updatedGesellschaft | 11.10.2012

Windmühle und "King David Hotel" zeigen: "Daystar" richtet seinen Blick auf das "Höllental", statt auf den Ölberg.

Windmühle und "King David Hotel" zeigen: "Daystar" richtet seinen Blick auf das "Höllental", statt auf den Ölberg.
Foto: Daystar / Screenshot Israelnetz

Amerikanische Fernsehsender bereiten sich auf das Kommen des Messias vor

Zwei evangelikale Fernsehsender verstärken ihre Präsenz in Israel. Beide warten mit Kameras auf Bilder von der Wiederkunft Jesu – ihr Einsatzort: Jerusalem.

Die zwei größten evangelikalen amerikanischen Fernsehsender buhlen um jüdische Zuschauer und warten auf das Kommen des Messias: Für einen umfassenden Blick auf den Ölberg investierten „Daystar“ und TBM („Trinity Broadcasting Network“) in neue Studios. Beide Sender wollen auf keinen Fall die Wiederkunft Christi verpassen, die laut der Bibel dort stattfinden soll. Zuerst installierte „Daystar“ eine Webcam, die 24 Stunden am Tag Bilder aufzeichnet. Allerdings bietet diese keinen Blick auf den Ölberg, sondern vom Zionsberg auf das Höllental – eine etwas irritierende Symbolik. Um mithalten zu können, kaufte der Sender TBM kurz darauf das benachbarte Gebäude und behält das Geschehen so ebenfalls im Auge.

Das Duell ist Teil von intensiven Bemühungen evangelikaler US-Sender, im „Heiligen Land“ stärker Fuß zu fassen. Das berichtet die „Los Angeles Times“. Eine Präsenz im Land biete vor allem eine Plattform, um Juden mit dem Evangelium zu erreichen. „Daystar“ strahlt bereits ein englischsprachiges Programm über das Satelliten- und Kabelfernsehen aus. Der Sender möchte der erste sein, der 24 Stunden lang im israelischen Fernsehen das Evangelium verkündet.

Plattform für christlichen Glauben

Auch TBM möchte seine Präsenz im israelischen Fernsehen verstärken. Der Sender verhandelt mit dem Anbieter des israelischen Satellitenfernsehens „Yes“ über einen ganztägigen Sendeplatz für den Kanal „Shalom TV“. Der Mitbegründer von TBM, Paul Crouch, sagte: „Hauptsächlich wollen wir messianische Juden erreichen.“ Crouch betreibt außerdem ein Gebetszentrum in der Nähe des Bergs Zion. Mit hebräischsprachigen Sendungen wolle man Juden zum Lesen der Bibel bewegen.

TBM sei bemüht, das Christentum in Israel zu verbreiten, sagte Crouch. Leider werde der christliche Glaube oft überschattet von den Streitigkeiten zwischen Juden und Muslimen. „Das Christentum ist noch nicht so gut in Israel repräsentiert, wie es sein könnte“, sagte er. „Wir hoffen, das verbessern zu können und dem eine bessere Plattform zu bieten.“ Das größte Hindernis sei dabei der der Konkurrent „Daystar“. Der Sender versuche, „Shalom TV“ von TBM an der Ausstrahlung über Satellit zu hindern.

Ein Sprecher des Satellitenfernsehens „Yes“ sagte, die Verhandlungen mit TBM dauerten an und eine endgültige Einigung sei noch nicht erzielt worden. „Daystar“ wollte sich zu den Streitigkeiten nicht äußern, betonte aber in einer Stellungnahme, dass man das Land Israel „liebe und schätze“.

Mission ist sensibles Thema

Die missionarischen Bestrebungen der Fernsehsender verärgern jüdisch-orthodoxe Gruppen im Land. In deren Augen bedrohe das den Charakter eines Landes, das ursprünglich für jüdische Holocaustflüchtlinge eine Heimat bieten sollte, schreibt die „Los Angeles Times“. Missionierung ist in Israel legal, obwohl die Regierung solche Bemühungen zeitweise eingrenzt. Allerdings ist es verboten, Menschen durch finanzielle Anreize oder durch Zwang zum Religionswechsel zu bewegen.

„Ich finde es anstößig, dass sie mit ihrer missionarischen Arbeit prahlen“, sagte Ellen Horowitz, Forschungsleiterin der Organisation „Jewish Israel“, über das Vorgehen der amerikanischen Sender. Seit 2008 versucht die Gruppe „Jewish Israel“ der Arbeit christlicher Missionare entgegenzuwirken. Mission sei ein sensibles Thema in Israel. Verfolgung und Angleichung hätten der Bevölkerung bereits zugesetzt. „Jetzt ist endlich ein jüdisches Volk entstanden und dann drückt ihm jemand eine hebräische Ausgabe des Neuen Testaments auf“, empörte sich Horowitz. Damit sei eine empfindliche Grenze sei übertreten worden.

Als „Daystar“ im Jahr 2006 mit seiner Arbeit in Israel begann, ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung, sodass der Sender übergangsweise seine Arbeit einstellen musste. Seitdem haben evangelikale Gruppen in Israel immer mehr etabliert.

Amerikanische Unterstützung für Israel

Vergangenes Frühjahr plante der evangelikale Organisator Mike Evans, in der Jerusalemer Innenstadt eine Einrichtung für christliche Evangelisation zu eröffnen. Dafür bat er amerikanische Spender um finanzielle Unterstützung. Im Juli dieses Jahres veranstaltete der Missionar Rick Ridings ein dreitägiges Gospelmusik- und Gebetsfestival in Tel Aviv .

