen 1953 die Bauarbeiten für ein neues Universitätsgelände im zentral gelegenen Stadtteil Givat Ram. Nachdem die Israelis 1967 im Sechs-Tage-Krieg Ostjerusalem erobert hatten, konnten die Gebäude auf dem Mount Scopus wieder instandgesetzt werden. Seit 1981 befindet sich dort der wichtigste Teil der Hebräischen Universität.
Heute sind mehr als 24.000 Studenten an der Hochschule eingeschrieben. Die Studienfächer decken ein breites Spektrum der akademischen Fachbereiche ab. Zwischen dem Mount Scopus und Givat Ram verkehren regelmäßig Shuttle-Busse. Nähere Informationen gibt es unter www.huji.ac.il/huji/eng/. (eh)
Die geographische Situation begünstigt die in letzter Zeit verstärkten Angriffe auf Juden.
Das Stadtzentrum mit den jüdischen Wohnbereichen Avraham Avinu (1540 gegründet), Tel Rumeida (Admot Ischai), Beit Romano und Beit Hadassa liegt am tiefsten Punkt und ist umgeben von Hügeln, die Israel vor Jahren an die Palästinenser abgegeben hatte.
Die Jüdische Gemeinschaft Hebrons unter Leitung von Noam Arnon hatte in der Vergangenheit wiederholt die Rückeroberung der Hügel in der Innenstadt gefordert.
Seit 1968 leben wieder Juden in der Stadt, die bis zu dem gewaltsamen Pogrom am 18. Tag des jüdischen Monats Av im Jahr 5689 nach der Erschaffung der Welt (24. August 1929) eine der größten und bedeutendsten jüdischen Gemeinschaften im Heiligen Land beherbergte.
Die allermeisten Israelis im heutigen Hebron sind religiös. Sie beten am Grab der Erzväter Abraham, Isaak und Jakob, der so genannten Höhle Machpela (Ma´arat HaMachpela). Das von König Herodes vor 2.000 Jahren über der Höhle errichtete Gebäude war 700 Jahre lang – von 1267 bis 1967 - nur für Moslems zugänglich. Seitdem kommen jährlich Hunderttausende Juden aus aller Welt zum Gebet. Die Höhle Machpela ist – nach dem Tempelberg – die heiligste Stätte des Judentums.
In der Stadt wurde ferner im Jahr 1011 vor unserer Zeitrechnung der Bethlehemer Heerführer David Ben Jischai (”Sohn Isais”) zum König von Juda gekrönt, bevor er ab 1004 als Herrscher Israels das Land von Jerusalem aus regierte.
Hebron hat eine jüdische Vorstadt, das 1971 gegründete Kirijat Arba, mit heute rund 7.000 Einwohnern.
Die Tora erwähnt Hebron im biblischen Kernland Judäa erstmals im Buch Genesis, Kapitel 13, Vers 8, als ”Mamre”. In Kapitel 37 (Vers 14) wird die Stadt im Zusammenhang mit der samarischen Stadt Sichem (Nablus) erwähnt. (zö)
Sie kennzeichnet den Beginn der islamischen Zeitrechnung. (ep)
Sie bekommt Gelder von Syrien und dem Iran. Politischer Führer der Hisbollah ist Ibrahim Amin a-Sajjed.
Ende 1982 - nach der als Libanon-Krieg bekannt gewordenen Operation ”Frieden für Galiläa” - entsandte die persische Führung Befehlshaber der ”Islamischen Revolutionswächter”, die beim Aufbau einer islamischen Guerilla im Libanon behilflich waren.
Im Mai 2000 zog Israel seine Truppen aus dem Südlibanon ab. Seitdem hat die Hisbollah immer wieder Raketenangriffe auf israelisches Gebiet verübt. Am 12. Juli 2006 wurden bei einem Überfall der Terrorgruppe acht Soldaten getötet und zwei weitere entführt. Dies löste einen Krieg aus. Die Hisbollah griff israelische Städte und Ortschaften mit Raketen an. Am 14. August wurden die Kampfhandlungen durch eine UN-Resolution beendet. Die israelischen Soldaten verließen den Libanon. Dort wurde eine internationale UN-Truppe stationiert, die mit der libanesischen Armee zusammenarbeiten soll. (inn)
Er entstand aus der Vereinigung von Achdut HaAvoda und HaPo´el HaZa´ir. Sein Einfluss auf die Gesellschaft ist viel größer als der vergleichbarer Gewerkschaftsbünde in anderen Ländern.
Schon Anfang der 20er Jahre unterhielt die Histadrut Firmen und eine Bank. Heute betreibt der Bund auch Sozial- und Krankenversicherungen und unterhält Bildungseinrichtungen.
Viele politische Führer Israels kommen aus den Reihen der Histadrut, darunter Staatsgründer David Ben Gurion. Seit 1943 kümmert sich die Gewerkschaft auch um die Rechte arabischer Arbeiter und Angestellter. 1989 waren rund 85 Prozent aller Beschäftigten in Israel gewerkschaftlich organisiert. (inn)
Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Griechischen und bedeutet Brandopfer oder Ganzopfer.
Die systematische Judenverfolgung begann kurz nach Hitlers Machtergreifung im Jahr 1933. Jüdische Geschäfte wurden boykottiert und jüdisches Personal entlassen. Somit wurde den Juden in Deutschland die politische und wirtschaftliche Basis entzogen. Ihre Rechte als Staatsbürger verloren sie in Folge der Nürnberger Gesetze im Jahr 1935.
In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 folgte die Reichspogromnacht, die vom nationalsozialistischen Regime gelenkte Zerstörung von Einrichtungen jüdischer Bürger. Es wurden Synagogen, Geschäfte, Wohnhäuser und jüdische Friedhöfe verwüstet. Schließlich begann die planmäßige und grausame Ermordung der Juden in Konzentrationslagern. Erst nach der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands am 8. Mai 1945 zeigte sich langsam das wahre Ausmaß der Verbrechen.
Der Begriff "Holocaust" etablierte sich in Deutschland im Jahr 1979 durch die Ausstrahlung der amerikanischen Fernsehserie "Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss". Diese Soap zeigt das inhumane Verhalten der Nationalsozialisten an der fiktionalen Familie Weiss. Der ursprüngliche Begriff "holokaust", der aus dem Griechischen stammt, wurde durch die Dokumentarreihe des ZDF, "Holokaust", von Guido Knopp aufgegriffen.
Mit den Opfern des Holocausts beschäftigt sich heute vor allem das Simon Wiesenthal Center in Los Angeles. Die Organisation hat das Ziel, Toleranz und Verständnis gegenüber Mitmenschen zu bewahren und zu fördern. Der Gründer, Simon Wiesenthal, hat viele Personen, die an Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligt waren, der Gerichtsbarkeit zugeführt. Er selbst hatte zwölf Lager überlebt.
Die Gedenkstätte "Yad Vashem" in Jerusalem gilt als einer der bedeutendsten Orte zum Gedenken der Opfer des Holocaust. Im Jahr 1953 wurde das Zentrum für Dokumentation, Erforschung, Pädagogik und Gedenken an die Schoah auf dem Berg der Erinnerung in Jerusalem gegründet. Im "Garten der Gerechten unter den Völkern" auf dem Gelände der Gedenkstätte werden seit dem Jahr 1996 diejenigen geehrt, die während der Judenverfolgung Juden versteckt haben. Dies ist die höchste Auszeichnung des Staates Israel - sie wird ausschließlich an Nichtjuden vergeben. Als "Gerechte unter den Völkern" gelten unter anderen Oskar Schindler und Irena Sendler, die etwa 2.500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto schmuggelte.
Im Jahr 2005 wurde in Deutschland das Holocaust-Mahnmal in Berlin fertiggestellt. Es befindet sich in der Nähe des Brandenburger Tors und soll an die sechs Millionen Juden erinnern, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden. (ak)
Wörtlich: ”Übereinstimmung” - im Islam eine gemeinsame Entscheidungsfindung in Religionsfragen mit dem Ziel, eine übereinstimmende Regelung zu erklären. (ep)
Wörtlich ”Vorsteher” - islamischer Titel mit durchaus unterschiedlichen Bezügen: Einer der Titel eines Kalifen, Leiter einer Religionsschule, Vorsteher des gemeinsamen Gebets. (ep)
Die ”Intifada” stützte sich von Anfang an öffentlichkeitswirksam auf Steine werfende Kinder und Jugendliche. Im Herbst 2000 begann mit Ausschreitungen in Jerusalem die so genannte ”Al-Aksa-Intifada”. (ep)
Wörtlich: ”Nationale Militärorganisation” - eigentlich Irgun Zva´i Le´umi - auch als Abkürzung IZL beziehungsweise EZEL bekannt. Die Irgun ist eine radikale zionistische Gruppe, die sich 1931 von der britisch tolerierten Hagana abgespalten hatte. Sie war entschieden militant und radikal nationalistisch orientiert. Seit 1943 führte der spätere Premierminister Menachem Begin die Organisation. 1948 zählte die Irgun rund 5.000 Kämpfer. Die Irgun wurde unter massiven Drohungen in die Armee Israels integriert. (ep)
Im Koran sind die grundlegenden Glaubensinhalte formuliert. Der Islam breitete sich ab dem 7. Jahrhundert rasch im Orient und später weltweit aus. Der Islam gehört heute zu den monotheistischen Weltreligionen. (ep)
Beide sind semitische Sprachen und in ihrem Wortschatz zum Teil sehr ähnlich. Merkmal dieser Sprachengruppe ist, dass die so genannte Wort-Wurzel (meist drei Konsonanten) Sinnträger eines Wortes ist. Je nachdem, wie diese Konsonanten mit Vokalen kombiniert werden, entstehen neue Worte und Bedeutungen. Die Betonung liegt beim Ivrit in der Regel auf der letzten Silbe.
Ivrit ist deutschsprachigen Lernenden völlig fremd, weil es beim Wortschatz und Aufbau der Sprache keine Vergleiche mit Deutsch oder einer anderen europäischen Sprache gibt. Dazu kommt, dass bei Ivrit als einer ”Konsonantensprache” die fehlenden Vokale beim Lesen ergänzt werden müssen - und je nach Ergänzung der Vokale im Textzusammenhang unterschiedliche Bedeutungen ergeben. Zwar werden Vokale durch Punkte und Striche (meist unter den Konsonanten) angedeutet – in der Praxis aber nur in biblischen und lyrischen Texten und in einigen Sprachlehrbüchern. Erschwerend kommt hinzu, dass das alte wie das neue Hebräisch ein eigenes Schriftbild hat und (wie auch die arabische Schrift) von rechts nach links geschrieben und gelesen wird.
Ivrit wurde entwickelt aus dem alten Hebräisch, das die Sprache des ”Alten Testaments” ist und Jahrhunderte nur Sprache des Bibelstudiums und des Gebets war. Elieser Ben-Jehuda, ein 1881 nach Jerusalem eingewanderter russischer Jude, ist der ”Vater” der israelischen Umgangssprache. Zum vorhandenen Bestand an Wörtern fügte er neue hinzu, die aus Wurzeln des biblischen Hebräisch gebildet wurden. Moderne Fremdwörter glich er dem Charakter des Hebräischen in Struktur und Lautung an. So heißt z. B. ”Stadtplan” auf Ivrit (in Lautschrift) ”mapa”, in der Mehrzahl ”mapot”. (hn)
Die Region hat wegen seiner Lage (414 Meter unter dem Meeresspiegel) die höchste Sauerstoffkonzentration der Welt. Der hohe Luftdruck an diesem tiefsten Punkt der Erde und die große Verdunstung halten ultraviolette Strahlen ab.
Durch Wasserknappheit bestehen heute zwei ”Meere”. Das südliche um den Ferienort En Boqek wird durch Kanäle gespeist. In den Bergen um das Tote Meer, vor allem in den Oasen wie En Gedi, leben Steinböcke und Gänsegeier. Das Jordantal und das Seebecken sind Rastplätze auf den Zugwegen der Störche.
Das Jam HaMelach gilt – neben Eilat – als die sicherste Urlaubsregion im Heiligen Land. Das Tote Meer hat einen so hohen Anteil an Salz und Mineralstoffen, dass man beim Baden scheinbar gewichtslos auf dem Wasser liegen kann und nicht untergeht. Die besonders hohe Konzentration von Mineralstoffen (Magnesium, Kalzium, Kaliumchlorid, Bromide) im Wasser ist die Ursache und eine der Voraussetzungen für den Heilerfolg.
Touristen schätzen ein breit gefächertes Sport- und Fitnessprogramm sowie vielfältige Möglichkeiten zu Gymnastik, Massage und Entspannung – eine Ergänzung der wohltuenden und anregenden Schönheitspflege mit den bekannten Lotionen, Ölen und Cremes des Toten Meeres. Oder mit Ausflügen per Jeep oder Kamel in die grandiose Wüstenlandschaft der Umgebung. (inn)
Über sein Geburtsjahr gibt es unterschiedliche Angaben - einige Quellen sprechen von 1936, andere von 1938.
Während des israelischen Unabhängigkeitskrieges flohen Jassin und seine Familie in den Gazastreifen und ließen sich dort nieder. Im Alter von zwölf Jahren verletzte sich Jassin bei einem Sportunfall. Seitdem war er von der Hüfte abwärts querschnittsgelähmt und an einen Rollstuhl gefesselt.
Trotz der Behinderung beendete Jassin seine Schulausbildung in Gaza-Stadt und studierte ein Jahr in der ägyptischen Hauptstadt Kairo an der Universität Ein Schams. Wegen Geldmangels musste er sein Studium jedoch verkürzen und kehrte wieder in den Gazastreifen zurück. Er heiratet und wird im Laufe der Jahre Vater von elf Kindern.
Während seiner Zeit in Ägypten hatte Jassin Kontakte zur illegalen Moslembruderschaft geknüpft. Im Gazastreifen gründete er Ende der 70er Jahre eine eigene Bewegung - ”Al-Mudschama al-Islami”. Die Organisation war der Vorläufer der heutigen Hamas.
Um ein Gegengewicht zur Palästinensischen Befreiungsorganisation von Jasser Arafat zu schaffen, unterstützte Israel damals teilweise die Bewegung von Jassin. Die PLO agierte in dieser Zeit hauptsächlich von Tunesien, Jordanien und dem Libanon aus. Jassins Organisation konnte sich daher im Gazastreifen ungestört ausbreiten.
Nach der islamischen Revolution im Iran gründete Jassin Anfang der 80er Jahre eine neue, wesentlich radikalere Bewegung - die ”Madschd el Mudschaheddin” (Ruhm der Kämpfer des Islams).
1984 wurde Jassin wegen Waffen- und Sprengstoffbesitzes von israelischen Sicherheitskräften festgenommen und zu zwölf Jahren Haftstrafe verurteilt. Er kam jedoch bereits ein Jahr nach seiner Festnahme im Rahmen eines Gefangenenaustausches wieder frei.
Im Dezember 1987 - wenige Tage nach Beginn des ersten Palästinenseraufstandes - gab Jassin die Gründung der radikal-islamischen Hamas bekannt. Er veröffentlichte auch die Verfassung der Terrorgruppe. Darin wird zur Zerstörung des Staates Israel und zur Gründung eines islamischen Gottesstaates vom Jordan bis zum Mittelmeer ausgerufen.
Die Hamas begann in dieser Zeit mit ihrem aktiven Kampf gegen Israel. 1989 wurde Jassin, der als geistliches Oberhaupt der Hamas fungierte, erneut von israelischen Sicherheitskräften festgenommen und wegen Mordes und Anstiftung zur Gewalt zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt. Er soll unter anderem die Entführung und Ermordung zweier israelischer Soldaten angeordnet haben. Jassin galt damals bereits als ”größter Feind Israels”. Allerdings kam er schon 1997 wieder frei. Der israelische Geheimdienst Mossad hatte unter dem damaligen Premierminister Benjamin Netanjahu einen Giftanschlag auf den Hamas-Führer Chaled Maschal in der jordanischen Hauptstadt Amman geplant - dieser scheiterte jedoch. Zwei israelische Agenten wurden mit kanadischen Pässen verhaftet. Der jordanische König Hussein forderte nach dem versuchten Mord die Freilassung von Jassin und Dutzenden Palästinensern.
Nach seiner Entlassung wurde der fast blinde und schwerhörige Jassin von Arafat persönlich im Gazastreifen empfangen. Zehntausende Palästinenser feierten das Hamas-Oberhaupt. Jassin ist in der Region bei der Bevölkerung beliebter als Arafat, beide sind starke Kontrahenten. Mehrmals stellt der PLO-Chef den Hamas-Führer unter Hausarrest.
In Interviews und Ansprachen preist Jassin immer wieder die palästinensischen Selbstmordattentäter und fordert zum Mord an Juden und zur Zerstörung Israels auf. Seine Organisation wird für die Tötung Hunderter Israelis verantwortlich gemacht.
Am 6. September 2003 werfen israelische Kampfhubschrauber über einem Wohnhaus in Gaza eine 250 Kilogramm schwere Bombe ab. In dem Gebäude hatten sich Jassin und weitere hochrangige Hamasvertreter aufgehalten. Jassin entkommt jedoch unverletzt.
Nach mehreren Anschlägen der Hamas droht Israel Anfang des Jahres 2004 erneut mit gezielten Angriffen auf Führer der Terror-Organisation. Jassin scheint sich dennoch in Sicherheit zu wiegen.
Am Montagmorgen, dem 22. März, feuern israelische Soldaten von Kampfhubschraubern aus drei Raketen auf Jassin und seine Leibwächter. Das Hamas-Oberhaupt hatte mit seinen Begleitern gerade eine Moschee im Stadtteil Seitun von Gaza verlassen. Der Terrorführer und sieben weitere Palästinenser sterben bei dem Angriff. (inn)
Sie erhielt den Ehrentitel ”Stadt des Propheten” - Medina. Neben Mekka und Jerusalem ist Medina einer der heiligen Orte des Islam. (ep)
Jeckes kamen vor allem während der fünften Einwanderungswelle in den Jahren 1932 bis 1938 nach Israel. Die wenigsten von ihnen waren Zionisten oder kamen zum Aufbau des jüdischen Staates. Sie flohen vor dem Nazi-Regime in Deutschland.
