Gesellschaft | 27.07.2012

Foto: Ariely, Wikipedia | CC-BY 3.0
Der Trauertag wird jedes Jahr am 9. Tag des jüdischen Monats Av begangen. Von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang wird gefastet. Zudem sollten sich Juden aller „weltlichen Freuden“ enthalten. Weil der 9. Av in diesem Jahr auf einen Schabbat fällt, verschiebt sich der Gedenktag auf den Sonntag. Denn am Schabbat sollen Juden nicht fasten, sondern schmackhafte Mahlzeiten zu sich nehmen.
Laut jüdischer Überlieferung wurden beide Tempel am 9. Av zerstört: Im Jahr 586 vor der Zeitrechnung verwüsteten die Babylonier den ersten Tempel, der unter König Salomo erbaut worden war. Im Jahr 70 unserer Zeitrechnung wurde auch der zweite, herodianische Tempel von den Römern zerstört. Außerdem wurde im Jahr 135 der Bar-Kochba-Aufstand gegen die Römer niedergeschlagen. Die Vertreibung der Juden 1492 in Spanien begann ebenfalls an diesem jüdischen Datum.
Nach rabbinischer Tradition war der 9. Av bereits ein Trauertag, als das Volk Israel aus Ägypten auszog.
Zur Liturgie gehört die Lesung des biblischen Buches „Klagelieder“. In das Achtzehnbittengebet (Schmone Essre) wird eine Passage über Trost für Zion und den Wiederaufbau Jerusalems eingefügt.
Der Tischa Be´Av endet am Sonntagabend.
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