Trotz der Anfeindungen neigen amerikanische Evangelikale zu einer pro-israelischen Haltung und setzen sich im Konflikt mit den Palästinensern und um den Siedlungsbau im Westjordanland bei der Regierung in Washington für Israel ein. Christliche Fernsehsender spendeten in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Dollar, um israelische Schulen, Gemeinschaftszentren, Krankenstationen und Synagogen zu bauen. Die Unterstützung gründet sich zum Teil auf die Überzeugung, dass die Rückkehr der Juden nach Israel das zweite Kommen von Jesus Christus einleitet. Außerdem knüpften christliche Gruppen enge Beziehungen zu russischstämmigen Gesetzgebern in der Knesset . Sie halfen damit, ein Gesetz zu verabschieden, das Steuerfreibeträge auf Grundstücke ausdehnt, die jüdische religiöse Einrichtungen einmalig erhalten können, wenn die Grundstücke christlichen Gemeinden angehören.

www.daystar.com/israel/live/

6 Kommentare

Jesu.S | 19.12.2012 | 17:42

Wie immer zu spät.

Ich bin doch schon da!

George | 17.10.2012 | 21:18

also so kulturpessimistisch negativ sehe ich das nicht. durch das tv wird zumindest deutlich, dass das kommen des messias ein ereignis von allerhöchstem öffentlichkeitscharakter ist. warum soll das evangelium immer sauber versteckt werden, damit es ja keinen makel bekommt? jesus hat sich ausgesetzt und missverständnisse kassiert. wir sind hier nicht im himmel. wenn jesus alle macht gehört, warum nicht auch die medien? wollte er warten bis alles ethisch ganz clean ist, hätte er den missionsbefehl allein ausführen sollen, aber er hat zu fehlbaren menschen gesagt: gehet! also, leute, seid nicht so ängstlich. ob der messias während der begrenzten existenz von fernsehsendern kommt, ist doch zweitrangig, jedoch ein möglichst öffentliches bewusstsein für sein kommen überhaupt, und dass eben dieser messias jesus christus ist, das ist doch das entscheidende. und vielleicht ist die parusie früher als die obigen exegeten annehmen? who knows? lieber sich früher vorbereiten als zu spät!

sunnele vum billhuus | 17.10.2012 | 14:45

so was kann doch bloss mal wieder einem amerikaner einfallen. als ob der messias nötig hätte, sich im tv zeigen zu lassen. er ist doch keine show-puppe, wie die amerikaner das aus allem machen.gott sei dank, wird es weder planbar noch (für ungläubige) erkennbar sein. ich glaube eher, dass die meisten menschen ein furchtbares erschrecken spüren. aber was wirklich geschieht wird vielleicht nur denen klar, die schon so lange wie wir auf den messias warten. vor allem steht in der schrift, dass er kommen wird, wenn die juden zu ihm schreien, nach ihm verlangen(, weil sie sich nicht mehr zu helfen wissen). ich denke auch, dass das sehr bald sein kann, weil die gefahr durch iran und andere so gross ist. aber andererseits sind wir erst im jahr 5772/3. wenn dem volk gottes noch ein shabbat vorbehalten ist, wie es heisst, dann würde dieser mit dem beginn des jahres 7000 anfangen, falls sich die gelehrten nicht verrechnet haben. es dauert also noch 226/7 jahre - oh Gott, wie soll das die welt noch so lange aushalten?

pro Wahrheit | 15.10.2012 | 14:12

Ich glaube auch nicht, dass dieses Ereignis im Fernsehen zu sehen sein wird, sondern wir werden alle "life" dabei sein. Ich hatte auch einmal den Eindruck, wenn Jesus wiederkommt, dass dann alle "Kräfte" außer Kraft gesetzt sein werden. Das heißt: kein Auto wird fahren können, kein Strom, rein gar nichts wird mehr funktionieren. Und jeder wird es wissen, dass die "Herrlichkeit Jesu" kommt. Jesu Ankuft wird alle Aufmerksamkeit haben, es geht gar nicht anders. Ich freue mich schon darauf, wann immer es auch sein wird.

Margarete | 11.10.2012 | 21:44

Die Entrückung geschieht in einem Nu in einer Wolke, zu IHM, dem Herrn Jesus, hin. Also, nix mit Filmen...... Zu dem weiss und kann niemand wissen wann dieser Zeitpunkt ist. Aber es währe jeden Tag möglich. Also sollen wir bereit sein.

Gudrun F. | 11.10.2012 | 20:50

Es spricht nichts dagegen, dass die beiden US-Fernsehsender in Israel wohltätige Zwecke unterstützen und in ihren Sendungen interessierten Zuschauern das Christentum näher bringen. Auch die Installation von web-cams ist für Viele, die Israel nicht besuchen können, sicher von großem Wert.

 

Allerdings Erwartungen, die hier bei den Fernsehzuschauern gezielt geweckt werden und der Konkurrenzkampf der beiden Sender um die besseren Rechte zeigen, dass man einen Trend erkannt hat und den damit verbundenen Profit mitnehmen möchte. Man wird damit auch viele Menschen verprellen, die eigentlich dem Christentum gegenüber aufgeschlossen sind.

 

Man sollte aber nicht meinen, dass die Wiederkunft Jesu ein weltweites Medienereignis sein wird, bei denen geneigte Fernsehzuschauer aus aller Welt in ihren gemütlichen Wohnzimmersesseln live dabei sind, während sich die beiden Fernsehsender sich die Rechte an der Übertragung streitig machen. Es wird gewiss auch keine Interviews mit Jesus geben.

Das Ereignis wird sicher ganz anders eintreten, als wir es uns vorstellen können, wenn nämlich die Mächte des Himmels offenbar werden.

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