Jeckes waren die Gründungsväter zahlreicher Bereiche in der israelischen Gesellschaft. Sie prägten das Justizwesen, Bankwesen, die Presselandschaft, Wirtschaft und Kultur. Doch ihre enorme Bedeutung für den Aufbau des jüdischen Staates hat bis heute keine angemessene Würdigung erfahren.
Ihre gemeinhin als typisch deutsch geltenden Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Genauigkeit und Sorgfalt waren jahrzehntelang das Thema zahlreicher Witze und wurden zum Symbol dieser Volksgruppe. In Israel entwickelte sich die Redewendung: ”Sei doch nicht so ein Jecke”.
Woher das Wort ”Jecke” tatsächlich stammt, ist umstritten. Volkstümlich wird es darauf zurückgeführt, dass die Jeckes im heißen Klima des Orients auf die Straße gingen, wie sie es aus Berlin oder Frankfurt gewohnt waren - stets förmlich gekleidet, mit Krawatte und Jackett. (dn)
Ebenso verfuhr er mit allem Leid, das auf der Erde geschehen sollte.
Wie keine andere Stadt trägt Jerusalem historische und religiöse Überlieferungen dreier Weltreligionen. Für Juden ist es die heiligste Stadt und für Moslems die drittheiligste nach Mekka und Medina. Christen glauben, dass Jesus hier gekreuzigt worden und auferstanden ist.
Die jüdische Geschichte Jerusalems ist rund 3.000 Jahre alt. Nach dem Alten Testament hat König David die Stadt, die bereits Jahrhunderte vorher in ägyptischen Quellen erwähnt wurde, 997 vor der Zeitrechnung von den Jebusitern erobert. Seitdem war Jerusalem die Hauptstadt des jüdischen Königreiches. Vor seinem Tod kaufte David eine Tenne auf dem Berge Moria. Dort ließ sein Sohn Salomo den ersten Tempel bauen. Schon vorher galt der Berg als heilig. Der Überlieferung zufolge hat Gott Abraham befohlen, dort seinen Sohn Isaak zu opfern.
Nach Ende des Königreiches wurde Jerusalem nacheinander von den Babyloniern, Persern, Griechen und Römern erobert. Der babylonische König Nebukadnezar ließ 587 die Stadt und den Tempel zerstören. Die meisten Israeliten gerieten in Gefangenschaft. Unter persischer Herrschaft erhielten die Juden die Erlaubnis, das Heiligtum und die Stadtmauern wieder aufzubauen. Der zweite Tempel wurde 515 eingeweiht.
Im Jahr 63 eroberte der römische Feldherr Pompeius Jerusalem von den Griechen. Judäa, Samaria und Galiläa wurden römische Provinzen. Kaiser Titus ließ Jerusalem und den Tempel im Jahr 70 nach der Zeitrechnung zerstören. Nach dem gescheiterten Aufstand unter der Leitung von Simeon Bar Kochba (132-35) wurde Jerusalem zur römischen Militärkolonie Aelia Capitolina. Juden wurde der Zutritt zur Stadt untersagt. Das ganze Gebiet wurde Palästina genannt. Durch die Umbenennung wollten die Römer jede Erinnerung an das jüdische Leben in der Region auslöschen.
Im 6. Jahrhundert ließ der byzantinische Kaiser Justinian auf dem Tempelplatz eine Marienkirche bauen. Nachdem die Moslems im Jahr 638 die Stadt eingenommen hatten, errichteten sie auf dem Tempelberg zunächst den Felsendom. Später bauten sie Justinians Kirche zur Al-Aksa-Moschee um. Nach islamischer Überlieferung ist der Religionsgründer Mohammed von hier aus mit einem geflügelten Pferd in den Himmel aufgestiegen. Im Koran wird Jerusalem allerdings nicht erwähnt.
Im 11. und 12. Jahrhundert von Kreuzfahrern beherrscht, kam Jerusalem im 13. Jahrhundert erneut unter moslemische Herrschaft, zuerst der ägyptischen Mamelucken, 1517 der osmanischen Türken.
Im Jahr 1917 eroberten die Briten die Stadt. Das britische Mandatsgebiet umfasste das heutige Jordanien sowie Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete. Fünf Jahre später wurde auf mehr als 75 Prozent des historischen Palästinas der arabische Staat Transjordanien gegründet. Die Vereinten Nationen beschlossen am 29. November 1947 eine erneute Teilung des Restgebietes in einen jüdischen und einen weiteren arabischen Staat.
David Ben Gurion verlas am 14. Mai 1948 in Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel. Der neue Staat wurde sofort von fünf arabischen Nachbarländern angegriffen. Am Ende des Unabhängigkeitskrieges befand sich der Ostteil Jerusalems unter jordanischer Herrschaft, während die Vorstädte im Norden und Westen israelisches Staatsgebiet wurden.
Seit 1949 ist Jerusalem die Hauptstadt Israels. Da nach Vorstellung der UN Jerusalem internationalisiert werden sollte, haben alle Staaten ihre Botschaften in Tel Aviv eröffnet. Seit Jahren machen Politiker in den USA Jerusalem zum Wahlkampfthema, indem sie versprechen, die Botschaft dorthin zu verlegen.
Im Juni 1967 eroberte Israel im Sechs-Tage-Krieg von Ägypten den Gazastreifen sowie von Jordanien Judäa, Samaria und Ostjerusalem. Seitdem können Juden wieder an der Klagemauer beten – der Westmauer des zweiten Tempels. In der Stadt leben heute etwa 405.000 Juden und ungefähr 155.000 Araber. (eh/dk)
Extrem orthodoxe Jeschiwa-Studenten lehnen in der Regel aus religiösen Gründen den Staat Israel und damit den Militärdienst ab. Seit 1948 erhielten sie einen Aufschub und seit 1977 eine Befreiung von der Wehrpflicht. (ep)
Sie wurde 1929 von der Zionistischen Weltorganisation gegründet, um die jüdische Gemeinschaft im Land Israel gegenüber den britischen Mandatsbehörden, ausländischen Regierungen und internationalen Organisationen zu vertreten.
Nach der Gründung des Staates Israel 1948 wurde der Vorsitzende der Jewish Agency, David Ben Gurion, der erste Premierminister.
Nach der Unabhängigkeit Israels wurde die Zuständigkeit für bestimmte nationale Aufgaben wie Einwanderung und Eingliederung von Einwanderern, ländliche Siedlungen und Unterbringung von Einwanderern, Bildungs- und Jugendarbeit sowie Städtesanierung durch Gesetz teilweise der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency übertragen.
Viele dieser Aufgaben wurden später jedoch wieder von der Regierung übernommen.
Die Internetseiten der Jewish Agency finden Sie unter www.jafi.org.il. (dn)
Jiddisch vereint hebräische und mittelhochdeutsche Wurzeln, angereichert mit polnischen und russischen Elementen. Orthodoxe Juden im heutigen Israel, die Hebräisch im profanen Gebrauch ablehnen, verständigen sich unverändert auf Jiddisch. (ep)
Wörtlich: ”Kampf” Der arabische Begriff bedeutet auch ”Anstrengung/Auseinandersetzung” und ist die Bezeichnung für die Ausbreitung des Islam mit allen Mitteln. Dschihad ist in diesem Sinne ein ”heiliger Krieg” gegen die nichtmuslimische Welt - mit Versprechen, Verträgen und Feldzügen. (ep)
Um zehn Uhr morgens ertönt eine Sirene, die zwei Minuten des Schweigens für die gesamte Nation einleitet. (dk)
Jeweils am Abend und am Morgen werden bei Sirenenton zwei Schweigeminuten abgehalten. (dk)
Die Anfänge der kabbalistischen Tradition gehen auf das 1. Jahrhundert nach Christus zurück. Das Wort Kabbalah stammt von dem hebräischen Wort ”kibel” ab, was ”empfangen” bedeutet. Die Kabbalah beschreibt alle Motivationen menschlicher Handlungen als ein ”Verlangen zu empfangen”. Kabbalisten streben nach Spiritualität und einem höheren Bewusstsein und sie suchen eine unmittelbare Beziehung zu Gott. Eine große Rolle bei der Kabbalah spielt auch die Seelenwanderung, bei der es um die Rückführung der Welt zu ihrem heilen Anfangszustand geht. Magische Handlungen dienen beispielsweise dem Schutz gegen den ”bösen Blick” - hierzu werden manchmal neugeborenen Kindern Talismane umgebunden, um den Blick etwaiger Neider abzuwehren. Bei der Kabbalah wird zwischen drei Formen unterschieden: der theoretischen, der meditativen und der magischen Kabbalah. Die jüdisch-orthodoxe Tradition empfiehlt, mit dem Kabbalah-Studium nicht vor dem 40. Lebensjahr zu beginnen.
In Israel ist seit dem 16. Jahrhundert der Ort Zefat (Safed) in Galiläa ein Zentrum der Kabbalah. Einige Kabbalisten sind davon überzeugt, dass der Messias zuerst in Zefat erscheinen wird, um von dort nach Jerusalem zu ziehen.
Mittlerweile bekennen sich auch viele Prominente zu den Lehren der Kabbalah - allerdings nicht zur traditionell jüdischen. Sängerin Madonna, Schauspielerin Demi Moore, Supermodel Naomi Campbell und Rockstar Mick Jagger haben unter anderen dazu beigetragen, die Organisation ”Kabbalah Centre” bekannt zu machen. Diese Bewegung gründete im Jahr 1969 in Tel Aviv ihr erstes Zentrum, mittlerweile gibt es weltweit über 50 solcher Einrichtungen. Das ”Kabbalah Centre” wird von dem US-Amerikaner Philip Berg, einem ehemaligen Versicherungsvertreter, geführt. Im Gegensatz zu den traditionellen Kabbalisten, die viele Jahre in das Studium investieren, werden hier die einzelnen Meditationen und Praktiken enorm verkürzt ausgeführt. Um Kabbalah-Schriften zu verstehen, müssen keine Sprachen wie Hebräisch oder Aramäisch beherrscht werden. Hier reicht es laut Berg aus, mit den Fingern über die Textzeilen zu fahren, um die Buchstaben zu ”scannen” und so deren positive Energie aufzunehmen. Zudem werden esoterische Praktiken angewendet und Reinkarnationslehren vertreten. Außerdem werden verschiedene Kurse für viel Geld angeboten, unter anderem kann man ”erlernen, Krebserkrankungen zu verhindern” und ”grenzenlosen Wohlstand zu erreichen”. Kabbalisten und Rabbiner werfen der Bewegung Oberflächlichkeit und Verfälschung der ursprünglichen Lehre vor. (dn)
Kach ist religiös-nationalistisch ausgerichtet, schaffte 1984 den Sprung in die Knesset. Kahane fordert die Araber auf, das Land zu verlassen. Kach wurde inzwischen als Partei in Israel verboten. Kahane wurde 1990 von einem Araber ermordet. Sein Sohn Benjamin Kahane führte die Bewegung als Kahana Chai (”Kahane lebt”) mit gleichen Zielen weiter. Er kam bei einem Anschlag Ende 2000 ums Leben. (ep)
Das Kaddisch wird mit Hiob in Zusammenhang gebracht: Selbst wenn GOTT mich tötet, behalte ich das Vertrauen zu IHM. Im Kaddisch unterwirft sich der Mensch dem Ratschluss Gottes und bekennt so, dass Gott alles richtig entschieden hat. (ep)
Nach dem Abzug aus dem Gazastreifen standen auf dem Parteiprogramm weitere Rückzüge aus palästinensisch dominiertem Gebiet. Viele Vertreter des Likud, dessen Vorsitzender Scharon bis dahin war, und der Arbeitspartei (Avoda) wechselten zu Kadima. Im Januar 2006 fiel der Gründer und Parteichef ins Koma. Ehud Olmert übernahm den Kadima-Vorsitz und wurde zwei Monate später zum neuen israelischen Premier gewählt. (eh)
Der Kettendom steht interessanterweise genau in der Mitte des Tempelplatzes. Das Gebäude wurde ebenfalls unter dem Kalifen Abd al-Malik Ibn Marwan errichtet. In der Kreuzfahrerzeit wurde der Kuppelbau zur Kapelle, die dem Apostel Jakobus geweiht war. 1187 beendete Saladin die christliche Periode und führte die Funktion aller Bauten auf den islamischen Ursprung zurück. (ep)
Die ersten Kibbutzim wurden bereits 40 Jahre vor der israelischen Staatsgründung meist von aus Osteuropa stammenden Zionisten aufgebaut. Heute gibt es mehr als 270 Kibbutzim in Israel, die meist 200 bis 2.000 Mitglieder haben. Rund acht Prozent der israelischen Bevölkerung leben in einer Gemeinschaftssiedlung.
Früher war die Landwirtschaft Haupteinnahmequelle der Kibbutzim. Inzwischen haben in vielen Gegenden die Kibbutzim ihre Ressourcen zusammengelegt und Industrieunternehmen gegründet. Auch der Tourismus ist zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Die Einnahmen aus solchen Quellen werden für das Allgemeinwohl und für die Errichtung neuer wirtschaftlicher Zweige genutzt.
Besonders bekannt ist Sde Boker in der Negev-Wüste, an dessen Gründung David Ben Gurion beteiligt war. Im Alter von 84 Jahren zog er sich endgültig aus dem öffentlichen Leben nach Sde Boker zurück. (ak)
Wörtlich ”Heiligung” - jüdischer Segenswunsch über dem Kelch. Wird zu Beginn des Schabbat oder eines Festtages gesprochen. (ep)
Ephraim Kishon wurde am 23. August 1924 als Ferenc Hoffmann in der ungarischen Hauptstadt Budapest geboren. Sein Vater war Bankdirektor, seine Mutter dessen Sekretärin. Die Familie war nicht religiös. Mit 17 Jahren gewann er den Landespreis für die beste Kurzgeschichte. Nach dem Abitur 1941 konnte er wegen der Judengesetze nicht studieren und begann eine Lehre als Goldschmied.
Drei Jahre später wurde Ephraim Kishon deportiert und in verschiedenen Arbeitslagern interniert. Auf dem Transport in ein Konzentrationslager in Polen gelang ihm die Flucht. Er nahm die Identität eines nicht-jüdischen slowakischen Arbeiters und den Namen Stanko Andras an. Ein Großteil seiner Familie kam in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ums Leben. Nur seine Eltern und die Schwester Agnes überlebten die Judenverfolgung.
In Budapest begann der Satiriker nach dem Krieg das Studium der Kunstgeschichte und Bildhauerei, das er drei Jahre später mit einem Diplom abschloss. Er änderte seinen Nachnamen in Kishont um. 1946 heiratete er Chawa (Eva) Klamer aus Österreich. Ohne sein Wissen schickte eine Tante von ihm 1948 seine Satire über Glatzköpfe an den landesweiten Romanwettbewerb der führenden ungarischen Literaturzeitung. Er gewann den ersten Preis und wurde Mitglied der Redaktion des satirischen Blattes ”Ludas Matyi”. Doch das Ehepaar beschloss wegen der Kommunisten, Ungarn zu verlassen. 1949 kamen sie mit einem Flüchtlingsschiff nach Israel. Von einem Einwanderungsbeamten erhielt er den Namen Ephraim Kishon. Sein erstes Buch, eine Sammlung von humorvollen Erzählungen, erschien unter dem Titel ”Der Neueinwanderer, der uns auf die Nerven geht”. Ab 1952 schrieb er unter dem Pseudonym ”Chad Gadja” (Lämmchen) täglich eine Kolumne für die größte israelische Tageszeitung ”Ma´ariv” - mehr als 30 Jahre lang. 1957 wurde sein Sohn Rafael (Rafi) geboren. Kurz darauf scheiterte die Ehe mit Chawa.
Seine internationale Karriere begann 1959: Die ”New York Times” wählte seine Satirensammlung ”Drehen Sie sich um, Frau Lot” zum Buch des Monats. Zudem gründete er das Theater ”Die Grüne Zwiebel” in Tel Aviv. Im selben Jahr heiratete Kishon die Pianistin Sara Lipovitz - in seinen Büchern ”die beste Ehefrau von allen”. Sie bekamen zwei Kinder: Amir (1964) und Renana (1968).
In den folgenden Jahrzehnten schrieb Kishon Theaterstücke, Hörspiele und Satiren. Zudem arbeitete er als Regisseur. Vor allem in Deutschland hatte er ein großes Publikum - allein 32 Millionen seiner Bücher sind bisher in deutscher Sprache erschienen. In Israel stieß er 1968 mit seinem Buch über den Sechs-Tage-Krieg - ”Pardon, wir haben gewonnen” - auf große Kritik. Einige Medien sahen darin nationalistische Tendenzen. Doch 2002 erhielt er aus den Händen von Bildungsministerin Limor Livnat den Israel-Preis für sein kulturelles Lebenswerk.
Im Frühjahr 2002 starb Sara Kishon an Krebs. Ein Jahr später heiratete Ephraim Kishon die 32 Jahre jüngere Schriftstellerin Lisa Witasek aus Wien. Zuletzt lebte Kishon abwechselnd in Tel Aviv und in dem Haus, das er 1981 in Appenzell in der Schweiz gekauft hatte. Am 29. Januar 2005 starb er im Alter von 80 Jahren in seinem Schweizer Domizil. Er wurde in Tel Aviv beigesetzt. (eh)
Die Parlamentsarbeit erfolgt in Plenarsitzungen und in zehn ständigen Ausschüssen. In Plenarsitzungen finden Debatten und Abstimmungen statt über Politik und Aufgaben der Regierung, über Gesetzesvorlagen der Regierung oder eines Parlamentsmitglieds. Die Debatten finden in Hebräisch statt; arabische oder drusische Mitglieder können vor dem Parlament in Arabisch reden, der zweiten Amtssprache Israels.
