Gesellschaft | 24.08.2012

Versuchter Lynchmord: Opfer aus Krankenhaus entlassen

JERUSALEM (inn) – Der vor einer Woche von jüdischen Jugendlichen brutal verprügelte Araber Gamal Dschulani ist am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Zuvor hatte ihm Knessetsprecher Reuven Rivlin einen Besuch abgestattet und sich entschuldigt.

„Es tut uns nicht nur leid, sondern wir sind auch verärgert. Du bist ein Sohn Jerusalems. Wir alle sind Bürger Jerusalems und wir müssen uns umeinander kümmern. Es ist schwer, dich wegen so etwas Unfassbarem hier im Krankenhaus zu sehen“, sagte Rivlin bei seinem Besuch. Er betonte, der Vorfall sei kein „isolierter Fall“. „Dies ist der Mikrokosmos eines nationalen Problems, das die israelische Demokratie gefährden könnte.“

Dschulani wurde am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen. Wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ meldet, hatte der behandelnde Arzt erklärt, der 17-Jährige befinde sich nunmehr in einem guten Zustand. Ihm sei vor allem in die Brust getreten worden, weshalb er Herzrhythmusstörung erlitten hatte, die zur Bewusstlosigkeit führten.

Opfer kann sich nicht erinnern

Laut dem Bericht kann sich der Araber nicht mehr an den Vorfall erinnern. Er habe von seinen Angehörigen und durch die Medien davon erfahren. „Alles, woran ich mich erinnere, ist, dass ich Kleidung für die Feiertage einkaufen wollte. Und dann bin ich im Krankenhaus aufgewacht.“ Er fügte hinzu, er habe keine Angst, wieder nach Jerusalem zu gehen, auch nicht auf den Zionsplatz, wo er angegriffen worden war. „Ich plane, mein Leben normal weiterzuleben. Ich habe niemandem etwas getan.“

In der Nacht zum vergangenen Freitag hatten Dutzende jüdische Jugendliche in Jerusalem den 17-jährigen Gamal Dschulani bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt. Keiner der Passanten war dem Araber zu Hilfe gekommen. Nach der Flucht der Täter hatte ein jüdischer Medizinstudent Dschulani wiederbelebt. Der Fall hatte landesweit Entsetzen ausgelöst und eine Debatte über Gewalt unter Kindern und Jugendlichen hervorgerufen.

1 Kommentar

Anton | 27.08.2012 | 01:07

Ein Leben retten, rettet die Welt. Es ist schwer in dieser globalen Welt und manchmal könnte mancher meinen: Menschen werden in einen elitegeschafften globalen Sack gesteckt und nun schaut, wie ihr auskommt? Tschuwa ist angesagt.... Die Torah ist der Weg aus dieser Sackgasse, wir müssen es auf uns nehmen und wollen – und tun. Notfalls auch allein. Schalom, Schalom Anton !

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