Außenpolitik | 11.09.2012

Ministerpräsident Seehofer (r.) bei einer Gedenkveranstaltung in Fürstenfeldbruck für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 (Archivbild).

Ministerpräsident Seehofer (r.) bei einer Gedenkveranstaltung in Fürstenfeldbruck für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 (Archivbild).
Foto: Johannes Simon

Seehofer in Israel

JERUSALEM (inn) – Israels Staatspräsident Schimon Peres soll in München mit dem Franz-Josef-Strauß-Preis geehrt werden. Das verkündete der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bei einem Treffen mit dem israelischen Staatsoberhaupt am Dienstag in Jerusalem. Der CSU-Politiker hält sich derzeit zu seiner letzten Reise als Bundesratspräsident in Israel und den Palästinensergebieten auf.

Auf die Frage, ob er den Preis annehmen wolle, erklärte Peres laut der Nachrichtenagentur dpa: „Die Beziehungen zu Deutschland sind in guter Verfassung, die Beziehungen zu Bayern so gut, wie ich mir nur denken kann.“ Über Strauß sagte Peres: „In gewisser Hinsicht war Franz Josef Strauß ein unmöglicher Mann. Er war mit Mao Tse-Tung und mit mir befreundet. Eine seltsame Kombination.“

Der Preis wird seit 1996 von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung für hervorragende Leistungen in Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur verliehen. Unter den bisherigen Preisträgern sind der frühere Präsident der ehemaligen Sowjetunion, Michail Gorbatschow, und Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl.

In Jerusalem besuchte Seehofer auch die Holocaust -Gedenkstätte „Yad Vashem“. Nach dem Aufenthalt sprach er von „lähmendem Entsetzen“. „Es sollte keine Schocktherapie sein, aber Sie haben mich geschockt.“ In das Gästebuch der Stätte schrieb der Politiker: „Das unermessliche Leid der Opfer bewegt mich zutiefst.“

Während seines Aufenthaltes in Israel will sich Seehofer auch mit Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem Knesset -Präsidenten Reuven Rivlin treffen. Zudem ist die Teilnahme an einer Gedenkfeier für die Opfer des Münchner Olympia-Attentats 1972 geplant. Im Westjordanland will Seehofer den dortigen palästinensischen Premierminister Salam Fajjad und Chefunterhändler Saeb Erekat treffen.

In den vergangenen Monaten hatte der CSU-Chef die Schweiz, die Niederlande, Belgien und Polen besucht. Der Vorsitz des Bundesrats rotiert jährlich unter den 16 Bundesländern.

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