Um Gesetzeskraft zu erlangen, muss ein Gesetzesentwurf in der Knesset drei Lesungen durchlaufen. Änderungen an Entwürfen werden bei der Beratung im Ausschuss nach der ersten Lesung vorgenommen. Eine Prüfung erfolgt nach der zweiten Lesung im Plenum. Die endgültige Abstimmung über die Vorlage erfolgt dann in dritter Lesung. Das Gesetz tritt in Kraft, wenn der Präsident, der Premier und der zuständige Ressortminister das Gesetz unterzeichnen.
Die Mitglieder der Knesset repräsentieren das gesamte Spektrum der politischen Parteien Israels. Sie werden alle vier Jahre in geheimer Wahl neu bestimmt. Dabei gilt das ganze Land als ein einziger Wahlbezirk. Die Zahl der Sitze jeder Partei in der Knesset entspricht ihrem Anteil an den gesamten Stimmen bei den Nationalwahlen. Wahlberechtigt sind alle Staatsbürger über 18 Jahre; ab dem 21. Lebensjahr können sie in ein Amt gewählt werden. (hn)
Teddy Kollek wurde am 27. Mai 1911 in der österreichischen Stadt Wien geboren. Durch den Einfluss seines jüdischen Vaters Alfred Kollek entwickelte er bereits in seiner Jugend eine große Leidenschaft für den Zionismus - eine jüdische National-Bewegung, die für das Recht eines jüdischen Staates kämpfte. So kam es, dass der junge Kollek sich stark in der HeChalutz-Bewegung (Pionier-Bewegung) engagierte und dadurch mehrere Länder Europas kennen lernte.
Mit 24 Jahren wanderte der Österreicher nach Israel aus, wo er 1937 seine heutige Frau Tamar Schwarz heiratete. Neben der Gründung des Kibbutz ”Ein Gev” am See Genezareth arbeitete er in zionistischen Jugendgruppen, wodurch er zum Vertreter jüdischer Interessen in Europa wurde. In dieser Funktion bekam er kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Kontakt zum deutschen SS-Führer Adolf Eichmann. Kollek überredete ihn, 3.000 jüdische Jugendliche aus Konzentrationslagern zu entlassen und ihnen die Möglichkeit zu geben, nach England auszuwandern.
In den Jahren 1941 bis 1965 bekleidete der deutschsprachige Israeli verschiedene Posten: Er eröffnete ein Büro der Jewish Agency in Istanbul, war Leiter der USA-Abteilung des israelischen Außenministeriums, Staatssekretär des Premierministers und Mitbegründer des Israel-Museums in Jerusalem.
1965 wurde Teddy Kollek zum Bürgermeister von Jerusalem gewählt und blieb es 28 Jahre lang. Innerhalb seiner sechs Amtsperioden strukturierte er unter anderem die Kommunalverwaltung neu, ließ Jerusalem durch Parks und Gärten begrünen und reformierte die Archäologie und den Denkmalschutz. Dadurch verbesserte Kollek wesentlich die Lebensqualität für Juden, Araber und Christen.
Um seine Ideen auch umsetzen zu können, gründete der Bürgermeister 1966 die ”Jerusalem Foundation”, die bis heute von Freunden und Gönnern innerhalb und außerhalb Israels unterstützt wird.
Sein persönliches Bestreben war immer, Frieden zu schaffen zwischen den religiösen Gruppierungen Jerusalems. Kollek lehnte jede Art des Extremismus ab, sowohl von arabischer, als auch von jüdischer Seite. Er sicherte allen Bewohnern absolute Religionsfreiheit zu und erreichte so ein relativ friedliches Zusammenleben in der israelischen Hauptstadt.
1993 verlor der Israeli die Wahl zum Bürgermeister an den Likud-Kandidaten Ehud Olmert.
Teddy Kollek wurde bisher mit über 40 Preisen und Ehrendoktortiteln ausgezeichnet. Dazu gehören der Ehrendoktor der Harvard Universität in Massachusetts (1984), der Israel-Preis (1988), der UN Human Rights Award (Menschenrechte-Auszeichnung) und das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1998). Die Keuken- hofer Tulpenzüchter-Vereinigung benannte 1991 sogar eine spezielle Tulpenart nach ihm. (inn)
In dem Gebiet liegen sieben palästinensische Städte, darunter Nablus (Sichem), Ramallah, Jericho, Betlehem und der Großteil der Erzväterstadt Hebron. Insgesamt leben dort 500.000 Menschen.
In der Zone B sorgen Israelis und Palästinenser gemeinsam für die öffentliche Sicherheit. In der Region liegen rund 400 palästinensische Dörfer mit 600.000 Einwohnern.
Zone C umfaßt den größten Teil (rund 60 Prozent) von Jescha, der vom israelischen Militär kontrolliert wird. In 144 jüdischen Ortschaften leben hier 150.000 Israelis, die von zahlreichen Militärstützpunkten geschützt werden. In den Dörfern leben Schätzungen zufolge 30.000 Palästinenser. (inn)
Koscher ist hebräisch für ”passend, geeignet”. Das zugehörige Substantiv heißt ”Kaschrut”.
Ein wichtiger Grundsatz ist die Trennung von Milch und Fleisch sowie von ihren Produkten. Um dies wirklich einzuhalten, haben viele Juden dafür getrenntes Geschirr. Es gibt auch besondere Spülbecken und Geschirrtücher. Lebensmittel, die weder milchig noch fleischig sind, wie Obst, Gemüse, Eier oder Fische, werden als ”parve” bezeichnet.
Das Gegenteil von koscher lautet ”trefe”. Dieses Wort bedeutet ursprünglich ”zerrissen”. Es bezieht sich auf Tiere, die von einem anderen Tier getötet und von Menschen in der Natur gefunden werden. Sie dürfen laut biblischer Tradition nicht gegessen werden. Trefe ist alles, was Blut enthält. Deshalb werden Tiere auf eine besondere Weise geschlachtet - das nennt man ”schächten”. In der Bibel (3. Mose 11) findet sich zudem eine Aufzählung von unreinen Tieren. Rein sind Säugetiere, die wiederkäuen und gespaltene Hufe haben, sowie Fische mit Flossen und Schuppen. Zu den unreinen Tieren zählen beispielsweise das Schwein, das Kamel oder der Adler.
Die Bezeichnung ”koscher” kann sich auch auf Torah-Rollen beziehen, die unbrauchbar geworden sind. (eh)
Sie weist altspanische, hebräisch-aramäische und arabische Elemente auf. Geschrieben wird sie in hebräischen Buchstaben.
Heute ist Ladino eine tote, vom Aussterben bedrohte Sprache. Sie steht daher unter dem Schutz der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation). Ladino wird nur noch in einigen jüdischen Gemeinden auf dem Balkan wie in Sarajewo, Saloniki und Istanbul gesprochen. (dn)
Neben dem Passafest (Pessach) und dem Wochenfest (Schawuot) ist es im jüdischen Denken das größte, das am meisten ersehnte, das populärste und das fröhlichste Fest, kurz gesagt: ”das Fest” überhaupt.
In Erinnerung an die 40-jährige Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten soll Israel sieben Tage lang in ”Laubhütten” wohnen. Überall in Israel sind in dieser Zeit auf Balkons, vor Wohnhäusern, in Gärten, auf Veranden, in Parks und auf Parkplätzen die ”Sukkot” (Laubhütten) zu sehen, in denen sich das ganze familiäre Leben in dieser Woche abspielt. Fromme Juden verbringen sogar die Nacht in ihren Laubhütten.
Nur der erste und der letzte Tag des Laubhüttenfestes sind Feiertage, an denen das öffentliche Leben in Israel ruht. Die Kinder haben in dieser Zeit Schulferien und das ganze Land ist während des Laubhüttenfestes voller Ausflügler. An vielen Orten herrscht Volksfeststimmung.
In den Synagogen werden in dieser Woche spezielle Gebete verrichtet. Besonders auffallend ist, daß die gesetzestreuen Juden die ”vier Arten” von Pflanzen mit sich herumtragen, einen Palmzweig, eine Zitrusfrucht, einen Myrten- und einen Weidenzweig, die unterschiedlich symbolisch gedeutet werden.
Im Blick auf das Neue Testament ist das Laubhüttenfest das einzige jüdische Fest, dessen Verheißungen auch heute noch ausstehen (vergleiche Sacharja 14,16-19).
Bibeltexte: 3.Mose 23,34-43; 4.Mose 29,12-39; 5.Mose 16,13-17
Der Tag nach Sukkot ist das ”Freudenfest der Tora” (Simchat Tora). Aus Freude darüber, daß Gott seinem Volk die Torah, sein Wort, anvertraut hat, tanzen jüdische Gläubige am Vorabend dieses Festes in den Synagogen mit den kostbaren Torah-Rollen im Arm. (inn)
An der Spitze der Abspaltung von Ezel stand Abraham Stern - deshalb auch ”Stern-Truppe” genannt. Mitglied war u.a. der spätere israelische Außenminister Schamir. Die extrem nationalistische und antibritische Lechi löste sich mit der Staatsgründung auf. (ep)
Seine Stammwähler sind weniger verdienende Bevölkerungsgruppen der Großstädte sowie Bewohner von Entwicklungsstädten im Süden des Landes.
Seine politischen Wurzeln sind die 1948 von Menachem Begin gegründete rechtsnationale Cherut-Partei sowie die aus der Allgemeinen Zionistischen Bewegung hervorgegangene Liberale Partei.
Von 1948 bis 1967 sowie von 1969 bis 1977 war die politische Rechte Israels in der Opposition. Seit 1977 stellte der Likud vier Regierungschefs: Menachem Begin, Jitzhak Schamir, Benjamin Netanjahu und Ariel Scharon. (inn)
Am Anfang hatte der Verein einen kleinen Truck, der zum Rettungswagen umfunktioniert war und ein Dutzend ehrenamtliche Helfer.
Im Jahr 1950 verabschiedete die Knesset (israelisches Parlament) das Magen David Adom-Gesetz. Demnach wirkt der MDA – vergleichbar den Rotkreuz- und Roter Halbmond-Gesellschaften - im Rahmen der Genfer Konvention. Seit Juni 2006 ist die Organisation offiziell Mitglied der Rotkreuz-Bewegung.
Der MDA unterhält einen Rettungsdienst mit dezentralen Rettungswachen und mehr als 500 Fahrzeugen. Ferner gehören ein Blutspendedienst und die Breitenausbildung in lebenserhaltenden Maßnahmen (u.a. Erste Hilfe) zum Werk. (inn)
Unter der Regierung eines Hochkommissars wurde eine Zivilverwaltung eingerichtet und in wesentlichen Bezügen britische Gerichtsbarkeit eingeführt. Das Mandatspalästina umfasste die Gebiete des heutigen Jordanien und Israel samt Judäa, Samaria und Gaza. Im Zuge der verstärkten jüdischen Einwanderung in den 30er Jahren und des arabischen Aufstands wuchsen in den 40er Jahren die Probleme im Mandatsgebiet zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen. Am 29. November 1947 beschlossen die Vereinten Nationen mit Mehrheit das Ende des Mandats. Am 15. Mai 1948 endete offiziell die britische Herrschaft über Palästina. (ep)
Herodes der Große baute in den Jahren 36 bis 30 vor unserer Zeitrechnung Massada zu einer gewaltigen Festung aus. Ursprünglich war sie von Makkabäern angelegt worden. Eine 1.300 Meter lange Kasemattenmauer, verstärkt durch 38 je zehn Meter hohe Türme, umschloss das 200 mal 600 Meter große Gipfelplateau. Herodes hatte mehrere Paläste, Verwaltungsgebäude, Truppenunterkünfte und zwölf Zisternen mit einem Fassungsvermögen von je 4.000 Kubikmetern auf dem Felsen anlegen lassen.
Nach dem Tod von Herodes diente Massada als römische Garnison. Im Jahr 66 nach unserer Zeitrechung eroberte eine Gruppe jüdischer Zeloten unter dem Kommando von Menachem Ben Jair die Festung. Wegen innerjüdischer Konflikte hatten sie Jerusalem zu Beginn des jüdischen Aufstandes gegen Rom verlassen. Aufgrund der Auseinandersetzungen wurde Menachem Ben Jair wenig später getötet und sein Neffe, Eleasar Ben Jair, wurde sein Nachfolger.
Im Jahr 72, zwei Jahre nach dem Fall Jerusalems und der Zerstörung des Tempels, marschierte der römische Statthalter Flavius Silva mit der Zehnten Legion gegen Massada und belagerte diesen letzten jüdischen Widerstand.
Flavius schloss Massada mit einem 4.500 Meter langen Wall ein und legte acht Lager an. Auf der einen Seite wurde eine hohe Rampe aus Erde aufgeschüttet, die heute noch zu sehen ist, aber es gelang den Römern nicht, durchzubrechen. Katapulte schossen Felsblöcke auf das jüdische Lager und schlugen schließlich, nach achtmonatiger Belagerung, eine Bresche in die westliche Schutzmauer. Die Römer setzten die hölzernen Barrieren in Brand, und die Juden standen vor einer schicksalhaften Entscheidung. In dieser aussichtslosen Lage forderte Eleasar Ben Jair seine Kameraden auf, den Tod zu wählen, um der Gefangenschaft zu entgehen.
Sie verbrannten ihre Habe, außer die Lebensmittelvorräte, um den Römern zu zeigen, dass sie nicht aus Hunger diesen Ausweg gewählt hatten. Danach losten sie zehn Männer aus, die erst die anderen töteten und zum Schluss sich selbst. Als die Römer am nächsten Morgen zum Angriff antraten stießen sie auf 960 Tote - Männer, Frauen, Kinder, Greise. Zwei Frauen, die sich mit fünf Kindern in einer Wasserleitung versteckt hatten, berichteten den Römern, was geschehen war.
”Als sie (die Römer) aber die Menge der Gemordeten entdeckten, freuten sie sich nicht über den Untergang des Feindes, sondern bewunderten den edlen Entschluss und die unerschütterliche Todesverachtung so vieler bei der Tat beteiligter Menschen”, schrieb der jüdische Historiker Joseph Flavius in ”Geschichte des Jüdischen Krieges”.
Heute werden jedes Jahr auf dem Felsen die neuen Rekruten der israelischen Armee vereidigt und schwören ihren Treue-Eid: ”Nie wieder darf Massada fallen!” (dn)
Ab 1870 ließen sich dort Juden nieder. Mea Schearim gilt heute als Viertel der Ultra-Orthodoxen. Im gesamten Bezirk herrschen die strengen Vorschriften der jüdischen Überlieferung vorwiegend osteuropäischer Prägung. Da das in Israel gebräuchliche Hebräisch (Ivrit) im Alltag abgelehnt wird, ist Jiddisch die Umgangssprache in Mea Schearim. Die Männer kleiden sich in lange schwarze Mäntel oder den traditionellen Kaftan. Schwarze Hüte oder Pelzkappen - selbst im Sommer - komplettieren das äußere Erscheinungsbild der Bewohner. Verheiratete Frauen tragen außerhalb des Hauses Kopftücher oder Hüte. Besucher sollten diese Gepflogenheiten akzeptieren und sich ebenfalls bedeckt kleiden (Knie / Schulter / Arme). (ep)
Golda Meir wurde am 3. Mai 1898 als Goldie Mabowitsch in der heutigen ukrainischen Hauptstadt Kiew geboren. Sie wuchs in den USA auf und heiratete 1917 Morris Meyerson. Die beiden wanderten 1921 nach Palästina ein. Sie bekamen die Kinder Menachem und Sarah. Ab dem Ende der 30er Jahre lebten die beiden Eheleute getrennt.
Schon früh schloss sich Golda Meir der Gewerkschaftsbewegung an. Im Jahr 1948 führte sie erfolglos Geheimverhandlungen mit König Abdallah von Transjordanien über eine friedliche Lösung des Palästina-Problems. Nach der Gründung des Staates Israel vertrat sie ab 1949 in der Knesset die ”Arbeiterpartei des Landes Israel” (Mapai), später den ebenfalls linksgerichteten Zusammenschluss verschiedener Arbeiterparteien Ma´arach (Block).
Bis zum 19. Juni 1956 war Golda Meir Arbeitsministerin, darauf übernahm sie das Amt der Außenministerin. In ihren Lebenserinnerungen berichtet sie, der erste israelische Premierminister David Ben Gurion habe sie als ”einzigen Mann im Kabinett” bezeichnet. Sie galt wegen der Unbeugsamkeit, die ihr nachgesagt wurde, als ”Eiserne Lady”. Am 17. März 1969 wurde sie Premierministerin. Nach dem Jom-Kippur-Krieg gab es Auseinandersetzungen über ihre Amtsführung, die sie am 11. April 1974 zum Rücktritt veranlassten. Ihre Autobiographie erschien unter dem Titel ”Mein Leben für mein Land”. Golda Meir starb am 8. Dezember 1978 in Jerusalem. (eh)
Der Titusbogen in Rom zeigt die nach dem Fall Jerusalems im Jahre 70 eroberte Menora als Kriegsbeute. Heute ist die Menora offizielles Emblem des Staates Israel. Eine fünf Meter hohe Menora steht als Geschenk des britischen Parlaments gegenüber der Knesset, dem israelischen Parlamentsgebäude. Der Sockel und die Arme zeigen markante Szenen biblischer bzw. jüdischer Geschichte. (ep)
Dort sind Abschnitte aus der Torah aufgeschrieben und damit die Anordnung erfüllt, das Wort des Herrn an die Türpfosten zu binden - vgl. 5. Mose 6, 9. Auch an jedem Zimmereingang in einem jüdisch geführten Hotel wird eine Mesusa zu finden sein. (ep)
Es gibt halachische und aggadische Midraschim. Die halachischen (Halacha = Gesetz) Midraschim befassen sich mit jüdischen Gesetzen - sie beziehen sich auf entsprechende Abschnitte der Torah (Fünf Bücher Mose). Die restlichen Midraschim werden als ”aggadisch” (erzählerisch) bezeichnet. (eh)
Sie wurde gegen 220 nach der Zeitrechnung von Rabbi Jehuda haNassi zusammengestellt. Die Mischna bildet die Grundlage des Talmud. Sie ist im so genannten mischnischen Hebräisch verfasst. (eh)
Bereits im zweiten vorchristlichen Jahrtausend wird der Hafen in Jaffa (griechisch: Joppe) erwähnt. Viele Handelsschiffe fuhren vom antiken Königreich Israel in europäische und afrikanische Länder. Der Apostel Paulus war auf seinen Missionsreisen oft auf dem Meer unterwegs. Der Küstenort Akko wurde im Mittelalter mehrere Male von den Kreuzfahrern erobert und erlangte vorübergehend Bedeutung als Handelszentrum. In den Jahren vor der Staatsgründung versuchten viele jüdische Flüchtlinge, trotz der strengen Einwanderungsbeschränkungen der britischen Mandatsregierung über das Mittelmeer das heutige Israel zu erreichen. (eh)
Es werden 248 Gebote und 365 Verbote unterschieden. Mit der Bar Mitzwa, einer Feier für 13-jährige Jungen, wird im religiösen Sinne die Volljährigkeit und damit die Verpflichtung zum Einhalten der Mitzwot erreicht. (ep)
Ihr Oberhaupt bezeichnet sich als Murschid Amm ("Allgemeiner Führer"). Unterteilt ist die Gruppierung in einen wirtschaftlichen, einen kulturellen, einen wissenschaftlichen und einen sozialen Bereich. Ziel der Muslim-Brüder ist die Ablösung der Regierungen in ihrem jeweiligen Heimatland. Diese sollen durch einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia ersetzt werden.
