Außenpolitik | 23.09.2012

Vor und nach der Gründung Israels wurden Hunderttausende Juden aus muslimischen Ländern vertrieben. (Im Bild: David Ben-Gurion verliest die israelische Unabhängigkeitserklärung )
Foto: Government Press Office (GPO), Flickr | CC-BY-NC-SA 2.0
Israels stellvertretender Außenminister Danny Ajalon, der israelische Botschafter bei den UN, Ron Prosor, und der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ron Lauder, stellten auf der Sitzung eine aktuelle Kampagne vor, die auf das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern aufmerksam macht (Israelnetz berichtete).
„Unsere Absicht ist klar und deutlich: Gerechtigkeit für eine Million Juden, deren Geschichten bisher versteckt und unerzählt blieben“, erklärte Prosor laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Er fügte hinzu: „64 Jahre wurde die Geschichte bei den UN verfälscht und getüncht. Arabische Staaten haben nie die Verantwortung dafür übernommen, dass sie mehr als 800.000 Flüchtlinge geschaffen haben. Nicht eine einzige Silbe – hören Sie – ist dazu in einer der 1.888 UN- Resolutionen zum Nahen Osten zu finden.“
Ron Lauder forderte: „Wir sollten beide Flüchtlingsangelegenheiten jetzt lösen.“ Die Welt habe schon lange das palästinensische Flüchtlingsproblem anerkannt, sie sollte nun ebenfalls das jüdische akzeptieren.
Der US-amerikanische Rechtsanwalt und Autor Alan Dershowitz übte scharfe Kritik an der Herausstellung der palästinensischen Flüchtlinge durch die UN. „Denken Sie an all die Flüchtlinge aus Orten wie Königsberg, die zum Gehen gezwungen waren als die Sowjets kamen, oder in Indien und Bangladesch. Sie alle haben selbst ein neues Leben angefangen. Nur das Flüchtlingsproblem der Palästinenser besteht. Warum? UN!“
Zu Wort meldete sich auch der aus Marokko stammende Jude Sylvain Abitbol. Er war 1967 nach Kanada ausgewandert, als sich in der arabischen Welt eine anti-jüdische Gewaltwelle ausbreitete – ausgelöst durch Israels Sieg im Sechs-Tage-Krieg . Abitbol kritisierte Israel dafür, dass es so lange mit seiner Kampagne gewartet habe. „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Israel zusammen. Aber es brauchte Ajalon, um es zum Thema zu machen.“ Die Zeiten für Juden in Marokko seien schwierig gewesen, nicht so schlimm wie in anderen Ländern, aber schlecht. Was immer der Grund für die Verzögerung gewesen sein mag und ungeachtet des politischen Kontext, es sei eine gerechte Sache, für die Rechte der Juden aus arabischen Ländern einzustehen.
Araber kritisieren Kampagne
Die israelische Kampagne zu den jüdischen Flüchtlingen rief breiten arabischen Protest hervor. Arabische UN-Diplomaten hatten die Vereinten Nationen dazu aufgefordert, die Sondersitzung zu dem Thema abzusagen. Sami Abu Suhri, ein Sprecher der radikal-islamischen Hamas , erklärte am Samstag laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“:„Diese Juden sind eher Kriminelle als Flüchtlinge. Sie haben die Palästinenser zu Flüchtlingen gemacht und aus diesem Grund sieht die Hamas diese Konferenz als einen gefährlichen und unerhörten Schritt an, der dazu beiträgt, die Geschichte zu verfälschen und die Fakten zu verdrehen.“
Vor und nach der Staatsgründung Israels wurden rund 900.000 Juden aus arabischen Staaten und dem Iran vertrieben oder flohen. 1948 flohen rund 700.000 Araber aus dem damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina oder wurden vertrieben.
Mehr über das Thema lesen Sie in unserem Hintergrund „Die vergessenen Flüchtlinge“.
2 Kommentare
Der Sprecher der Hamas erzählt mal wieder die Wahrheit. Mit dem einzigen Unterschied, dass er Juden und Palestinenser "verwechselt" und eher über sich selber als über Israel spricht und demzufolge schon lange selber versucht die Geschichte zu verdrehen.
Der sicherste Hafen für Juden ist ISRAEL-Volk und Land.....somit wünsche Ich jedem Land und Volk seine Freiheit in Seinen Grenzen und Frieden.Bis dies soweit ist,sollten wir wenigstens Miteinander Auskommen lernen,auch wenn die Machteliten zuoft Ihre Interessen ausleben ist -- erst recht --unten im Volk ein gesundes Miteinander wichtig und immer wichtiger.Schalom,Schalom Anton
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