Gesellschaft | 14.11.2016

Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm während ihres Israel-Besuchs

Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm während ihres Israel-Besuchs
Foto: Israelnetz/mh

Israelischer Militärsprecher zieht Vorwurf gegen Bischöfe zurück

Ein israelischer Militärvertreter beschuldigte in der vergangenen Woche Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx, falsche Angaben zur Abnahme ihres Amtskreuzes an der Klagemauer gemacht zu haben. Inzwischen hat er seine Äußerung zu dem Vorfall zurückgenommen und bedauert die „Eskalation“.

Mitte Oktober pilgerten Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz nach Israel. Die Kirchenmänner Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx trugen während ihres Besuchs des Tempelbergs, für den die islamische Behörde Wakf zuständig ist, sowie an der jüdischen Klagemauer in Jerusalem ihr Amtskreuz teilweise nicht. Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm erklärte, dass sie sowohl von muslimischen als auch von jüdischen Begleitern gebeten worden seien, ihre Kreuze abzunehmen, um nicht zu „provozieren“.

Dies kritisierte der israelische Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar scharf und wies Anfang vergangener Woche auf Facebook zurück, dass es von jüdischer Seite die Bitte gegeben habe, die Kreuze abzulegen. Er schrieb: „Ich fordere Sie hiermit auf, es öffentlich zu machen, welcher Sicherheitsdienst von jüdischer Seite aus bei Ihrem Besuch der Klagemauer in Jerusalem von Ihnen gefordert haben soll, ‚aufgrund der angespannten Lage in Jerusalem‘ Ihre Glaubenssymbole nicht offen zu tragen, um angeblich ‚eine Provokation zu vermeiden‘.“ Shalicar habe laut eigener Aussage den Vorwurf überprüft und „man war empört über diese Behauptung“. Der Vorfall führte zu einer hitzigen Debatte in den deutschen Medien und den sozialen Netzwerken.

Militärsprecher: „Will mich nicht in interreligiösen Dialog einmischen“

Am Freitag löschte Shalicar seinen Post schließlich und erklärte dazu, dieser habe „wesentlich zur Eskalation beigetragen“. „Mittlerweile habe ich herausfinden können, dass, so wie ich geschrieben hatte, keine Sicherheitsbedenken existiert haben und auch kein Sicherheitsdienst von den Herrschaften verlangt hat, ihre religiösen Symbole zu verstecken.“ Somit sei er „beruhigt“. Weiter erklärte er: „Ich will mich als Vertreter des Militärs nicht in interreligiöse Beziehungen einmischen, was ich mit meinem Post aber getan habe und vielleicht nicht hätte tun sollen.“ Auf seinen Post hin habe er hunderte Zuschriften bekommen.

Am Donnerstag hatte sich bereits der Pressesprecher der EKD, Carsten Splitt, der bei der Reise dabei war, via Facebook zu dem Vorfall geäußert. Ihn mache „die polemisch geführte Debatte ratlos, da die Situation an den Heiligtümern von tiefem gegenseitigem Respekt geprägt war“. Die ökumenische Delegation habe bei ihrem Besuch des Felsendoms und der Al-Aksa-Moschee darauf verzichtet, das Bischofskreuz zu zeigen. Gleiches habe sie bei dem Besuch der Klagemauer getan. Der Sprecher wies zudem darauf hin, dass keiner der beiden Vorsitzenden „jemals geäußert hat, dass es eine Aufforderung von israelischen Sicherheitskräften an die beiden Vorsitzenden gegeben habe, ihre Glaubenssymbole nicht offen zu tragen oder abzulegen“. Die Aufforderung, die Kreuze abzunehmen, erfolgte laut Splitt kurz vor dem Betreten des Felsendoms sowie am Ort der Begegnung mit den jüdischen Gastgebern durch dortige Vertreter der jeweiligen Religionsgemeinschaft. (mab)

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