Die Muslim-Bruderschaft wurde im Jahr 1928 vom Volksschullehrer Hassan al-Banna in Ägypten gegründet. Ursprünglich verstand sie sich als religiöse und philanthropische Gesellschaft. Sie setzte sich in erster Linie für wohltätige Zwecke und islamische Moralvorstellungen ein.
In den 1930er Jahren wurde die Muslim-Bruderschaft zunehmend gesellschaftspolitischer. Al-Banna predigte einen allumfassenden und revolutionären Islam. Bis 1938 hatte sich die muslimische Bruderschaft zu einer politischen Gruppierung mit streng hierarchischen Strukturen entwickelt. Ende der 1950er Jahre war sie auf 500.000 Mitglieder angewachsen.
Spannungen zwischen der Regierung und der Bruderschaft führten im Jahr 1949 zu zwei Anschlägen, bei denen unter anderen auch Al-Banna ermordet wurde. Auf Grund zunehmender Terroraktionen wurde die Bewegung schließlich verboten. In den 1970er und 1980er Jahren rechtfertigten mehrere militante Gruppierungen ihre Aktionen, indem sie Bezug auf die Muslim-Brüder nahmen. Aus diesem Grund unterscheidet die ägyptische Regierung nicht mehr zwischen gemäßigten reformistischen Anhängern der Muslim-Bruderschaft und gewalttätigen Gruppen.
Im Jahr 1987 ging die Hamas aus der Muslim-Bruderschaft hervor. Ihr geistlicher Führer, Scheich Ahmed Jassin, war geprägt von der ägyptischen Bewegung. Er wurde am 22. März 2004 bei einem israelischen Raketenangriff in Gaza getötet.
Die Muslim-Bruderschaft ist heute in rund 70 Ländern präsent. Auch in Deutschland gibt es verschiedene Gruppierungen, die der islamischen Bewegung angehören. Deren Ziel ist es, die hier lebenden Muslime ideologisch zu beeinflussen. (ak)
Um 150 vor Christus errichtete der Stamm ein großes Königreich, das sich von der Sinaihalbinsel, über Nordarabien, den Negev im heutigen Israel bis nach Syrien erstreckte. Hauptstadt und Zentrum des damaligen Karawanenhandels war die Felsenstadt Petra im heutigen Jordanien. Die Nabatäer entwickelten sich zu einer starken Handelsmacht. Um ihre Routen zu sichern, legten sie Wegstationen an, aus denen mit der Zeit Städte entstanden wie Kurnub, Schivta und Avdat im Negev. Ausgeklügelt war auch ein System, mit dem sie Wassertropfen sammelten, um ihre Terrassenfelder in der Negevwüste zu bewässern. Im Jahr 106 eroberte der römische Kaiser Trajan das Reich der Nabatäer und machte es zur römischen Provinz Arabia Petraea. Die Nabatäer konnten sich ihre Identität zunächst bewahren. Mit der Zeit gingen sie jedoch in den verschiedenen Gesellschaften des Orients auf.(dn)
Nasrallah wurde im August 1960 in der libanesischen Hauptstadt Beirut als erstes Kind einer Familie mit zwei weiteren Söhnen und fünf Töchtern geboren.
Nach seiner Schulausbildung begann er 1976 ein Studium an der schi´itischen Hochschule im irakischen Nadschaf. Nachdem ein Aufstand der Schi´iten im Irak jedoch blutig niedergeschlagen wurde, kehrte er 1978 in den Libanon zurück. Dort schloss er sich zunächst der Amal-Miliz an.
1982 beteiligte er sich an der Gründung der Hisbolla, die während der israelischen Invasion des Libanon mit iranischer Unterstützung gebildet wurde. Zehn Jahre später, am 18. Februar 1992, wurde Nasrallah von der an einem geheimen Ort tagenden Hisbolla-Generalversammlung zu deren Generalsekretär gewählt. Sein Vorgänger, Abbas al-Musawi, war zwei Tage zuvor von einem israelischen Kommando ermordet worden.
Die Hisbolla erhielt den Sonderstatus einer Miliz und Partei und ist seit 1992 im libanesischen Parlament vertreten. Nasrallah und die Hisbolla erkennen den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeni als oberste geistliche Autorität an. Sie haben sich dem Kampf gegen den ”zionistischen Feind” Israel und der ”Befreiung” Jerusalems verschrieben. Zudem streben sie die Errichtung einer islamischen Republik im Libanon an.
Nasrallah ist verheiratet und Vater von fünf Söhnen. Sein schwarzer Turban und sein Ehrentitel as-Sajjid machen ihn als direkten Nachkommen des Propheten Mohammed und der schi´itischen Imame kenntlich. Der Turban ist darüber hinaus Zeichen seiner religiösen Gelehrsamkeit.
Die Internetseite von Sajjed Hassan Nasrallah finden Sie unter www.nasrollah.org. (dn)
Ihre drei Mitgliedsparteien sind unterschiedlich geprägt. Die Moledet-Partei tritt für einen ”freiwilligen Transfer” der Palästinenser ein und steht am weitesten rechts. Sie hat religiöse und säkulare Mitglieder.
Die kleine Tekumah ist eine Abspaltung vom rechten Flügel der Nationalreligiösen Partei und vertritt die Interessen der religiösen Bewohner von Judäa, Samaria und Gaza. Israel Beiteinu - der jüngste Partner der Union - ist eine Partei, die von russischen Einwanderern gewählt wird. Ihr Programm lässt sich am ehesten mit dem der konservativen Parteien Europas vergleichen. (zö)
Nach dem Regierungswechsel von 1977 - als Likud-Kandidat Menachem Begin erstmals siegte - rückte die Partei weiter ins rechte Spektrum. Sie gilt heute als Interessenvertretung der Bewohner von Judäa, Samaria und Gaza (Jescha).
Die Konkurrenz für den Mafdal im religiösen Lager ist in den vergangenen Jahren größer geworden, nachdem sich eher links stehende Rabbiner in der Meimad-Partei zusammengefunden hatten und weiter rechts stehende Mafdal-Mitglieder die Partei Tekumah gründeten. Bei den Wahlen 1999 erzielte die Partei lediglich fünf Mandate in der Knesset. (inn)
Sie betreut Juden aus Nordamerika und Großbritannien vor und nach ihrer Einwanderung nach Israel und leistet unter anderem finanzielle und soziale Unterstützung. (dn)
Die größte Stadt ist Be´er Scheva (”Schwurbrunnen”). Nach biblischer Überlieferung hat der Erzvater Abraham dort einen Brunnen gegraben. Ismaels Mutter Hagar begegnete im Negev einem Engel, der sie und ihren Sohn vor dem Hungertod rettete. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert begannen die Nabatäer von Petra aus, Teile der Wüste zu kultivieren. Die Byzantiner setzten diese Tradition fort. Doch als die Araber in den Negev kamen, wurde die Gegend wieder unfruchtbar. Über tausend Jahre lang lebten hier vor allem Beduinen. Dies änderte sich, als sich im 20. Jahrhundert jüdische Einwanderer dort niederließen. Eine Leitung bringt heute Wasser aus Nordisrael in den Negev. Für Touristen gibt es organisierte Rundfahrten durch die Wüste. (eh)
Die Gruppierung "Neturei Karta" ist seit 1935 politisch aktiv. Sie lehnt den modernen Staat Israel ab und beruft sich dabei auf die Torah. Denn diese verbiete die Gründung eines jüdischen Staates vor der Ankunft des Messias. Die Erlösung der Juden dürfe nur Gottes Werk sein, menschliches Zutun sei Gotteslästerung. Die Gruppierung befürwortet einen Palästinenserstaat zwischen Mittelmeer und Jordan und eine finanzielle Entschädigung für die Verluste, welche die Palästinenser erlitten haben. Eine andere Bezeichnung, unter der sie auftritt, ist der englische Name "Jews United Against Zionism" (Juden vereint gegen Zionismus).
Bei den palästinensischen Präsidentschaftswahlen im Januar 2005 kam eine israelische Abordnung der "Neturei Karta" nach Ramallah, um an der Abstimmung teilzunehmen. Mehrfach haben sich Vertreter der jüdischen Israelgegner mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad getroffen. Dieser fordert, dass der jüdische Staat von der Landkarte getilgt werden müsse. (eh)
Dies soll an die Bereitschaft Abrahams erinnern, seinen Sohn Isaak zu opfern (1.Mose 22,1-14). Deshalb ist das Fest in der Bibel auch als ”Tag des Posaunenschalls” bekannt. Wenn dieser Tag auf einen Schabbat fällt, wird das Schofar erst am darauffolgenden Sonntag geblasen.
An Rosch HaSchanah isst man Apfelschnitze, die, in Honig getaucht, die Hoffnung zum Ausdruck bringen, daß das neue Jahr ”süß” werden möge.
Am Nachmittag versammeln sich Juden in der ganzen Welt an Flüssen, Seen oder am Meer, um zu Beginn des neuen Jahres symbolisch ihre Sünden hineinzuwerfen. Im Hebräischen nennt man diese Zeremonie ”Taschlich” (vergleiche Micha 7,18-19).
Die beiden Neujahrstage gelten in Israel als öffentliche Feiertage. Wie am Schabbat ruhen die öffentlichen Verkehrsmittel. Außerdem bleiben viele Geschäfte, Museen und andere Institutionen, die normalerweise am Schabbat geöffnet sind, während dieser Feiertage geschlossen.
Bibeltexte: 3.Mose 23,23-25; 4.Mose 29,1-6 (inn)
Ehud Olmert wurde 1945 in Binjamina im Nordwesten Israels geboren. Er studierte Psychologie, Philosophie und Rechtswissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem. Seit dem 5. Januar 2006 ist er, bedingt durch die Krankheit Ariel Scharons, Premierminister in Israel.
Bürgermeister in der Hauptstadt
Von 1993 bis 2000 war er bereits Bürgermeister von Jerusalem gewesen. Bei seiner Wahl 1993 setzte er sich gegen Amtsinhaber Teddy Kollek durch. 1998 wurde er erneut gewählt. Während seiner Amtszeit vertrat Olmert die Position, dass Jerusalem ewige und alleinige Hauptstadt Israels sei. Die Forderung, Ost-Jerusalem zur Hauptstadt eines palästinensischen Staates zu machen, lehnte Olmert ab. Er veranlasste außerdem einige für Jerusalem zentrale Projekte, wie der Ausbau des Verkehrssystems.
Knesset-Laufbahn
1978 wurde er mit 28 Jahren für den Likud in die achte Knesset gewählt. Seitdem war er Mitglied in mehreren parlamentarischen Ausschüssen verschiedener Bereiche: Außenpolitik, Sicherheit, Finanzen und Bildung. Seit 2003 war Olmert Industrie- und Handelsminister und stellvertretender Premierminister. Nachdem Benjamin Netanjahu im Oktober 2005 als Finanzminister zurückgetreten war, übernahm Olmert auch dessen Ressort. Ende 2005 trat er zu der neu gegründeten Kadima-Partei von Scharon über.
Ehud Olmert ist verheiratet und hat vier Kinder. (cz)
Sie beginnt nach dem ersten Tag des Pessach-Festes. In biblischer Zeit brachten die Israeliten an diesem Abend die ersten Früchte des Jahres in den Tempel. Dies geschah in Form einer Garbe (hebr. Omer). Bis zu dem Opfer durfte niemand von dem Getreide essen. (3. Mose 23,9-14)
Nach dieser feierlichen Zeremonie zählten die Juden die insgesamt 49 Tage bis zum Wochenfest. (3. Mose 23,15-16) Im Stehen wird nach einem Segensspruch die Formel ”heute ist ein Tag seit dem Omer” aufgesagt, am zweiten Abend zählt man ”heute sind es zwei Tage seit dem Omer” und so weiter bis zum 49. Tag. Seit der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 70 nach der Zeitrechnung liegt der Schwerpunkt auf dem Zählen.
Der 33. Tag der Zählung - Lag Ba´Omer - ist ein Freudentag, für ihn gelten die Regeln der Omer-Zeit nicht. Der Überlieferung nach endete im zweiten Jahrhundert nach der Zeitrechnung an diesem Tag eine Seuche unter den Schülern des bedeutenden jüdischen Gelehrten Rabbi Akiva, die bis dahin mehrere Todesopfer gefordert hatte. (eh/dk)
Dabei soll jeder Jude so sein, als wäre er selbst aus Ägypten ausgezogen. Eine Woche lang wird nichts gegessen, was Sauerteig enthält. Vor dem Fest putzen Juden das ganze Haus, um alles Gesäuerte zu vernichten und tauschen das Alltagsgeschirr gegen spezielles Pessach-Geschirr aus.
Am ersten Abend lesen die Feiernden aus der "Haggada" (Erzählung). Der jüngste Sohn stellt die berühmten vier Fragen, in denen geklärt wird, worin sich diese Nacht von allen anderen Nächten des Jahres unterscheidet. Das Fest wird um die Osterzeit gefeiert. (inn)
Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist sie die zweitgrößte Fraktion nach der Fatah-Partei. Sie wurde 1967 nach dem Sechs-Tage-Krieg von dem im Januar 2008 verstorbenen palästinensischen Arzt George Habasch gegründet. Bekannt wurde sie vor allem durch aufsehenerregende Terror-Operationen in den 60er und 70er Jahren. 1968 entführte sie ein EL AL-Flugzeug auf dem Wege von Rom nach Tel Aviv. Dabei kam ein Israeli ums Leben.
Am 6. September 1970 entführten PFLP-Mitglieder drei Passagierflugzeuge der Gesellschaften PANAM, TWA und Swiss Air nach Jordanien. Am 12. September wurden die drei Flugzeuge auf einem Flughafen nahe Amman vor laufender Fernsehkamera gesprengt, nachdem die Passagiere evakuiert worden waren. Diese Aktion war ein Auslöser des ”Schwarzen September”, in dessen Verlauf jordanische Sicherheitskräfte schätzungsweise 10.000 Palästinenser töteten. Die PLO musste Jordanien verlassen und wich in den Libanon aus, womit die Zersetzung der ”Schweiz des Nahen Ostens” begann.
1971 töteten PFLP-Terroristen den jordanischen Premierminister Wasch Tel. Einer der Mörder trank vor laufender TV-Kamera vom Blut des ermordeten Politikers. Ein Anschlag auf den jordanischen Botschafter Said al-Rifai im selben Jahr misslang. Ein Jahr später war die PFLP maßgeblich an einem Massaker auf dem israelischen Flughafen Lod beteiligt, durch das 26 Menschen ums Leben kamen.
Auch der Anschlag auf die Olympischen Spiele 1972 in München geht auf das Konto der PFLP. 1973 ermordeten Aktivisten der Gruppe in der saudi-arabischen Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum den amerikanischen Botschafter Cleo Noel und einen belgischen Diplomaten. Am 17. Oktober 2001 töteten PFLP-Mitglieder den israelischen Tourismusminister Rehavam Se´evi in einem Jerusalemer Hotel. (dn)
Darin wird angeblich eine jüdische Weltverschwörung zur Beherrschung der Erde aufgedeckt. Auftraggeber war der zaristische Polizeioffizier Pjotr Iwanowitsch Ratschkowskij. Der eigentliche Verfasser ist unbekannt. In der Version, in der sie weltweit bekannt wurden, erschienen die "Protokolle" erstmals 1905 als Anhang der dritten Auflage des Buches "Das Große im Kleinen und Der Antichrist als nahe politische Möglichkeit". Autor war der mystische Schriftsteller Sergej Nilus. (eh)
Die Kinder verkleiden sich anlässlich des Festes und spielen die Geschichte nach. Wenn im Gottesdienst der Name des königlichen Beraters Haman fällt, der die Juden vernichten wollte, machen sie möglichst viel Lärm. Eine besondere Backspezialität sind in diesen Tagen die sogenannten "Hamantaschen" (Hamanohren) - dreieckige kleine Kuchen mit verschiedenen süßen Füllungen. (inn)
”Wir warten alle auf den letzten Tag unseres Lebens, sei es durch eine Rakete oder durch Krebs”, meinte Abdel Asis Rantisi in einem seiner letzten Fernsehinterviews. ”Tod ist Tod, da ist kein Unterschied, sei es durch einen Apache-Helikopter oder durch Herzanschlag. Ich ziehe einen Apache vor...” Am späten Abend des 17. April 2004 hat ihm die israelische Luftwaffe diesen Wunsch erfüllt. Als zwei Raketen den weißen Subaru des Hamas-Führers vollkommen zerstörten, starben mit Rantisi zwei seiner Leibwächter.
Abdel Asis al-Rantisi wird im Oktober 1947 in Jubna, das heute in Israel, in der Nähe von Jaffa liegt, geboren. Während des israelischen Unabhängigkeitskrieges flieht seine Familie Mitte 1948 in den Gazastreifen. Dort wächst Abdel Asis im Flüchtlingslager Chan Junis auf.
