Gesellschaft | 17.11.2016

Die Inschrift der Steintafel ist teils nur noch schwer zu entziffern, weil sie ein früherer Besitzer als Bodenplatte benutzte

Die Inschrift der Steintafel ist teils nur noch schwer zu entziffern, weil sie ein früherer Besitzer als Bodenplatte benutzte
Foto: Heritage Auctions

Älteste bekannte Zehn-Gebote-Tafel versteigert

Die Steintafel aus weißem Mamor, auf der die Zehn Gebote eingraviert sind, hat einen langen Weg hinter sich: Die älteste bekannte Tafel dieser Art ist am Mittwoch versteigert worden. Der Verkäufer knüpfte aber eine Bedingung an die Versteigerung.

BEVERLY HILLS (inn) – Eine über 1.500 Jahre alte Steintafel mit der ältesten bekannten Inschrift der Zehn Gebote ist am Mittwoch für umgerechnet 793.000 Euro versteigert worden. Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, wurde die 61 Zentimeter große und 50 Kilogramm schwere Tafel aus weißem Marmor im kalifornischen Beverly Hills von der Firma „Heritage Auctions“ verkauft. Die Identität des neuen Eigentümers ist noch nicht bekannt.

Der frühere Besitzer, Rabbi Schaul Deutsch, der das „Living Torah Museum“ in New York gegründet hat, stellte beim Verkauf nur eine Bedingung: Die Steintafel muss auch zukünftig öffentlich ausgestellt werden. Damit entspricht er der Abmachung, die er beim Kauf der Tafel mit der Israelischen Altertumsbehörde traf.

Als Bodenplatte benutzt worden

Bei Aushebungen für eine Eisenbahnlinie nahe der heute israelischen Stadt Javneh im Jahr 1913 entdeckten Arbeiter die Steintafel. Einer der Arbeiter kaufte sich die „Zehn Gebote“ und setzte sie in seinem Hof als Bodenplatte ein. Das erklärt auch die nur noch schwer zu entziffernde Schrift. 1943 ging die Tafel in den Besitz eines Archäologen über, der sie bis zu seinem Tod im Jahr 2000 besaß. Der Rabbiner Deutsch kaufte sie dann von der Israelischen Altertumsbehörde.

In die Tafel sind auf 20 Zeilen in samaritanischer Schrift die Gebote gemeißelt, die sowohl für das Juden- wie das Christentum essentiell sind. Die Inschrift listet neun der zehn Gebote aus dem 2. Buch Mose. Das Gebot „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“ ist laut Auktionshaus durch eine Regel der Samaritaner ersetzt worden.

Erlös soll in Torah -Museum investiert werden

Die Inschrift ist wahrscheinlich in der späten Römischen oder Byzantinischen Zeit eingraviert worden. Das Auktionshaus schätzt den Zeitraum auf 300 bis 830, als die Römer eventuell eine antike Synagoge zerstörten. Ein Sprecher des Auktionshauses teilte mit, dass es schwer sei, das Alter genau zu bestimmen. Die Buchstaben seien nur ungenau in einen historischen Kontext zu bringen und Steinmaterialien seien generell zeitlich nur schätzungsweise zu datieren.

Deutsch will mit dem verdienten Geld aus dem Verkauf der Tafel und anderer Artefakte das „Living Torah Museum“ in New York restaurieren. Das Museum soll moderner und interaktiver und damit für jüngere Menschen wieder interessant werden. (mm)

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Goggle+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 900 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. . Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus
Anzeigen