In den 70er Jahren macht Abdel Asis Rantisi an der Universität Alexandria in Unterägypten eine Ausbildung zum Kinderarzt. In seiner Studienzeit kommt er in Berührung mit der Ichwan, der radikal-islamischen Muslimbruderschaft, die 1928 in Ägypten gegründet wurde und seit den 40er Jahren im Gebiet des britischen Mandats Palästina und seinen Nachfolgestaaten tätig ist.
1976 kehrt er aus Ägypten nach Gaza zurück, schließt sich offiziell der Ichwan an und findet nach der Eröffnung der Islamischen Universität Gaza im Jahre 1978 dort Arbeit. 1983 wird Rantisi von den Israelis als Leiter der Kinderabteilung des Krankenhauses von Chan Junis entlassen. In der Folgezeit wird er verschiedentlich von Israel verhaftet. In den letzten Jahren wohnte der Vater von sechs Kindern in Gaza-Stadt, im Stadtteil Sheich Radwan.
Im August 1988 gründet Dr. Abdel Asis Rantisi gemeinsam mit Sheich Ahmed Jassin, Abdel Fattah Duchan, Mohammed Schama, Ibrahim al-Jasur, Isa al-Nadschar und Salah Schehadeh die ”Harakat al-Muqawamah al-Islamiyya”, die ”Islamische Widerstandsbewegung”, abgekürzt ”Hamas”. Das arabische Wort ”Hamas” bedeutet soviel wie ”Begeisterung”, ”Enthusiasmus”, ”Eifer”, ”Mut” oder auch ”Heldentat”. In der hebräischen Bibel taucht das Wort ebenfalls auf, allerdings mit der Bedeutung ”Gewalttat”.
Im Dezember 1992 wird Abdel Asis Rantisi gemeinsam mit 414 anderen Hamas-Aktivisten von Israel nach Mardsch al-Suhur in den Südlibanon deportiert. Bald fällt der Kinderarzt als Sprecher der deportierten Islamisten auf. Im Rückblick bezeichnete Rantisi Mardsch al-Suhur als Wendepunkt: ”Danach erschien Hamas auf der internationalen Bühne.” In dieser Zeit erlernten die Hamas-Aktivisten von ihren Gesinnungsgenossen der schi’itischen Hisbolla die Technik der Selbstmordattentate. Nach seiner Rückkehr muss Rantisi noch einmal bis zum April 1997 in israelische Haft.
Nach der Rückkehr in die begrenzte Freiheit des Gazastreifens und auf die politische Bühne des Nahen Ostens profiliert sich Dr. Abdel Asis Rantisi als ”Gesicht der Hamas”. Wann immer die radikal-islamische Hamas-Bewegung an die Öffentlichkeit tritt, ist auch Rantisi mit dabei. Bald gehört sein Gesicht zu den vertrauten Gegebenheiten der Fernsehaufnahmen aus den Palästinensischen Autonomiegebieten. Seit Jahren ist der Hamas-Sprecher einer der populärsten Palästinenserführer, wenn man arabischen Umfrageergebnissen vertrauen darf.
Von Anfang an lehnten diese Islamisten jede Verständigung mit dem ”zionistischen Feind” rundweg ab. Als ”Märtyreroperationen” rechtfertigte der Medienstar die Selbstmordoperationen palästinensischer Terroristen. Seit Beginn der ”Al-Aksa-Intifada” hat die Hamas nach Armeeangaben 425 Anschläge auf israelische Ziele, darunter 53 Selbstmordattentate, verübt, durch die 377 Menschen ums Leben kamen und 2.076 verletzt wurden.
”Das ist kein Terror”, verteidigte Dr. Rantisi den Kurs seiner Bewegung im Januar 1998 in einem Interview mit der arabischen Zeitung ”Kul al-Arab”, ”das ist eine Antwort auf den israelischen Terror, von Einzelnen und der israelischen Regierung, gegen palästinensische Zivilisten.” Er versprach: ”Wenn Israels aggressive Aktionen des Tötens, des Aushungerns, der Inhaftierung und des Siedlungsbaus aufhört, werden wir auch unsere Operationen gegen israelische Zivilisten einstellen.”
Aus westlicher Sicht könnte man diese Aussagen als Rückzugsforderung an Israel auf die Waffenstillstandslinien von 1967 missverstehen. Aber der Hamas-Sprecher erteilte jedem Kompromiss eine eindeutige Absage: ”Das ganze Land Palästina ist Teil des islamischen Glaubens und der Kalif Omar bin al-Chattab erklärte das Ganze als den Muslimen gehörig.” Der erhobene Zeigefinger gilt auch verständigungsbereiten Volksgenossen: ”Deshalb hat kein Einzelner und auch keine Gruppe das Recht, es zu verkaufen oder aufzugeben.” Es ist kein Zufall, daß die Hamas Ende der 80er Jahre ihre militärische Laufbahn damit begann, vor allem Palästinenser, die der Gesprächsbereitschaft mit Israel verdächtigt wurden, zu ermorden.
Im Juli 2000 wird Abdel Asis Rantisi erstmals von der Palästinensischen Autonomiebehörde verhaftet, weil er die palästinensisch-israelischen Gespräche im amerikanischen Camp David als ”Akt des Verrats” bezeichnet. Konsequent lehnt die von Rantisi vertretene Hamas-Führung jede Nahostfriedensinitiative ab.
Für eine ”friedliche” Lösung des Nahostkonflikts ist Dr. Abdel Asis Rantisi trotzdem durchaus aufgeschlossen. So rief er Mitte August 2002 die Israelis mit (aus seiner Sicht wohl) versöhnlichem Unterton dazu auf, in ihre Ursprungsländer zurückzukehren, aus denen sie in den vergangenen 150 Jahren nach Israel eingewandert sind. Einzig ein ”judenreines” Heiliges Land, abgesehen vielleicht von einer jüdischen Minderheit, die sich islamischem Recht unterwirft, kann aus seiner Sicht Frieden genießen.
Als versöhnliche Geste werteten ausländische Beobachter das wiederholte Angebot einer ”hudna”, eines ”Waffenstillstandes”, durch die Hamas. Den Israelis aber ist eine ”hudna” nicht ausreichend, weil sie genau wissen, dass die von der Hamas-Bewegung vertretene islamische Theologie die Aufhebung des Waffenstillstandes verlangt, sobald der ungläubige Gegner und Besatzer islamischen Bodens schwach und damit besiegbar erscheint.
Unmittelbar nach der Tötung des Gründungsvaters und geistlichen Leiters der Hamas, Scheich Ahmed Jassin, am 22. März 2004 trat Rantisi dessen Nachfolge an. Doch er war kaum mehr als zwei Wochen Führer der radikal-islamischen Bewegung, als ihn die israelischen Raketen trafen.
Es gibt keinen Erben für Dr. Abdel Asis Rantisi. Rantisi fehlte das religiöse und persönliche Format seines Vorgängers Jassin. Aber weder Said Siam oder Mahmud a-Sahar, die jetzt von der politischen Hamas-Führung noch übrig sind, noch Ismail Hania, der ehemalige Bürochef von Scheich Ahmed Jassin, haben die Autorität von Rantisi. Deshalb ist die Tatsache, dass jetzt auch er einem israelischen Raketenangriff zum Opfer gefallen ist, ein Schlag, den Hamas nur schwer ausgleichen kann. Da die Hamas seit ihrer Gründung in kleinen, von einander unabhängigen und geheim operierenden Gruppen organisiert ist, hat diese erfolgreiche israelische Militäraktion allerdings keine unmittelbare Auswirkung auf die militärischen Möglichkeiten der radikalen Islamisten. (jg)
In den folgenden 50 Jahren wurde der Nahost-Konflikt immer wieder von Beschlüssen der Staatengemeinschaft begleitet. Die Forderungen der Palästinenser bei den Verhandlungen in Camp David gründen auf diesen Resolutionen.
UN-Resolution 181: Am 29. November 1947 beschloss die UN-Vollversammlung die Teilung Palästinas nach einem britischen Vorschlag. Damit begannen die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern in Palästina, die sich nach der israelischen Unabhängigkeitserklärung im Mai 1948 zum ersten Nahost-Krieg entwickelten.
UN-Resolution 194: Am 9. Dezember 1948 verabschiedete die Vollversammlung die Resolution, die die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge regeln sollte und die Internationalisierung Jerusalems fordert. Die Palästinenser beziehen sich bei ihren Forderungen nach einem Recht auf Rückkehr für heute etwa 3,5 Millionen Palästinenser im Exil auf diese Resolution, die auch eine Entschädigung für Flüchtlinge fordert, die nicht in ihre Heimat zurückkehren wollen.
UN-Resolution 242: Sie wurde nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet und lehnt grundsätzlich die Eroberung fremder Territorien durch kriegerische Akte ab. Eine bis heute umstrittene Formulierung fordert den Rückzug Israels aus ”(den) besetzten Gebieten”. Während sich Palästinenser und arabische Staaten an die offizielle französische Fassung hielten, die von «DEN Gebieten» sprach, bezogen sich die USA und Israel stets auf die englische Übersetzung, die den Rückzug «aus Gebieten» fordert. Beide Seiten haben die Resolution als Grundlage für ein Abkommen anerkannt, legen sie jedoch unterschiedlich aus.
UN-Resolution 338: Während des so genannten Jom-Kippur-Krieges im Oktober 1973 verabschiedet, fordert die Resolution 338 die vollständige Erfüllung der Resolution 242.
UN-Resolution 465: Sie verurteilt die jüdische Besiedlung von Judäa, Samaria und dem Gazastreifen als ”flagrante Verletzung der Vierten Genfer Konvention”. Der Bau ”jüdischer Siedlungen” sei deshalb illegal. Auf diese Resolution beziehen sich die Palästinenser, wenn sie die Evakuierung der jüdischen Siedlungen in den ”besetzten Gebieten” fordern. (inn)
Die Felsklippe ragt etwa 70 Meter aus dem Meer auf, so dass man von Rosch Hanikra einen wunderbaren Ausblick auf die Haifabucht und die Hügel Galiläas hat.
Im Felsen selbst gibt es ungefähr 200 Meter lange, labyrinthartige Grotten, die mit Meereswasser gefüllt sind und eine eigentümliche Schönheit aufweisen. Aufgrund von Witterungsprozessen entstehen in den Höhlen und Kavernen bizarre Formen, die einem ständigen Wandel unterliegen. Tropfsteine hängen von der Decke herab. Mit dem Verlauf der Jahreszeiten verändert sich das Aussehen der Grotten drastisch.
Das Naturreservat von Rosch Hanikra weist eine einzigartige Flora und Fauna auf, die unter anderem seltenen Pflanzen, Seevögeln, Fledermäusen, verschiedensten mediterranen Fischarten, aber auch einer Meeresschildkrötenart Lebensraum bieten.
Um den Grotteneingang leichter zugänglich zu machen, wurde eine Seilbahn installiert. Die Fahrt hinauf beziehungsweise hinab dauert ungefähr eine Minute. Auf dem Felsen gibt es ein Restaurant, von wo aus der Besucher einen weiten Blick über das Meer hat. Am Fuß des Berges befindet sich der Kibbutz Kfar Rosch Hanikra, der im Jahre 1949 gegründet wurde. Landwirtschaft, Blumen- und Pflanzenzucht, Viehzucht, ein Gästehaus und die Seilbahn in Rosch Hanikra ermöglichen das Einkommen des Kibbutz.
Schon in früheren Zeiten diente der Ort als Handelsweg für Karawanen und Armeen zwischen dem Libanon und Syrien sowie zwischen Israel, Ägypten und Afrika. Das Buch Josua erwähnt ”Misraphot Majim” südlich von Rosch Hanikra als Grenze für die in jener Periode dort siedelnden israelischen Stämme. Jüdische Quellen, beispielsweise das Makkabäerbuch oder der Historiker Josephus Flavius, nennen den Felsen ”Leiter von Tyrus”.
Nach der arabischen Eroberung wurde der Platz in ”A-Nawakir” (die Grotten) umbenannt. Der hebräische Name ”Rosch Hanikra” stammt von der späteren arabischen Variante ”Ras-A-Nakura” ab. Während des Ersten Weltkrieges errichteten die Briten die erste passierbare Straße. In der Mandatszeit legten sie unter anderem eine Straße für kommerzielle und private Nutzung an und bauten ein Zollgebäude sowie einen Grenzposten. Im Zweiten Weltkrieg hoben die Engländer einen 250 Meter langen Tunnel aus, für eine Eisenbahnlinie, die von Haifa über Beirut nach Tripolis führt. Nach dem Rückzug der Briten ging das Gebiet an den Staat Israel über. (cl)
Das Widderhorn (Schofar) wird am jüdischen Neujahrsfest nach dem Morgengebet geblasen. Dies soll an die Bereitschaft Abrahams erinnern, seinen Sohn Isaak zu opfern (1.Mose 22,1-14). Deshalb ist das Fest in der Bibel auch als ”Tag des Posaunenschalls” bekannt. Wenn dieser Tag auf einen Schabbat fällt, wird das Schofar erst am darauffolgenden Sonntag geblasen.
An Rosch HaSchanah isst man Apfelschnitze, die, in Honig getaucht, die Hoffnung zum Ausdruck bringen, daß das neue Jahr ”süß” werden möge.
Am Nachmittag versammeln sich Juden in der ganzen Welt an Flüssen, Seen oder am Meer, um zu Beginn des neuen Jahres symbolisch ihre Sünden hineinzuwerfen. Im Hebräischen nennt man diese Zeremonie ”Taschlich” (vergleiche Micha 7,18-19).
Die beiden Neujahrstage gelten in Israel als öffentliche Feiertage. Wie am Schabbat ruhen die öffentlichen Verkehrsmittel. Außerdem bleiben viele Geschäfte, Museen und andere Institutionen, die normalerweise am Schabbat geöffnet sind, während dieser Feiertage geschlossen.
Bibeltexte: 3.Mose 23,23-25; 4.Mose 29,1-6 (inn)
Das rund 2.250 Kilometer lange Meer grenzt an Ägypten, Jordanien, Israel, Saudi-Arabien, den Sudan, Äthiopien, den Jemen und Dschibuti.
Mit einem Salzgehalt von 4,1 Prozent ist es das salzigste belebte Meer der Welt. Die extreme Hitze der Wüstengebiete entlang der Küsten führt zu einer schnellen Verdunstung des Wassers von rund zwei Metern pro Jahr. Dies hat zur Folge, dass sich der Salzgehalt erhöht.
Das klare blaue Wasser mit seiner einzigartigen Unterwasserwelt sowie das tropische Klima, zum Teil noch unberührte Strände und prächtige Berge, die sich am Ufer entlang strecken, ziehen jährlich eine Großzahl von Besuchern an. Insbesondere für Taucher stellt das Rote Meer ein paradiesisches Areal dar. Über 1.000 Arten wirbelloser Tiere, um die 200 registrierte Korallenarten und mehr als 1.000 Fischarten leben in diesem Wunder der Natur. Die Wassertemperatur liegt zwischen 20°C und 30°C.
Der Name ”Rotes Meer” ist vermutlich auf eine dort vorkommende Algenart zurückzuführen. Wenn diese blüht, scheint sich das sonst tiefblaue Wasser rotbraun zu verfärben. (cl/dn)
Sie liegt etwa 900 Meter über dem Meeresspiegel und hat circa 27.000 Einwohner. Zefat gehört zu den heiligen jüdischen Städten neben Jerusalem, Hebron und Tiberias. Hier befinden sich einige mehr als 2.000 Jahre alte Gräber jüdischer Gelehrter. In der Stadt wirkten und lebten viele Torah-Lehrer, Talmudisten und Kabbalisten. So entwickelte sich Zefat im 16. Jahrhundert zu einem Zentrum der Kabbalah - der mystischen Lehre des Judentums. Einige Kabbalisten sind davon überzeugt, dass der Messias zuerst in Zefat erscheinen wird, um von dort nach Jerusalem zu ziehen. Im Jahr 1563 wurde hier die erste hebräische Druckerei im Nahen Osten gegründet. Besonders malerisch ist das Zentrum, mit seinen verwinkelten Häusern, den engen Gassen sowie den zahlreichen kleinen, mittelalterlichen Synagogen, den Galerien und Kunsthandwerkstätten.
Während des Unabhängigkeitskrieges 1948 flohen die arabischen Bewohner aus Zefat. Seit Israels Staatsgründung im selben Jahr ist die Stadt rein jüdisch. Als Hauptwirtschaftszweig gilt der Tourismus.
Weitere Informationen zur Stadt finden Sie unter www.safed.co.il.(dn)
Der ”Segensberg” ist ihr Heiligtum, dort liegt auch ihr Opferplatz. Die Samaritaner sprechen Arabisch und Hebräisch, ihr Hoherpriester in Samaria ist Mitglied des palästinensischen Autonomierates.
Nach biblischer Überlieferung entstammen sie den zehn Stämmen des Nordreiches Israel, dessen Zentrum Sichem (Nablus) war. Offenbar vermischten sich die Samaritaner dort mit mesopotamischen Stämmen.
Die religiösen Riten und Feste sowie die Torah der Samaritaner unterscheiden sich mehr oder weniger von denen der Juden. Außer den fünf Büchern Mose erkennen sie die Schriften des Tenachs, der Hebräischen Bibel, nicht an. (inn)
Der Plan sieht unter anderem vor, dass sich Israel zunächst bis auf die Grenzen vor dem Sechs-Tage-Krieg 1967 zurückzieht. Zudem fordert er einen Palästinenserstaat und eine gerechte Lösung für die palästinensischen Flüchtlinge. Im Gegenzug sollen arabische Staaten Israel in vollem Umfang diplomatisch anerkennen und die Sicherheit des Landes garantieren. Zudem sollen die Handelsbeziehungen zwischen Israel und arabischen Nachbarländern wieder aufgenommen werden. Im Jahr 2007 hat die Arabische Liga den Friedensplan angenommen. (eh)
Wenn die Frau des Hauses zwei Kerzen angezündet und den Segen gesprochen hat, ruht alle Arbeit. Nach dem Gottesdienst spricht der Hausherr die Dankgebete für Wein (Kiddusch) und Brot und segnet seine Kinder. Anschließend gibt es ein festliches Mahl. Beliebt sind Geflügel- oder Fischgerichte.
Auch am Samstagmorgen finden Gottesdienste statt. Der Schabbat endet mit der ”Havdalah” (Unterscheidung) - bestimmte Gebete trennen zwischen dem Heiligen und dem Alltäglichen. (dk/eh)
Laut der biblischen Tradition dürfen Juden keine Speisen essen, die Blut enthalten. Deshalb wurde für Tiere und Vögel, die nach den Gesetzen genießbar (koscher) sind, eine besondere Schlachtmethode entwickelt: das Schächten. Dafür zuständig ist ein Fachmann, der Schochet (Schächter). Er durchtrennt Halsschlagader, Luft- und Speiseröhre mit einem Schnitt, so dass das Blut auslaufen kann. Vorher und nachher spricht er spezielle Segenssprüche. (eh)
Fundamentalistische Bewegungen im Islam fordern eine konsequente Rückkehr zur Scharia als Grundlage staatlicher Gesetzgebung. (ep)
Mit dem Schlaganfall, den Ariel Scharon in der Nacht zum 5. Januar 2006 erlitten hat, ging eine Ära zu Ende. "Arik", wie ihn Freund und Feind salopp zu nennen pflegen, ist ein Phänomen. Kaum einem anderen Politiker Israels wurden so furchtbare Gräueltaten nachgesagt. Trotzdem ist Ariel Scharon in den vergangenen Jahren zum populärsten Premierminister in der Geschichte des modernen Staates Israel geworden, zu einer Vaterfigur, der auch die schärfsten Kritiker Achtung zollen, zum Großvater der Nation.
Während Neoliberale und Kryptoantisemiten in Europa und Amerika noch davon träumten, Scharon Kriegsverbrechen nachweisen zu können, ihn als "zynisch und böse" charakterisierten, schwärmten Araber von Kairo bis Damaskus längst von seiner Stärke, und der ägyptische Präsident Hosni Mubarak stand mit seiner Meinung nicht allein: "Nur Scharon kann Frieden bringen!" Der palästinensische Verhandlungsminister Saeb Arekat klagte: "Ich weiß nicht, ob wir in Israel jemand anderes haben, mit dem wir reden können." In Israel meint ein politischer Gegner unter der Hand: "Arik verbreitet durch seine Person eben eine Aura der Sicherheit." Es gibt heute im Staat Israel niemanden, der das Vakuum ausfüllen kann, das er hinterlässt. Das steht schon vor seinem Tode in der israelischen Öffentlichkeit fest.
Ariel Scharons Biografie ist die Geschichte des Staates Israel. Geboren am 27. Februar 1928 in der Landwirtschaftssiedlung Kfar Malal als Ariel Scheinermann schloss er sich bereits als Teenager der jüdischen Untergrundarmee im britischen Mandatsgebiet Palästina, der „Haganah“, an. Im Unabhängigkeitskrieg 1948 zeichnete er sich als unerschrockener Kompanieführer in verlustreichen Schlachten aus.
Innerhalb weniger Wochen wurde Ariel Scharon in den 50er Jahren als Anführer der "Einheit 101" zur Legende. Mit Terrormethoden bekämpfte diese Eliteeinheit, die bald den Grundstock der israelischen Fallschirmjäger bildete, im jordanisch besetzten Judäa und Samaria und im ägyptisch besetzten Gazastreifen den arabischen Terror.
"Es ist unwichtig, was die Welt über Israel sagt. Entscheidend ist, dass wir im Land unserer Väter existieren können. Und wenn wir den Arabern nicht zeigen, dass die Ermordung von Juden einen hohen Preis kostet, werden wir nicht überleben." Mit diesen Worten wurde er in den 50er Jahren vom damaligen israelischen Premierminister David Ben-Gurion empfangen. Offensichtlich war das die prägende Maxime des Sicherheitspolitikers Scharon, der sich andererseits immer darüber im Klaren war, dass Israel nur durch Gespräche und Verständigung in einem arabisch-islamisch dominierten Nahen Osten überleben wird.
Am Sechstagekrieg beteiligte sich Scharon im Rang eines Brigadegeneral als Kommandeur einer Division im Sinai. Vor seiner Pensionierung war er noch Kommandeur des Südabschnitts der israelischen Armee. Im Jom-Kippur-Krieg standen die Einheiten Scharons kaum 100 Kilometer vor der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Das Bild des verwegenen Militärkommandeurs, der mit Kopfbinde seinen Pflichten in der Wüste am Suezkanal nachkommt, steht bis heute als Symbol für die militärischen Ideale Israels.
In mehr als 30 Jahren als Politiker war Ariel Scharon Landwirtschafts-, Verteidigungs-, Handels- und Industrie-, Wohnungsbau-, Infrastruktur- und Außenminister und seit Februar 2001 Regierungschef. Bei der Gründung des Likud durch Menachem Begin war Ariel Scharon eine der treibenden Kräfte im Hintergrund und vor wenigen Wochen gründete er noch seine eigene Partei "Kadima", die innerhalb weniger Tage atemberaubende Umfrageergebnisse erreichte.
Ariel Scharon hat in seinem Leben tiefe Krisen durchlebt. Nach dem Feldzug "Frieden für Galiläa" 1982 ermordeten im Juni des Jahres christliche Libanesen in den südlich von Beirut gelegenen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila mehr als 1.000 Palästinenser. Scharon war in dieser Zeit Israels Verteidigungsminister und die israelische Armee Besatzungsmacht im Libanon. Eine Untersuchungskommission der israelischen Regierung befand ihn indirekt dieses Massakers verantwortlich, was zu Scharons Rücktritt aus der Regierung führte.
Seine erste Frau Margalith kam bei einem Autounfall 1962 ums Leben. Ihr einziger Sohn Gur starb im Oktober 1967 durch eine Kugel, als er mit einem Freund mit einem Gewehr spielte. Nach dem Tod Margaliths heiratete Ariel Scharon ihre jüngere Schwester Lilly, mit der er zwei Söhne, Omri und Gilead, hat. Lilly starb im Jahre 2000. In den vergangenen Jahren machten Scharon Korruptions- und Veruntreuungsvorwürfe gegen seine Söhne zu schaffen.
Am liebsten zeigte sich Ariel Scharon als Landwirt, auf seiner "Chavat HaSchikmim", der "Maulbeerbaum-" oder "Sykomoren-Farm", im nördlichen Negev, auf dem Traktor, mit Schafen und Rindern. Er verkörperte wie kaum ein anderer den säkularen Zionismus, der konkret die Hand anlegt, um das Land aufzubauen.
Trotzdem gibt es wohl kaum so viele und prominente Gebetsversprechen aus aller Welt, wie für die Gesundung dessen, der als "Symbol für das nicht-religiöse Israel" steht. Unter den bekennenden Fürbittern sind das amerikanische Präsidentenpaar George und Laura Bush, US-Außenministerin Condoleezza Rice, die israelischen Politiker Benjamin Netanjahu und Schimon Peres, der ehemalige palästinensische Premier Ahmed Qrea, sowie der Siedlerrabbi Josef Elnekaveh, den Scharon im Jahr 2005 aus seinem Heim im Gazastreifen vertrieben hat, zu nennen. Der aschkenasische Oberrabbiner Jona Metzger rief im israelischen Fernsehen dazu auf, für den Regierungschef Psalmen zu beten. Dabei sei besonders wichtig, seinen eigentlichen Namen nach jüdischer Tradition zu nennen: Ariel Ben Vera. (jg)
Dieser so genannte ”Rat der Tora-Weisen” ist der politischen Führung unter Eli Jischai übergeordnet. Schas vertritt keine spezielle Position in Land- und Sicherheitsfragen, sondern konzentriert sich verstärkt auf Erziehungsfragen und soziale Angelegenheiten. (inn)
Außerdem danken die Juden für die ersten Früchte. Im Gottesdienst wird die Geschichte der Moabiterin Ruth gelesen. Traditionell werden an diesem Tag Milchspeisen gegessen. (dk)
Wörtlich: ”Dreißig” - die dreißig Tage jüdischer Trauer nach dem Begräbnis. In dieser Zeit wird das Kaddisch gesprochen, das Trauergebet. (ep)
Es stellt die absolute Einheit und Einzigkeit Gottes in den Mittelpunkt: ”Höre Israel, der HERR ist unser GOTT, der HERR ist einer”. Das Bekenntnis besteht aus drei Textabschnitten der Torah: 5. Mose 6, 4-9 / 5. Mose 11, 13-21 / 4. Mose 15, 37-40. Das Schema Israel nimmt eine besondere Stellung im privaten Glaubensleben und in der öffentlichen Liturgie ein. In reformierten Gemeinden ist die Tradition entstanden, das gemeinsame Schema-Gebet stehend zu sprechen. Mit dem Schema Israel auf den Lippen starben bekannte Märtyrer wie Rabbi Akiva und Scharen verfolgter Juden angesichts ihres Todes. (ep)
Die ”Schiat Ali - Partei Ali's” sieht in Ali den wahren und würdigen Nachfolger Mohammeds. Etwa zehn Prozent der Moslems zählen heute zu den ”Schi´iten”. (ep)
Die Oppositionspartei ist im europäischen Sinne liberal geprägt und wendet sich strikt gegen den Einfluss religiöser Parteien auf die israelische Politik. Schinui unterstützt den Friedensprozess und fordert Wehrgerechtigkeit durch die Einberufung Ultra-Orthodoxer (Haredim) zur Armee. Bei den Wahlen zur Knesset 2003 konnte sie die Zahl der Sitze von sechs auf 15 erhöhen. Allerdings kam es im Vorfeld der Wahlen von 2006 zu einer Spaltung. Die beiden Fraktionen, die daraus entstanden, schafften die Prozenthürde nicht mehr. (inn)
Danach dauern die Tage der Trauer so lange wie die Tage der wichtigen Feste Pessach bzw. Laubhüttenfest - eben sieben. Die nächsten Angehörigen des Toten reißen ihre Kleidung ein (Keria) und tragen sichtbar intensive Trauer. Gläubige sitzen niedrig auf einem Kissen oder einem Schemel, dem Boden und der Erde nahe. Man geht nicht zur Arbeit und nimmt selbst von täglichen Verrichtungen Abstand. Nachbarn und Freunde bringen Essen und trösten die Trauernden. Das gilt als gutes Werk. (ep)
Die Bezeichnung "Schoah" für den Judenmord ist durch den gleichnamigen Film von Claude Lanzmann bekannt geworden. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Hebräischen und bedeutet "Verderben", "Untergang" oder "große Katastrophe".
Die systematische Judenverfolgung begann kurz nach Hitlers Machtergreifung im Jahr 1933. Jüdische Geschäfte wurden boykottiert und jüdisches Personal entlassen. Somit wurde den Juden in Deutschland die politische und wirtschaftliche Basis entzogen. Ihre Rechte als Staatsbürger verloren sie in Folge der Nürnberger Gesetze im Jahr 1935.
In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 folgte die Reichspogromnacht, die vom nationalsozialistischen Regime gelenkte Zerstörung von Einrichtungen jüdischer Bürger. Es wurden Synagogen, Geschäfte, Wohnhäuser und jüdische Friedhöfe verwüstet. Schließlich begann die planmäßige und grausame Ermordung der Juden in Konzentrationslagern. Erst nach der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands am 8. Mai 1945 zeigte sich langsam das wahre Ausmaß der Verbrechen.
Die Judenvernichtung wird in Israel seit der Staatsgründung als Schoah bezeichnet. Im Jahr 1959 wurde schließlich der Gedenktag für die Opfer des Holocaust, Jom HaSchoah, eingeführt. Der Begriff "Schoah" wird seit Mitte der 1980er Jahre auch in Europa benutzt. Einen Anstoß dafür lieferte die Ausstrahlung des Dokumentarfilms "Schoah" von dem französischen Regisseur Claude Lanzmann. Der Film wird von Zeitzeugenberichten und Aufnahmen der Schauplätze des Holocaust dominiert.
Mit den Opfern der Schoah beschäftigt sich heute vor allem das Simon Wiesenthal Center in Los Angeles. Die Organisation hat das Ziel, Toleranz und Verständnis gegenüber Mitmenschen zu bewahren und zu fördern. Der Gründer, Simon Wiesenthal, hat viele Personen, die an Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligt waren, der Gerichtsbarkeit zugeführt. Er selbst hatte zwölf Lager überlebt.
Die Gedenkstätte "Yad Vashem" in Jerusalem gilt als einer der bedeutendsten Orte zum Gedenken der Opfer des Holocaust. Im Jahr 1953 wurde das Zentrum für Dokumentation, Erforschung, Pädagogik und Gedenken an die Schoah auf dem Berg der Erinnerung in Jerusalem gegründet. Im "Garten der Gerechten unter den Völkern" auf dem Gelände der Gedenkstätte werden seit dem Jahr 1996 diejenigen geehrt, die während der Judenverfolgung Juden versteckt haben. Dies ist die höchste Auszeichnung des Staates Israel - sie wird ausschließlich an Nichtjuden vergeben. Als "Gerechte unter den Völkern" gelten unter anderen Oskar Schindler und Irena Sendler, die etwa 2.500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto schmuggelte.
Im Jahr 2005 wurde in Deutschland das Holocaust-Mahnmal in Berlin fertiggestellt. Es befindet sich in der Nähe des Brandenburger Tors und soll an die sechs Millionen Juden erinnern, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden. (ak)
Der Schofar wurde in biblischer Zeit im Krieg oder bei Gefahr verwendet, aber auch für den Tempeldienst. Traditionell wird er zu besonderen Anlässen wie dem jüdischen Neujahrsfest (Rosch HaSchanah) oder dem Versöhnungstag Jom Kippur geblasen. Dies erinnert unter anderem an die Bindung Isaaks (1. Mose 22), die Offenbarung der Torah am Sinai (2. Mose 19,16) und die Eroberung der Stadt Jericho (Josua 6). Das Blasen des Schofars symbolisiert den Ruf zur Umkehr und den Sieg über das Böse. In Jerusalem wird durch das Widderhorn am Freitagabend der Schabbat-Beginn angekündigt. (eh)
Der Krieg begann mit einem Präventivschlag der israelischen Armee gegen die ägyptische Luftwaffe. Zeitgleich starteten die Israelis einen Frontalangriff auf den Norden der Sinai-Insel. Israel nahm am zweiten Kriegstag die Stadt Scharm el-Scheich ein und drang daraufhin bis zum Suez-Kanal vor.
Infolge ägyptischer Falschmeldungen beschoss Jordanien Tel Aviv und Jerusalem. Damit die Altstadt Jerusalems verschont blieb, starteten die Israelis einen Einkesselungsangriff. Parallel dazu eroberten sie das Westjordanland.
Am 7. Juni akzeptierten Jordanien und Israel die Waffenstillstandsresolution des UN-Sicherheitsrates. Ägypten folgte einen Tag später. Syrien lehnte den Waffenstillstand vorerst ab, erkannte ihn aber am 10. Juni an. Zu diesem Zeitpunkt hatte Israel die gesamte Sinai-Halbinsel bis zum Suezkanal, das Westjordanland, die Golanhöhen und Jerusalem eingenommen. Somit war die unmittelbare Bedrohung aus dem Kernland Israel ausgeräumt. Auf Grund des "Camp David"-Abkommens im Jahr 1978 musste Israel die Sinai-Halbinsel an Ägypten zurückgeben. Im Gegenzug unterzeichnete der arabische Nachbarstaat ein Friedensabkommen mit Israel. (ak)
Er ist etwa 21 Kilometer lang, zwölf Kilometer breit, umfasst 170 Quadratkilometer und ist - je nach Wasserstand - bis zu 46 Meter tief. Er ist Israel wichtigstes Trinkwasserreservoir und wird hauptsächlich vom Jordan gespeist, der ihn auch durchfließt.
Der See wird bereits im Alten Testament der Bibel erwähnt, als die Israeliten in das damalige Kanaan kommen und die Grenzen für die einzelnen Stämme festgelegt werden. (4. Mose 34,11; Josua 13,27). Im Neuen Testament wird er häufiger genannt. Der biblischen Überlieferung nach berief Jesus hier seine ersten Jünger und tat viele Wunder. Zudem hielt er in der Nähe des Sees die Bergpredigt. (Matthäus 5 - 7)
Am Westufer liegen die Städte Tiberias - zur Römerzeit Hauptstadt der Provinz Galiläa - und Kapernaum.
Wegen seiner geographischen Lage wird das Gewässer auch ”See (von) Tiberias” oder ”Galiläisches Meer” genannt.
Sein hebräischer Name lautet ”Jam Kinneret”. Einer Überlieferung nach erinnert die Form des Sees an die eines harfenähnlichen Instruments aus alttestamentlicher Zeit. Der Name wurde von dem hebräischen Wort ”Kinor” abgeleitet, was soviel heißt wie Harfe oder Geige.
Einer anderen Erzählung nach erhielt der See seinen Namen, da das Rauschen der Wellen an den Klang eines Harfenspiels erinnere. (dk)
Anschließend ließen sie sich überwiegend in Südosteuropa, Nordafrika und Asien, aber auch in den Niederlanden, England, Nordwestdeutschland und Amerika nieder.
Der Begriff Sephardim steht deshalb heute in erster Linie für die aus Nordafrika und dem Orient nach Israel eingewanderten Juden. Sephardische Gelehrte prägten die Halacha, die hebräische Sprachwissenschaft und Poesie. Sie vermittelten arabische Wissenschaft und griechische Philosophie nach Europa. (inn)
Aus Freude darüber, dass Gott seinem Volk die Torah, sein Wort, anvertraut hat, tanzen jüdische Gläubige am Vorabend dieses Festes in den Synagogen mit den kostbaren Torah-Rollen im Arm. An diesem Tag endet die wöchentliche Torah-Lesung im Gottesdienst mit den letzten Versen des 5. Buches Mose (Kapitel 33 und 34). Im direkten Anschluss wird der Anfang des ersten Buches Mose gelesen (1,1 - 2,3). Simchat Torah ist auch das jüdische Erntedankfest. (dk/eh)
Diese Überlieferungen erklären und ergänzen als Tradition den Koran. Daraus wurde eine bestimmte islamische Glaubensrichtung. Rund 90 Prozent der Moslems zählen heute zu den ”Sunniten”. (ep)
Im Jiddischen wörtlich: ”Ziel / Zweck”. (ep)
Diese zehn Tage zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur sind bekannt als ”die zehn Tage der Buße”, die auf hebräisch ”Jamim HaNora’im”, die ”ehrfurchtgebietenden Tage”, genannt werden.
Nach jüdischer Tradition werden in dieser Zeit die Völker und Nationen für ihre Taten während des vergangenen Jahres zur Rechenschaft gezogen. Gläubige Juden unterziehen sich in dieser Zeit einer besonderen inneren Prüfung und bemühen sich um eine Aussöhnung mit Gott und ihrem Nächsten.
Der Schabbat zwischen Neujahr und Versöhnungstag ist der ”Buß-Schabbat”. An diesem Tag wird Hosea 14,2-10 verlesen. Der Text beginnt mit den Worten: ”Bekehre dich, Israel, zu dem Herrn, deinem Gott; denn du bist gefallen um deiner Schuld willen...” (inn)
Er wird von erwachsenen jüdischen Männern hauptsächlich zum Morgengebet an allen Tagen getragen. Das - zumeist viereckige - Tuch muss groß genug sein, um den größten Teil des Rumpfes zu bedecken. Viele Juden bedecken sich beim Gebet auch den Kopf mit dem Tallit, um ihre Konzentration zu vertiefen. Der Tallit ist häufig weiß oder cremefarben mit verschiedenen Verzierungen und Mustern.
Das Bedeutende am Tallit sind die Zizit - Schaufäden oder Quasten genannt. Die einzelnen Fäden werden mehrfach geschlungen und geknotet - eine solche Quaste befindet sich an allen vier Ecken des Tuches und soll an die 613 Ge- und Verbote der Torah erinnern. Damit erfüllen Juden ein Gebot aus 4. Mose 15,37-41. Gläubige Juden werden in ihrem Tallit bestattet. Dann wird jedoch eine Quaste abgeschnitten, als Zeichen dafür, dass Tote keine Gesetze mehr beachten müssen.
Des Weiteren gibt es den ”Tallit katan” (kleiner Tallit). Das ist ein viereckiges Tuch mit einer Öffnung für den Kopf, welches Rücken und Brust bedeckt und unter der Kleidung getragen wird. Dabei hängen die Schaufäden an den vier Ecken sichtbar heraus. Religiöse Juden tragen es den ganzen Tag, um sich an die Gesetze zu erinnern.
Die israelische Flagge orientiert sich an einem Tallit mit zwei blauen Streifen.(dn)
Aus weiterführenden Kommentaren und Diskussionen der rabbinischen Akademien entstand in den folgenden Jahrhunderten die Gemara. Der Text des Talmud setzt sich aus Mischna und Gemara zusammen. Da die Mischna in Babylonien und im damaligen Palästina studiert wurde, gibt es zwei Talmudim, die teilweise voneinander abweichen: Der Babylonische Talmud ist umfangreicher als der Jerusalemer Talmud, der auch als Palästinischer Talmud bezeichnet wird. Wenn heute nur vom Talmud die Rede ist, bezieht sich dies immer auf den Babylonischen Talmud.
In heutigen Talmud-Ausgaben findet sich der Text von Mischna und Gemara in der Mitte einer jeden Seite. Am Rand sind spätere Kommentare zu lesen. Der bedeutendste stammt von Rabbi Schlomo Ben Jitzhak, besser bekannt als Raschi. Er lebte von 1040 bis 1105 in Frankreich, verbrachte aber auch einige Studienjahre in den deutschen Städten Worms und Mainz. Diese bildeten damals mit Speyer ein Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. (eh)
Die Torah enthält die Fünf Bücher Mose. Im Abschnitt Nevi´im finden sich Josua, Richter, die Samuel- und Könige-Bücher (als je ein Buch), Jesaja, Jeremia sowie das Zwölf-Propheten-Buch. Die restlichen Bücher, die im Alten Testament enthalten sind, werden in der Hebräischen Bibel den Ketuvim zugeordnet. Dabei gelten die Chroniken und Esra-Nehemia als je ein Buch.
Eine Bezeichnung für die Heilige Schrift der Juden leitet sich aus der Abkürzung für die drei Abschnitte ab: Tanach. Ein weiterer Name ist ”Mikra” (Schrift, Lektüre).
Neben der in der Bibel festgehaltenen schriftlichen Lehre gilt im Judentum gleichberechtigt die mündliche Torah. Das ist die Tradition, die ihren Niederschlag in der rabbinischen Literatur fand. (eh)
Danach wirft Gott die Sünden in die Tiefe des Meeres, wo sie vergessen sind. Man geht zu einem fließenden Gewässer, um dort zu beten und die Sünden des vergangenen Jahres symbolisch in das Wasser zu werfen. Zeichenhaft werden alle Taschen ins Wasser geleert. Die Verfehlungen werden dann ins Meer weggetragen. (ep)
Mit dem Bau des Technion wurde 1912 begonnen. Finanziert wurde er hauptsächlich durch Spenden einer jüdischen Hilfsorganisation in Deutschland. Einer der bekanntesten Unterstützer war Albert Einstein.
Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 verzögerte sich jedoch der Beginn des Lehrbetriebes. Hinzu kam ein Streit über die Unterrichtssprache an der Technischen Hochschule. Damals war Deutsch die dominierende Wissenschaftssprache, viele Bücher waren auf Deutsch geschrieben, zahlreiche der ersten Professoren für das Technion kamen aus Deutschland. Viele Unterstützer der Einrichtung forderten daher deutschsprachigen Unterricht. In Israels Geschichte ist diese Auseinandersetzung als ”Sprachenstreit” bekannt. Nach zahlreichen Streiks und Demonstrationen der jüdischen Bevölkerung in der Region und der ”Zionistischen Weltorganisation” (WZO), wurde schließlich Hebräisch als Unterrichtssprache im Technion eingeführt - alle nachfolgend errichteten Hochschulen schlossen sich dieser Entscheidung an.
1924 wurde der Lehrbetrieb im Technion aufgenommen - alles begann mit 16 Studenten. Unterrichtet wurden die Studiengänge Architektur und Bauingenieurwesen. Heute hat das Technion 19 Fakultäten und 40 Forschungsinstitute. Mehr als 13.000 Studenten werden hier von über 700 Wissenschaftlern ausgebildet. (dn)
Diese enthalten Pergamentstücke mit handgeschriebenen Texten aus der Torah. Es gibt Hand-Tefillin und Kopf-Tefillin. Die Kapsel der letzteren enthält vier Fächer mit vier Pergamentstücken. Sie wird mit einem Lederriemen um die Stirn gehalten und am Oberarm befestigt. Die Hand-Tefillin enthalten ein Pergamentstück. Sie werden siebenmal um den Arm geschlungen und dann um Hand sowie Ring- und Mittelfinger gewickelt. Linkshänder tragen sie am rechten Arm, Rechtshänder am linken. Durch die Art des Wickelns entsteht der hebräische Buchstabe ”Schin”. Dieser weist auf das Wort ”Schaddai” (Gott) hin.
Orthodoxe Juden tragen die Tefillin erstmals zu ihrer Bar-Mitzwa-Feier - das heißt mit Vollendung des 13. Lebensjahres - dann sind sie religionsmündig. Frauen dürfen im orthodoxen Judentum keine Gebetsriemen tragen. In liberalen Gemeinden gibt es mittlerweile jedoch auch Jüdinnen, die die Tefillin anlegen.
Die Gebetsriemen werden vorzugsweise wochentags zum Morgengebet und nicht am Schabat oder an Festtagen angelegt.
Das Tragen der Tefillin geht auf folgende Texte in der Torah zurück: 5. Mose 6,8 und 11,18 sowie 2. Mose, 13,9. (dn)
Jaffa (früher Joppe) ist eine der ältesten Städte überhaupt – der dortige Hafen existierte bereits im zweiten vorchristlichen Jahrtausend. Nach biblischer Überlieferung bestieg der Prophet Jona in Jaffa ein Schiff, das ihn entgegen der göttlichen Anweisung nach Tarsis bringen sollte. Im Neuen Testament wird berichtet, daß Petrus dort aufgrund einer Vision beschloss, auch Nichtjuden das Evangelium zu verkünden. David Ben Gurion verlas in Tel Aviv am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeitserklärung des israelischen Staates. Im Jahr 1949 wurden die antike und die moderne Stadt vereinigt. Heute ist Tel Aviv-Jaffa nach der Hauptstadt Jerusalem die zweitgrößte Stadt Israels und das wichtigste Wirtschaftszentrum. (eh)
Am neunten Tag des Monats Av, also etwa zwei Monate vor Jahresende, denken Juden an die Zerstörung des ersten und zweiten Tempels in Jerusalem (587 v. Chr. und 70 n. Chr.). An diesem Tag wird getrauert und gefastet. (dk)
In den meisten jüdischen Gemeinden wird die Torah im Laufe eines jeden Jahres in den Gottesdiensten vorgelesen. Die Wochenabschnitte (Paraschot) dienen als Grundlage für die Predigt in der Synagoge. Der Text muss per Hand auf eine Schriftrolle geschrieben sein.
Der Ausdruck ”Torah” kann sich jedoch auch auf die gesamte Bibel beziehen. Außerdem gibt es die so genannte ”mündliche Torah”. Damit sind außerbiblische Überlieferungen gemeint, die in manchen ultra-orthodoxen Kreisen allerdings mitunter eine größere Bedeutung erhalten als die ursprüngliche Heilige Schrift. Zur mündlichen Torah gehören beispielsweise Auslegungen zu biblischen Büchern (Midrasch) oder rabbinische Diskussionen, wie sie im Talmud festgehalten sind.
Die immer wieder gebrauchte Übersetzung ”Gesetz” verkürzt die Bedeutung des Ausdrucks ”Torah” auf einen einzigen Aspekt und wird ihm nicht gerecht. Sie ist aus der Offenbarung der Gebote am Sinai hergeleitet. (eh)
Wegen des hohen Salzgehaltes können Tiere und Pflanzen in dem Wasser nicht überleben. Nach biblischer Überlieferung befanden sich dort einst die heidnischen Städte Sodom und Gomorrha. Als Gott sie als Strafe für ihre Sünden zerstörte, entstand das Tote Meer. Am Ufer gibt es mehrere Kurzentren für Menschen mit Hautkrankheiten. Ein beliebter Ausflugsort ist die nahegelegene Festung Massada, die als Symbol für jüdischen Widerstand gilt. (eh)
Das Fest hat nahezu keine rituelle Bedeutung. Im Laufe der Zeit hat es jedoch als ein Tag, an dem insbesondere Schulkinder Bäume pflanzen, sowie als Pflanzzeit im Rahmen intensiver Aufforstung durch den Jüdischen Nationalfonds und die Kommunalbehörden eine säkulare Gestalt angenommen. (dk)
Im Zusammenhang mit den Judenverfolgungen in Russland im Jahre 1903 wurde durch den britischen Kolonialminister Joseph Chamberlain die Schaffung einer jüdischen Kolonie in Uganda erwogen. In einem offizellen Schreiben wurde dieser Vorschlag zur Lösung der Judenfrage der Zionistischen Bewegung zur Kenntnis gegeben. Der 6. Zionistische Weltkongress 1904 hat sich schwer darüber zerstritten. Bald darauf starb Zionistenführer Theodor Herzl. Religiöse Kräfte gewannen das Ringen in der Siedlungsfrage, wonach die Juden ihr Augenmerk ausschließlich auf Palästina richten sollten. (ep)
Er wird auf verschiedenen Lernniveaus für Anfänger und Fortgeschrittene in Bildungsstätten von fast allen Städten und Gemeinden Israels angeboten. Hauptzielgruppe des Intensivsprachkurses sind Neueinwanderer. Diese haben Anspruch auf einen kostenlosen fünfmonatigen Ulpan, wenn der Studienbeginn innerhalb des ersten Jahres nach der Einwanderung (Alija) beginnt. Die Kurse werden fast ausschließlich auf Hebräisch (Ivrit) unterrichtet. Auch Volontäre und Gastarbeiter können gegen Bezahlung an den Sprachkursen teilnehmen. (inn)
Ursprünglich islamische Gemeinschaft im arabischen Kalifat. Ziel ist es, die gesamte Weltgemeinschaft in die Umma einzugliedern. (ep)
Hier ihr Wortlaut in deutscher Übersetzung:
Im Lande Israel entstand das jüdische Volk. Hier prägte sich sein geistiges, religiöses und politisches Wesen. Hier lebte es frei und unabhängig, Hier schuf es eine nationale und universelle Kultur und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher.
Durch Gewalt vertrieben, blieb das jüdische Volk auch in der Verbannung seiner Heimat in Treue verbunden. Nie wich seine Hoffnung. Nie verstummte sein Gebet um Heimkehr und Freiheit.
Beseelt von der Kraft der Geschichte und Überlieferung, suchten Juden aller Generationen in ihrem alten Lande wieder Fuß zu fassen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte kamen sie in großen Scharen. Pioniere, Verteidiger und Einwanderer, die trotz der Blockade den Weg in das Land unternahmen, erweckten Einöden zur Blüte, belebten aufs neue die hebräische Sprache, bauten Dörfer und Städte und errichteten eine stets wachsende Gemeinschaft mit eigener Wirtschaft und Kultur, die nach Frieden strebte, aber sich auch zu schützen wusste, die allen im Lande die Segnungen des Fortschritts brachte und sich vollkommene Unabhängigkeit zum Ziel setzte.
Im Jahre 1897 trat der erste Zionistenkongress zusammen. Er folgte dem Rufe Dr. Theodor Herzls, dem Seher des jüdischen Staates, und verkündete das Recht des jüdischen Volkes auf nationale Erneuerung in seinem Lande. Dieses Recht wurde am 2. November 1917 in der Balfour-Deklaration anerkannt und auch durch das Völkerbundsmandat bestätigt, das der historischen Verbindung des jüdischen Volkes mit dem Lande Israel und seinem Anspruch auf die Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstätte internationale Geltung verschaffte.
Die Katastrophe, die in unserer Zeit über das jüdische Volk hereinbrach und in Europa Millionen von Juden vernichtete, bewies unwiderleglich aufs Neue, dass das Problem der jüdischen Heimatlosigkeit durch die Wiederherstellung des jüdischen Staates im Lande Israel gelöst werden muss, in einem Staat, dessen Pforten jedem Juden offen stehen, und der dem jüdischen Volk den Rang einer gleichberechtigten Nation in der Völkerfamilie sichert.
Die Überlebenden des schrecklichen Nazigemetzels in Europa sowie Juden anderer Länder scheuten weder Mühsal noch Gefahren, um nach dem Lande Israel aufzubrechen und ihr Recht auf ein Dasein in Würde und Freiheit und ein Leben redlicher Arbeit in der Heimat durchzusetzen.
Im Zweiten Weltkrieg leistete die jüdische Gemeinschaft im Lande Israel ihren vollen Beitrag zum Kampfe der frieden- und freiheitsliebenden Nationen gegen die Nazimächte der Finsternis. Mit dem Blute ihrer Soldaten und ihrem Einsatz für den Sieg erwarb sie das Recht auf Mitwirkung bei der Gründung der Vereinten Nationen.
Am 29. November 1947 fasste die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen Beschluss, der die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel forderte. Sie rief die Bewohner des Landes auf, ihrerseits zur Durchführung dieses Beschlusses alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Die damalige Anerkennung der staatlichen Existenzberechtigung des jüdischen Volkes durch die Vereinten Nationen ist unwiderruflich.
Gleich allen anderen Völkern, ist es das natürliche Recht des jüdischen Volkes, seine Geschichte unter eigener Hoheit selbst zu bestimmen. Demzufolge haben wir, die Mitglieder des Nationalrates, als Vertreter der jüdischen Bevölkerung und der zionistischen Organisation, heute, am letzten Tage des britischen Mandats über Palästina, uns hier eingefunden und verkünden hiermit kraft unseres natürlichen und historischen Rechtes und aufgrund des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel - des Staates Israel.
Wir beschließen, dass vom Augenblick der Beendigung des Mandates, heute um Mitternacht, dem sechsten Tage des Monats Ijar des Jahres 5708, dem 15. Mai 1948, bis zur Amtsübernahme durch verfassungsgemäß zu bestimmende Staatsbehörden, doch nicht später als bis zum 1. Oktober 1948, der Nationalrat als vorläufiger Staatsrat und dessen ausführendes Organ, die Volksverwaltung, als zeitweilige Regierung des jüdischen Staates wirken sollen. Der Name des Staates lautet Israel. Der Staat Israel wird der jüdischen Einwanderung und der Sammlung der Juden im Exil offen stehen.
Er wird sich der Entwicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner widmen. Er wird auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels gestützt sein. Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten, die Heiligen Stätten unter seinen Schutz nehmen und den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen treu bleiben.
Der Staat Israel wird bereit sein, mit den Organen und Vertretern der Vereinten Nationen bei der Durchführung des Beschlusses vom 29. November 1947 zusammenzuwirken und sich um die Herstellung der gesamtpalästinensischen Wirtschaftseinheit bemühen.
Wir wenden uns an die Vereinten Nationen mit der Bitte, dem jüdischen Volk beim Aufbau seines Staates Hilfe zu leisten und den Staat Israel in die Völkerfamilie aufzunehmen.
Wir wenden uns - selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind - an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen.
Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und zu guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.
Unser Ruf ergeht an das jüdische Volk in allen Ländern der Diaspora, uns auf dem Gebiete der Einwanderung und des Aufbaues zu helfen und uns im Streben nach der Erfüllung des Traumes von Generationen - der Erlösung Israels - beizustehen.
Mit Zuversicht auf den Fels Israels setzen wir unsere Namen zum Zeugnis unter diese Erklärung, gegeben in der Sitzung des zeitweiligen Staatsrates auf dem Boden unserer Heimat in der Stadt Tel Aviv. Heute am Vorabend des Sabbat, dem 5. Ijar 5708, 14. Mai 1948. (inn)
Dieser Tag wird mit dem Blasen des Widderhorns (Schofar) beschlossen.
Der Tag ist geprägt von langen Synagogengottesdiensten, die vor allem aus Bußgebeten bestehen. Außerdem wird das Buch Jona verlesen. Juden gedenken an diesem Tag der Verstorbenen.
Normalerweise werden Fastentage, die auf einen Schabbat fallen, um einen Tag verschoben. Der Jom Kippur ist die einzige Ausnahme.
Am Jom Kippur ruht alles öffentliche und private Leben in Israel. Es gibt weder Radio- noch Fernsehsendungen. Der Verkehr im gesamten Land liegt still. Nur Krankenwagen für Notfälle werden auf den Straßen geduldet. Der verkehrsfreie Tag wird allerdings von den Kindern genutzt, die im ganzen Land die Straßen mit Fahrrädern, Rollschuhen und Skateboards bevölkern.
Selbst Israelis, die sich sonst als säkulare Juden bezeichnen würden, fasten an diesem Tag von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang. Das Tragen von Lederkleidung und Schmuck, der Gebrauch von Kosmetika, das Baden und Geschlechtsverkehr sind nach jüdischem Gesetz an diesem Bußtag verboten. Gesetzestreue Juden verbringen den ganzen Tag in ein weißes Bußgewand gehüllt, meist ihr Totengewand, betend in der Synagoge.
Nach jüdischer Tradition wird an diesem Tag das Schicksal für das kommende Jahr besiegelt.
Bibeltexte: 3.Mose 16,29-31; 23,27-32
Link zum Thema:
www.613.org/roshyomkippursuccot.html
(inn)
Anhänger des Wahab betonten die Reinheit des Glaubens in der direkten Rückbesinnung auf die Lehren des Koran. Wahabismus bestimmt heute das Leben vor allem in Saudi-Arabien. (ep)
Elie Wiesel wurde am 30. September 1928 als Sohn frommer jüdischer Eltern in Sighet in den rumänischen Karpaten geboren. Da er auf Wunsch seiner Mutter Rabbiner werden sollte, besuchte er eine jüdische Schule. Als er 15 Jahre alt war, im Frühjahr 1944, wurde seine Familie jedoch von den Nazis deportiert. Er und sein Vater überlebten das Vernichtungslager Auschwitz. Der Vater starb etwa zwei Monate vor der Befreiung im KZ Buchenwald durch die Amerikaner.
Nach den furchtbaren Erfahrungen der Nazizeit musste sich Elie Wiesel erneut mit der Frage nach Gott auseinander setzen. "Das Überlebenstrauma wurde für ihn, den es in der Nachkriegszeit nach Frankreich verschlagen hatte, zu einem geistigen Überlebenskampf", schrieb die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" anlässlich seines 80. Geburtstags. "Während Paul Celan oder Primo Levi letztlich zerbrachen und in den Freitod gingen, hielt Wiesel eine Offensivtaktik am Leben: Er legte sich mit Gott an und stritt mit ihm; auch deshalb wird er mit Hiob in Verbindung gebracht."
Zunächst konnte und wollte er seine Erlebnisse nicht in Worte fassen. Doch 1956 schrieb er sie erstmals nieder - auf Jiddisch unter dem Titel "Un di Welt hot geschwign". Dieser autobiographische Roman erschien zwei Jahre später auf Französisch, die Überschrift lautete nun: "Die Nacht". Besonders prägnant und bekannt sind die Sätze: "Nie werde ich diese Nacht vergessen. Nie werde ich die Flammen vergessen, die meinen Glauben für immer verzehrten. Nie werde ich das vergessen, und wenn ich dazu verurteilt wäre, so lange wie Gott zu leben. Nie."
In der Wochenzeitung "Jüdische Allgemeine" heißt es über den Holocaust-Überlebenden: "Im Laufe seines Lebens hat Wiesel 40 Bücher verfasst. Sie kreisen um die Vernichtung der Juden und dabei immer wieder um ein Thema: Wo war Gott? Warum schwieg er? Wiesels Glaube wurde durch Auschwitz radikal verändert. In einem Gespräch mit dem spanischen Widerstandskämpfer und Buchenwald-Überlebenden Jorge Semprún berichtete Wiesel, dass er sich bis 1944 allein von Gott habe leiten lassen. Nach dem Holocaust stellte er Gott infrage. Er verstehe den Holocaust 'weder mit noch ohne Gott', sagte Wiesel."
Im Jahr 1956 wanderte er in die USA aus. Er arbeitete in New York als UN-Korrespondent der israelischen Zeitung "Jediot Aharonot". 1963 wurde er US-Bürger. Er heiratete 1969 Marion Erster Rose. Sie haben einen Sohn. Seine Ehefrau ist heute die Hauptübersetzerin seines Werkes. Später wandte sich Wiesel auch anderen Themen zu. So schrieb er 1966 eine Buchreportage über das Leben der Juden in der Sowjetunion und den dortigen Antisemitismus. Weitere Themen waren der Eichmann-Prozess in Israel und die Stimmung im jüdischen Staat während des Sechs-Tages-Krieges.
Wiesel erhielt 1986 den Friedensnobelpreis für sein Lebenswerk. Dies hatte er nicht zuletzt seiner Tätigkeit in der Präsidentenkommission zum Holocaust, die Jimmy Carter 1978 berufen hatte, sowie seinem Engagement in Menschenrechtsfragen zu verdanken. Im Jahr 2003 wurde er zum Vorsitzenden der Internationalen Kommission zur Erforschung des Holocaust in Rumänien berufen, die als "Wiesel-Kommission" bezeichnet wird.
Elie Wiesel setzt sich weiterhin für Menschenrechte und gegen Antisemitismus ein. So nahm er am 23. September 2008 in New York an einer Demonstration gegen den Auftritt des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vor der UN-Vollversammlung teil. Und mit seiner Stiftung hilft er unter anderen sudanesischen Flüchtlingskindern, die den Völkermord in ihrem Land überlebt haben. Er hat auch Einrichtungen in den israelischen Städten Kirijat Mal´achi und Aschkelon gestiftet, an denen sich äthiopische Einwanderer weiterbilden können. (eh)
Er wurde 1908 im heute ukrainischen – damals österreichisch-ungarischen – Buczacz in eine wohlhabende jüdische Familie hineingeboren. In Prag studierte er Architektur. Im Jahr 1936 heiratete er. Nach dem Einmarsch der Nazis wurde er mit seiner Frau Cyla in ein Konzentrationslager deportiert. Wegen ihrer blonden Haare, die sie ”arisch” aussehen ließen, konnte er einen Handel mit polnischen Untergrundkämpfern abschließen - seine Frau erhielt 1942 falsche Papiere und kam frei.
Doch Wiesenthal war in insgesamt zwölf Konzentrationslagern inhaftiert. Am 5. Mai 1945 wurde er im KZ Mauthausen von amerikanischen Soldaten befreit. Er hatte 89 Verwandte durch die Judenverfolgung verloren.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges begann er im Auftrag der US-Armee, Beweismaterial über Nazikriegsverbrechen zu sammeln. In Nürnberg durchkämmte er mehr als 110.000 Tonnen von Dokumenten. Nach dem Krieg eröffnete er gemeinsam mit 30 freiwilligen Helfern im österreichischen Linz das jüdische historische Dokumentationszentrum zu dem Zweck, weitere Nazikriegsverbrecher vor Gericht zu bringen.
1953 erhielt Wiesenthal Informationen über Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Über die israelische Botschaft in Wien vermittelte er diese weiter an Israel. 1959 wurde Eichmann in einer spektakulären Aktion von israelischen Agenten von Argentinien nach Israel entführt, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Am 31. Mai 1961 wurde Adolf Eichmann in Israel hingerichtet.
Durch diesen Erfolg ermutigt widmete sich Simon Wiesenthal ausschließlich der Suche nach Nazikriegsverbrechern. 1963 wurde aufgrund seiner Anstrengungen Karl Silberbauer festgenommen, der Anne Frank verhaftet hatte und als Polizeiinspektor in Österreich untergetaucht war. Im Oktober 1966 wurden in Stuttgart 16 SS-Offiziere für die Judenvernichtung in Lvov vor Gericht gestellt. Wiesenthal hatte neun von ihnen ausfindig gemacht.
Im Jahr 1977 wurde das Simon-Wiesenthal-Zentrum mit Hauptsitz in Los Angeles gegründet. Bis heute setzt es sich für den Kampf gegen Antisemitismus ein.
Im April 2003 hatte Wiesenthal im Alter von 94 Jahren seinen Ruhestand bekannt gegeben. Er habe die gesuchten Massenmörder gefunden und viele von ihnen um Jahre überlebt. Diejenigen, die noch am Leben seien, könne man aus Altersgründen nicht mehr vor Gericht stellen. Deshalb stelle er seine Tätigkeit ein, sagte er in einem Interview mit der österreichischen Wochenzeitung ”Format”. Sein Lebensziel beschrieb er einst so: ”Wenn die Geschichte zurückschaut, will ich, dass die Menschen wissen: die Nazis konnten nicht Millionen von Menschen töten und damit davonkommen.”
Simon Wiesenthal starb am 20. September 2005 in seinem Haus in Wien. (inn)
Der Name leitet sich aus dem biblischen Buch Jesaja ab. Dort kündigt Gott an: "Ich will ihnen in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen (Yad Vashem) geben... einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soll" (Jesaja Kapitel 56 Vers 5). Die Stätte gilt als einer der bedeutendsten Orte des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Das Gelände liegt auf dem Berg der Erinnerung. Neben Denkmälern befinden sich dort auch Museen, Ausstellungen, Forschungs- und Lehrzentren, Bibliotheken und Archive. Unter anderem ist dort das weltweit größte Dokumentationsarchiv über die Schoah angesiedelt.
Ziel ist es, mit der Gedenkstätte die Erinnerung an die Vergangenheit zu bewahren und gleichzeitig jüngere Generationen für das Thema zu sensibilisieren. Jährlich besuchen zehntausende Schüler aus Israel und dem Ausland die internationale Schule für Holocaust-Studien in Yad Vashem.
In der so genannten "Halle der Namen" können Besucher in einer computerisierten Datenbank nach den Schicksalen und Lebenswegen einzelner Opfer suchen. Rund 3,1 Millionen Holocaust-Opfer sind darin registriert. Ferner sind in dem Museum viele persönliche Gegenstände der Ermordeten, originale Fotografien sowie Videoaufzeichnungen und Kunstwerke zu sehen, die im Konzentrationslager entstanden sind.
Die Jerusalemer Holocaustgedenkstätte verleiht seit dem Jahr 1953 den Titel "Gerechter unter den Völkern" an Menschen, die in der NS-Zeit zur Rettung von Juden beigetragen haben. Es handelt sich um die höchste Auszeichnung des Staates Israel. Sie ist ausschließlich Nichtjuden vorbehalten. Bisher sind rund 22.000 Menschen aus mehr als 30 Ländern mit dem Titel ausgezeichnet worden.
Sie liegt etwa 900 Meter über dem Meeresspiegel und hat circa 27.000 Einwohner. Zefat gehört zu den heiligen jüdischen Städten neben Jerusalem, Hebron und Tiberias. Hier befinden sich einige mehr als 2.000 Jahre alte Gräber jüdischer Gelehrter. In der Stadt wirkten und lebten viele Torah-Lehrer, Talmudisten und Kabbalisten. So entwickelte sich Zefat im 16. Jahrhundert zu einem Zentrum der Kabbalah - der mystischen Lehre des Judentums. Einige Kabbalisten sind davon überzeugt, dass der Messias zuerst in Zefat erscheinen wird, um von dort nach Jerusalem zu ziehen. Im Jahr 1563 wurde hier die erste hebräische Druckerei im Nahen Osten gegründet. Besonders malerisch ist das Zentrum, mit seinen verwinkelten Häusern, den engen Gassen sowie den zahlreichen kleinen, mittelalterlichen Synagogen, den Galerien und Kunsthandwerkstätten.
Während des Unabhängigkeitskrieges 1948 flohen die arabischen Bewohner aus Zefat. Seit Israels Staatsgründung im selben Jahr ist die Stadt rein jüdisch. Als Hauptwirtschaftszweig gilt der Tourismus.
Weitere Informationen zur Stadt finden Sie unter www.safed.co.il.(dn)
Zim (das hebräische Wort heißt übersetzt ”Schiffe” und stammt aus dem Alten Testament, 4.Mose 24.24) wurde 1945 von der ”Jewish Agency” amtlich als Flotte des zukünftigen jüdischen Staates eingetragen und zählt nach eigenen Angaben heute zu den weltweit zehn größten Container-Schiffahrtsunternehmen. Von den über 80 Schiffen verschiedenster Typen gehören Zim 27 ganz oder teilweise, der Rest ist gechartert. Zim ist zu 48,9 Prozent im Besitz der ”Israel Corporation”, 48,6 Prozent der Anteile hält der Staat Israel. Den Rest teilen sich kleinere Investoren.
In den ersten Jahren von Zim (www.zim.co.il) stand der Transport von Menschen im Vordergrund: Hunderttausende Flüchtlinge und Überlebende des Holocaust sowie Einwanderer wurden, meist mit alten Personenschiffen, von Europa nach ”Eretz Israel” befördert. Heute transportiert Zim neben Containern auch allgemeine Fracht sowie Massengüter, zum Beispiel Kohle. (hn)
Ausgangspunkt des Zionismus war die Judenfeindschaft im 19. Jahrhundert in Europa. Der Philanthrop Moses Montefiori (1784-1885) wollte die Emigration der verfolgten Juden finanziell wie auch durch industrielle und landwirtschaftliche Ansiedlungen begünstigen. In seinem Buch "Der Judenstaat" machte der Journalist Theodor Herzl im Zuge der Dreyfus-Affäre den Gedanken an einen jüdischen Nationalstaat populär. Im Jahr 1903 später fand der erste Zionistenkongress in Basel statt, woraufhin die Zionistische Weltorganisation gegründet wurde. Das Projekt wurde vorangetrieben durch die Errichtung eines Jüdischen Nationalfonds, der Jüdischen Kolonialbank so wie durch des Palästinaamtes als Einwanderungsagentur und den Bau der Stadt Tel Aviv im Jahr 1909.
Der Zionismus war in verschiedene religiöse und kulturelle Richtungen gespalten. So war er in Osteuropa auch stärker ausgeprägt als in Westeuropa. Vor allem die Juden in Deutschland fühlten sich vielmehr als deutsche Patrioten. Palästina stand seit dem Ersten Weltkrieg unter britischer Militärverwaltung. Später übertrug der Völkerbund Großbritannien das Mandat über das Land.
Im Jahr 1929 wurde die Jewish Agency als die im Völkerbund vorgesehene Vertretung der Juden gegründet. Zudem galt sie als Institution zur Errichtung des nationaljüdischen Staates. Allerdings wurde die Einwanderung von den Briten sehr gering gehalten. Nur noch wenige jüdische Siedler wurden in das Land gelassen, damit die arabischen Einwohner in der Minderheit blieben. So wuchsen auch die Spannungen zwischen den jüdischen Siedlern und den Arabern. Da Palästina der britischen Politik unterstand, wurde das Land während des Zweiten Weltkriegs nicht für viele Juden zum Zufluchtsort.
Am 29. November 1947 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Teilung des Landes in einen arabischen und einen jüdischen Staat. Am 14. Mai 1948 rief David Ben Gurion den Staat Israel aus. Mehrere arabische Armeen griffen daraufhin Israel an. In dem so genannten Unabhängigkeitskrieg konnte sich Israel behaupten. Er brachte Israel erhebliche Gebietsgewinne.
Die Sowjetunion unterstützte zunächst die zionistischen Pläne und befürwortete die Staatsgründung Israels, bis sie für die arabischen Staaten Partei ergriffen. Seitdem galt Israel als Feind des Ostblock und wurde als "klassenfeindliche Kraft" bezeichnet. Der Antizionismus wurde somit als ideologische Waffe gegen Israel eingesetzt, denn Israel galt in den Augen der Sowjetunion als Stellvertreter der US-Politik. Auch in der DDR war der Antizionismus weit verbreitet. Das Ministerium für Staatssicherheit sah in zionistischen Organisationen "reaktionäre, nationalistische, rassistische, konterrevolutionäre, antisozialistische und antisowjetische Vereinigungen".
Die Auswirkungen dieser Verleumdungen, die Antizionismus zu einer Spielart des Antisemitismus machten, sind bis heute zu spüren. (ak)
Er wird von erwachsenen jüdischen Männern hauptsächlich zum Morgengebet an allen Tagen getragen. Das - zumeist viereckige - Tuch muss groß genug sein, um den größten Teil des Rumpfes zu bedecken. Viele Juden bedecken sich beim Gebet auch den Kopf mit dem Tallit, um ihre Konzentration zu vertiefen. Der Tallit ist häufig weiß oder cremefarben mit verschiedenen Verzierungen und Mustern.
Das Bedeutende am Tallit sind die Zizit - Schaufäden oder Quasten genannt. Die einzelnen Fäden werden mehrfach geschlungen und geknotet - eine solche Quaste befindet sich an allen vier Ecken des Tuches und soll an die 613 Ge- und Verbote der Torah erinnern. Damit erfüllen Juden ein Gebot aus 4. Mose 15,37-41.
Gläubige Juden werden in ihrem Tallit bestattet. Dann wird jedoch eine Quaste abgeschnitten, als Zeichen dafür, dass Tote keine Gesetze mehr beachten müssen.
Des Weiteren gibt es den”Tallit katan” (kleiner Tallit). Das ist ein viereckiges Tuch mit einer Öffnung für den Kopf, welches Rücken und Brust bedeckt und unter der Kleidung getragen wird. Dabei hängen die Schaufäden an den vier Ecken sichtbar heraus. Religiöse Juden tragen es den ganzen Tag, um sich an die Gesetze zu erinnern.
Die israelische Flagge orientiert sich an einem Tallit mit zwei blauen Streifen.(dn)